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Viel los für Senioren im MGH Waffensen

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Von: Andreas Schultz

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Henning Poppe, Inga Hoops, Ilka Holsten-Poppe und Martina von Ahsen von Ahsen sitzen auf dem Hof des MGH auf einer Holzbank, im Hintergrund ein Schild mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen“
Für Senioren ist im MGH viel los. Dafür sorgen Henning Poppe (v.l.), Inga Hoops, Ilka Holsten-Poppe und Martina von Ahsen. © Schultz

In Waffensen alt werden können, dazu gehören Programme für Senioren – auch für solche mit Pflegebedarf. Im MGH tastet man sich nun an die angekündigte Tagespflege heran, darüber hinaus sollen Ältere Raum zum Singen und Klönen bekommen. Außerdem ist die Anschaffung eines Dorfautos geplant.

Waffensen – In Waffensen leben, in Waffensen alt werden können und dabei Teil des Dorflebens bleiben: Nachdem Henning Poppe Ortsbürgermeister geworden war, stand das als eines der ersten Themen in seiner Kladde. Im April sprach er noch davon, im Spätsommer mit einer dörflichen Tagesbetreuung für ältere Menschen an den Start gehen zu wollen – und jetzt geht der Ort tatsächlich „die ersten Schritte“ in diese Richtung, wie er sagt.

Dreh- und Angelpunkt für die ersten Veränderungen ist das Mehrgenerationenhaus. Was geplant ist, soll auch der Vereinsamung entgegenwirken: Eine wöchentliche Gruppenbetreuung für ältere Menschen mit Pflegebedarf und ein Gesangsprogramm für alle Interessierten der älteren Generation mit dem Titel „Singen macht Spaß, singen tut gut!“ legen den Grundstein.

Letzteres soll bereits am Freitag, 23. September, losgehen. Jeden Freitag tönen die Teilnehmer von 10 bis 12 Uhr unter der Anleitung von Martina von Ahsen, die auch den Waffensener Chor „Taktvoll“ leitet. „Das Programm ist für alle gedacht, die gerne singen, aber das nicht mehr im Chor können oder wollen. Es soll ein leicht zugängliches Angebot sein“, sagt MGH-Leiterin Ilka Holsten-Poppe. Von Ahsen freut sich schon auf die neuen Gesichter: „Ich bin gespannt, wer da kommt“, sagt die Unterstedterin schmunzelnd. Für den Start stehen Schlager-, Volks- und Kirchenlieder auf dem Programm, die Leiterin ist darüber hinaus offen für Wünsche der Teilnehmenden. Wer weder text- noch stimmensicher ist, müsse sich nicht verstecken: „Wir werden die Leute da abholen, wo sie sind“, macht von Ahsen Mut. Willkommen sind Menschen mit und ohne Demenz, mit und ohne Pflegegrad und auch Senioren, die nur zuhören möchten, dürfen dabei sein.

Das Gesangsprogramm

„Singen macht Spaß, singen tut gut!“ ist die Devise des Gesangstreffs. Die Teilnehmer singen im Sitzen, Noten und Texte werden altersgerecht aufbereitet. „Zwischendurch gibt es eine Kaffeepause, sodass auch genügend Zeit für einen Plausch mit den anderen Sängerinnen und Sängern bleibt“, heißt es in einer Pressemeldung aus dem MGH. „Singen wirkt wie Medizin, steigert die Lebensfreude und hilft beim Erinnern. Das Angebot ist kostenlos, lediglich für Kaffee und Mineralwasser erhebt das MGH eine Pauschale von zwei Euro pro Teilnahme. „Singen macht Spaß, singen tut gut!“ ist ein Angebot des Kreischorverbandes Rotenburg und wird finanziert durch die Kontaktstelle Musik Rotenburg-Bremervörde. Weitere Informationen und Anmeldung im MGH Worthmanns Hoff bei Ilka Holsten-Poppe unter 04268-982531 oder mail@mgh-waffensen.de.

