„Probleme nach wie vor nicht gelöst“

Günter Scheunemann erklärt, warum er immer wieder bei Wahlen kandidiert

Günter Scheunemann will es erneut wissen: Sonntag steht er als Kandidat der Freien Wähler auf dem Stimmzettel. Zuletzt war er bei der Bundestagswahl angetreten. - Foto: Paluch

Rotenburg - Von Guido Menker. Günter Scheunemann aus Rotenburg will es noch einmal wissen: Nachdem er bereits bei der Bundestagswahl am 24. September als Direktkandidat für die Freien Wähler auf dem Stimmzettel gestanden, den Sprung ins Parlament allerdings verpasst hat, versucht er es am Sonntag noch einmal bei der Landtagswahl.

In einem Interview mit unserer Redaktion bezieht er Stellung zu seinen zahlreichen, bislang aber stets erfolglosen Kandidaturen. Denn bei einer Landtagswahl tritt er nun zum dritten Mal an, zuvor hatte er zwei Mal für den Bundestag, einmal für das Europaparlament und zwei Mal bei Kommunalwahlen kandidiert.

Herr Scheunemann, Sie kandidieren am Sonntag für den Landtag. Warum glauben Sie, dass es diesmal besser läuft als bei der Bundestagswahl?

Günter Scheunemann: Schon die Bundestagswahl ist für die Freien Wähler nicht schlecht gelaufen. Wir konnten viele drängende Probleme – von der Wohnungsnot bis zur mangelnden Ausstattung unserer Polizeikräfte – thematisieren und uns mit den Bürgern darüber austauschen. Dass die Themen bei den Bürgern auf großes Interesse stoßen, zeigte sich nicht zuletzt im Wahlergebnis, welches die Freien Wähler zur stärksten außerparlamentarischen Opposition gemacht hat.

Sie haben in den vergangenen Jahren schon mehrfach Ihren Hut in den Ring geworfen – bei Kommunalwahlen, Landtags-, Bundestags- und auch bei Europawahlen. Kriegen Sie die ganzen Kandidaturen noch zusammen?

Scheunemann: Die Freien Wähler sind noch eine sehr junge Partei. Wir haben uns erst 2009 auf Bundesebene konstituiert. Seitdem nehmen wir auf allen Ebenen an Wahlen nicht nur in Niedersachsen teil. Jede dieser Wahlen wird von uns intensiv nachbereitet, sodass wir beim nächsten Bürgervotum unsere Vorstellungen von bürgernaher Politik zielgerichteter vertreten können. Insofern kann ich Ihnen über die doch recht beschauliche Anzahl der Kandidaturen lückenlos Zeugnis ablegen.

Warum versuchen Sie es eigentlich immer wieder?

Scheunemann: Weil die Probleme, welche mich zu meiner ersten Kandidatur bewogen haben, nach wie vor nicht gelöst sind. Noch immer wird über die Realitäten der Kommunen und Gemeinden Politik gemacht, welche dem Bürger vor Ort nicht zugute kommt. Die Parteien und Politiker, ob in Hannover, Berlin oder Brüssel, haben sich von den Belangen der Kommunen entfernt. Die Freien Wähler und ich als Direktkandidat für Rotenburg wollen genau dies ändern, und deshalb müssen wir dort mitwirken, wo die Entscheidungen getroffen werden.

Aber geklappt hat es bislang noch nie. Sind Sie vielleicht doch in der falschen Partei?

Scheunemann: Nein, auf keinen Fall. Ich möchte als Bürger Politik für Bürger machen. Mir geht es um Sachpolitik und nicht um Parteiideologie. Die Freien Wähler sind eine Bürgerbewegung und Sprachrohr der Bürger, zudem unabhängig von parteipolitischen und parteiideologischen Kämpfen wie zwischen der aktuellen Regierung und der CDU. Die Intrigen und Ränkespiele um die ehemalige Grünen-Abgeordnete Elke Twesten zeigen: Den etablierten Parteien geht es um Macherhalt – die Bürger sind ihnen egal.

Aber mal im Ernst: Sie engagieren sich intensiv bei den Freien Wählern. Wie erklären Sie sich, dass Ihre Arbeit und die der Freien Wähler insgesamt beim Wähler nicht auf fruchtbaren Boden fällt?

Scheunemann: Als junge Partei stecken wir in ganz Niedersachsen immer noch im Aufbau. Dort, wo wir auftreten und uns mit den Bürgern austauschen, erhalten wir viel positive Bestärkung. Unsere Themen sind für einen Großteil der Bürger anschlussfähig, allerdings sind wir leider noch zu unbekannt. Dies ist auch ein Grund, warum wir uns weiterhin an Wahlen beteiligen. Sie machen unsere Partei sichtbar und erhöhen die Aufmerksamkeit bei den Bürgern und den Medien.

Ist die Kandidatur von Ihnen am Sonntag die letzte?

Scheunemann: Auf der Ebene der Bundes- und Landespolitik kann ich die Frage nicht beantworten, da ich nicht in die Zukunft blicken kann. Es handelt sich hier ja um eine Zeitspanne von, sollte die Jamaika-Koalition Bestand haben, vier Jahren. Auch die nächste Landtagswahl in Niedersachsen wird ja erst wieder in ein paar Jahren stattfinden. Im Hinblick darauf kann ich mich noch nicht festlegen, dass erwähnte ich ja bereits. Auf der Ebene von Stadt- und Kreistagswahlen werde ich mich aber weiter am politischen Willensbildungsprozess beteiligen, da hier, so meine persönliche Auffassung, weiter Potenzial für die Freien Wähler besteht. Für mich ist es wichtig, dass eine unabhängige Kraft am politischen Geschehen auf diversen Ebenen partizipiert.

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