Psychologin Juliane Kiss arbeitet mit Siebtklässlerinnen der Theodor-Heuss-Schule

Selbstbehauptung will gelernt sein

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Sibela Hamiti (v.l.) wirkt mit beruhigender Gestik auf die wütenden Melanie Kerner und Billie von Spreckelsen ein.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Stunk in der Pausenhalle. Wütend stürmen Melanie und Billie auf Sibela zu. Mit beruhigenden Handbewegungen versucht sie, die Angreifer auf Distanz zu halten... Das ist eine Szene aus den Rollenspielen, die an der Rotenburger Theodor-Heuss-Schule während des Selbstbehauptungstrainings mit der Psychologin Juliane Kiss aus Sudwalde realistisch einige kritische Situationen an der Schule darstellen. Anschließend werden dann gemeinsam mit der Seminarleiterin Lösungen gefunden.

Die Schulsozialpädagogin Renate Bornemann, die seit mehr als 15 Jahren für die Theodor-Heuss-Schule arbeitet, hat gute Erfahrung mit der Psychologin Kiss gemacht. „Die Expertin hat bereits mehrere ähnliche Projekte an unserer Schule durchgeführt“, erklärt die Pädagogin. Die Idee zu diesem Training sei ihr gekommen, als das Projekt zur Stärkung der Zivilcourage „Wir sind stark" in der Schule über die Bühne ging.

Dabei sei ihr aufgefallen, dass die Mädchen sich schwer taten, durch ihre Körpersprache Grenzen zu setzen. Bei der Selbstbehauptung geht es darum zu schauen: „Was fühlt sich für mich richtig an?“ Dabei spielen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl eine große Rolle. Ziel sei es, lösungsorientierte Konfliktklärung zu fördern und Prävention mit dem Schwerpunkt Selbstbehauptung und ein gelungenes Selbstmanagement zu installieren. Das bedeutet aber, der eigenen Wahrnehmung zu trauen, und das sowohl vom Verstand als auch vom Gefühl her. Authentisch sein ist das Zauberwort. Die Schülerinnen erlernen soziale Kernkompetenzen wie zum Beispiel Gesprächsführung und erhalten während des Trainings Zugang zu den eigenen Stärken. Sie erlernen, sich für die eigene Person einzusetzen.

Kiss erarbeitet mit den Schülerinnen das Einsetzen der Körpersprache als Kommunikationsmittel. Denn 86 Prozent aller Informationen nimmt das Gehirn durch die Körpersprache auf, erklärte die Psychologin. Neben einem mentalen Training und Atemübungen steht aber auch Wendo auf dem Plan. Das ist keine Kampfsportart, diene aber der Selbstverteidigung der Frau, erklärt Kiss. Die Schülerinnen erlernen dabei Techniken, sich gegen Angriffe zu wehren.

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