Von dem Angebot möchte voraussichtlich auch die Diakoniesozialstation Rotenburg-Sottrum Gebrauch machen: Auch sie hat Patienten, denen die Teilnahme guttun dürfte, befindet Geschäftsführerin Inga Hoops. Aber nicht nur das schwebt ihr und dem Team des MGH vor: „Seit mittlerweile rund zwei Jahren schieben wir das Thema Gruppenbetreuung vor uns her“, sagt sie. Ein solches Angebot für ältere Menschen mit Pflegebedarf vor Ort zu realisieren, sei nahezu parallel auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters als auch bei der Station entstanden. Allerdings habe unter anderem die Pandemie Verzögerungen mit sich gebracht. Im Oktober soll es aber endlich losgehen: Zunächst dienstags mit einem Treffen, später eventuell mit einem zusätzlichen Termin am Donnerstag.

Das Betreuungsangebot

Für das Betreuungsangebot in der Gruppe können Interessierte das Sachleistungsbudget, die Verhinderungspflege, die Kurzzeitpflege oder den Entlastungsbetrag nutzen. „Viele dieser Leistungen würden sonst ungenutzt verfallen“, heißt es aus der Diakoniesozialstation. Mehr Infos zum Angebot gibt es bei der Station unter 04268/205990.

Die Aufmachung orientiert sich am klassischen Seniorennachmittag, sagt Hoops: „Es gibt einen groben Rahmen, eine Begrüßungsrunde, ein Aktivangebot – also ein bisschen Bewegung für alle, die gerade aus dem Auto gestiegen sind. Der Rest richtet sich danach, was die Gruppe möchte.“ Kaffee und Kuchen würden nicht fehlen, ansonsten sei das Angebot saisonal ausgerichtet; kochen, singen, eventuell auch Kartenspiel seien denkbar. „Das wird sich alles ergeben, das spielt sich so ein“, ist der Ortsbürgermeister sicher. Für Angehörige könne diese Zeit Entlastung und Gelegenheit für andere Tätigkeiten wie Einkaufen bringen. Aus Hoops’ Sicht ein weiterer Vorteil: Für das Betreuungsangebot gebe es Fördertöpfe.

Ilka Holsten-Poppe und Martina von Ahsen posieren am Klavier.
Mit einem Gesangsprogramm für Senioren mit Klavierbegleitung im MGH wollen Ilka Holsten-Poppe und Martina von Ahsen interessierte Senioren aktivieren und ihnen in den Pausen Gelegenheit zu zum Plausch geben. © Schultz

Die Senioren sollen abgeholt und nach der Veranstaltung wieder nach Hause gebracht werden – ohne Transportmöglichkeiten geht es also nicht. Dass einiges an Organisation dahintersteckt, macht Poppe deutlich. Aber mit der richtigen Herangehensweise an das Problem können Synergien entstehen. Die Idee: Waffensen bekommt ein Dorfauto. So könne nicht nur der Transport für die Betreuung gewährleistet werden, erläutert der Ortsbürgermeister: „So können wir auch anderen vor Ort den Individualverkehr ermöglichen, ohne dass sie über ein eigenes Auto verfügen.“ Ein Carsharing-Modell über die Stadt und die Stadtwerke Rotenburg soll die Lösung bringen. Somit kommen die Senioren zum Treffen und außerhalb dieser Zeitfenster haben Waffensener die Gelegenheit „zum Beispiel zum Ikea zu fahren oder einfach als Familie unterwegs zu sein“, so Poppe. Gemeinnützige Organisationen sollen zudem vergünstigten Zugang zu dem Angebot haben. Der Plan sieht eine E-Ladestation vor dem MGH und einen Neunsitzer mit Elektromotor vor. Die Förderung über die Gesundregion in Höhe von 65 Prozent ist zwar noch nicht offiziell, der Antrag der Stadt Rotenburg muss noch raus, aber die Vorgespräche machten optimistisch, so Poppe. Sollten nach Projektstart der Bedarf und lange Lieferzeiten für das E-Auto kollidieren, könne die Stadt bis zur Lieferung einen entsprechenden Wagen zur Verfügung stellen. Und wer weiß: Vielleicht findet sich so auch eine Fahrgemeinschaft, die nach dem Chortreffen noch unterwegs ist.

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