Verschiedene Zuständigkeiten beim Winterdienst

Radfahrer haben Probleme

Verschneiter Rönnebrocksweg in Rotenburg
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Große Vorsicht ist an Straßen wie dem Rönnebrocksweg für Fußgänger und Radfahrer geboten, denn die Wege sind nur teilweise geräumt.

Rotenburg – Bei Wind und Wetter fährt der Rotenburger Oliver Wekel mit dem Fahrrad zur Arbeit. Sein Weg führt unter anderem hinter dem Ronolulu vorbei, den Rönnebrocksweg und die Bremer Straße entlang und von dort auf den Radweg Richtung Sottrum, unter der Überführung Richtung Luhne entlang. Da er oft Nachtschicht hat, fährt er dann im Dunkeln. Das ist durch das Schneetreiben der vergangenen Tage nicht immer ganz einfach gewesen, da die Fahrradwege mitunter nicht geräumt worden sind. „Fünf Tage ist das her“, schreibt er der Kreiszeitung am Dienstag, an denen sich teils nichts getan habe – und ein Kollege bereits gestürzt sei.

Die Zuständigkeiten beim Winterdienst sind unterschiedlich verteilt: Im Stadtgebiet ist der Bauhof verantwortlich, um die Kreisstraßen kümmert sich der Landkreis, um die Land- und Bundesstraßen die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden – außer beispielsweise die Bundes- und Landstraßen durch Rotenburg, die räumt ebenfalls der städtische Bauhof. 

Wenn es schneit, sollten die Kollegen ab fünf Uhr spätestens unterwegs sein, berichtet Rotenburgs Bauhofleiter Heiko Hesse. Zwei Teams hat er wechselnd in Bereitschaft. Grundsätzlich sollten bis 8 Uhr die wichtigsten Straßen, Rad- und Gehwege zum Beispiel zu den Schulen geräumt sein. An schneereichen Tagen wie am vergangenen Wochenende könne das auch länger dauern. „Dann schaffen wir das nicht.“ Es gibt einen Prioritätenplan, an dem sich der Bauhof orientiert. Dieser Winterdienst wird jedes Jahr aufs Neue erstellt, an die Gegebenheiten angepasst. Muss der Bauhof nur streuen, sind das „Minutensachen“, muss geschoben und gekehrt werden, nimmt das mehr Zeit in Anspruch. Dafür sind elf Mitarbeiter mit drei Kleintraktoren, zwei Unimogs und zwei Transportern im Einsatz.

Der Luhner Weg ist geräumt und befahrbar. Aber an mancher Stelle auf dem Radweg Richtung Sottrum auf der anderen Seite der Bundesstraße müssen Radfahrer besonders gut aufpassen, vor allem nachts.

Er wundert sich aber, erzählt Wekel im Gespräch, dass dennoch Radwege teilweise nicht oder nur schlecht geräumt sind. Vor allem auf einem gut einen Kilometer langen Stück an der Bundesstraße entlang sei er teils gezwungen, auf die Straße auszuweichen – nicht ungefährlich. Zwar sei dort wohl schon mal geräumt worden, aber „eher halbherzig“. Zeitweise habe er sein Rad daher geschoben. Aber: „Das ist noch nicht mal möglich, da es ungleichmäßig gefroren ist. Deshalb weichen wir auf die Bundesstraße im Gegenverkehr aus, was mega gefährlich ist – das ist ein Problem.“ Er möchte Schaden abwenden, bevor er entsteht, sagt Wekel. Denn die potenzielle Unfallgefahr auf der Strecke sei hoch.

Einer seiner Kollegen, der mit dem Zug fährt und das letzte Stück ebenfalls mit dem Fahrrad zurücklegt, ist auf dem Abschnitt schon gestürzt. „Viele Menschen nutzen diese Strecke“, so Wekel. Davon zeugen Spuren im Schnee, auch Schleifspuren, „wo schon welche weggerutscht sind“. Und er kennt viele, die entweder aus finanziellen Gründen oder einfach, um der Umwelt etwas Gutes zu tun, das Auto stehen lassen – sie brauchen aber auch sichere Wege, zum Beispiel zur Arbeit.

Dass manche Straßen nicht oder später geräumt werden, liege an der Priorisierung. „Der größte Teil im Stadtplan ist weiß – das ist der Bereich, der nur geräumt wird, wenn der Bauhof die Zeit hat“, erklärt Uwe Knabe aus dem Verkehrsamt der Stadt. Rotenburg beispielsweise sei in verschiedene Farben eingeteilt, nach Vorrang. Dazu zählen nach den Hauptverkehrsstraßen die Erschließungsstraßen wie Berliner Ring oder Grafeler Damm.

So geht es kaum voran mit dem Rad - nachts auf dem Radweg an der B75.

Während die Bremer Straße und der Luhner Weg von der Stadt geräumt werden und befahrbar sind, ist der Radweg, der vor der Überführung abzweigt und an der Bundesstraße entlang führt, kaum befahrbar. Die Zuständigkeit liegt aber bei der Landesbehörde. Von dort gab es bis Mittwochnachmittag aber auf Nachfragen noch keine Antwort, wo und wann geräumt wird. „Der Radweg über Luhne ist für uns aber ein Umweg“, sagt Wekel.

In Wohnstraßen wiederum sind die Eigentümer dafür zuständig, die an ihr Grundstück angrenzenden Wege schnee- und eisfrei zu halten. Das sollte auch erledigt werden, erinnert Knabe. „Aus Haftungsgründen, denn das kann teuer werden.“ Ist der Frost zu stark, muss dazu gestreut werden – mit Split oder Sand, aus Umweltschutzgründen. Der Bauhof müsse aber, wenn es sehr vereist ist, Ausnahmen mit Salz machen, so Hesse – aber dann so wenig wie möglich. Bereiche wie Fußgängerüberwege oder Wege an Spielplätzen räumt ebenfalls der städtische Bauhof.

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