Sehr persönliche Gründe geben den Ausschlag / Bürgermeister findet es schade

Radtke legt sein Ratsmandat nieder

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Manfred Radtke

Rotenburg - Von Guido Menker. Manfred Radtke legt mit sofortiger Wirkung sein Ratsmandat nieder. Das steht in einem Schreiben, das er am Donnerstagvormittag bei Bürgermeister Andreas Weber (SPD) im Rathaus abgegeben hat. Radtke, seit 1985 Mitglied der Grünen und seit 1986 für die Partei im Rotenburger Stadtrat, hat sich aus sehr persönlichen Gründen zu dieser Entscheidung entschlossen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet.

Nach Ute Pommerien, Gisela Weiß-Jäger und Peter Jablonowski ist der 71-jährige Kommunalpolitiker bereits der vierte Grüne, der im Laufe dieser Wahlperiode vorzeitig aus dem Rat ausscheidet. Für Radtke wird nun aller Voraussicht nach Friedhelm Horn nachrücken. Der ist Lehrer am Rotenburger Ratsgymnasium und will seine Pflicht erfüllen, verbindet damit aber keine Pläne, sich langfristig in der Rotenburger Kommunalpolitik zu etablieren. „Ich werde bald 64 Jahre alt – da sind jetzt Jüngere gefragt“, so Horn. Zugleich merkt er an, dass er in den letzten Monaten bis zur Kommunalwahl am 11. September nicht in der Lage sei, mit so viel Engagement in die Ratsarbeit einzusteigen, wie es Manfred Radtke in den vergangenen Jahren vorgelebt habe. Horn: „Seine Leistungen sind wirklich bemerkenswert.“

Ganz ähnlich äußert sich auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Twesten aus Scheeßel: „Manfred Radtke hat ein besonderes Talent, die Finger gezielt in die Wunden zu legen.“ Radtke selbst weiß, dass er zu viel an sich herangezogen habe. „80 Prozent bei der Ratsarbeit und 80 Prozent in Sachen Umweltschutz – das ist zu viel“, sagt er. Aber ihm sei um die Grünen im Rat nicht bange. Im Gegenteil: „Wir haben wirklich eine tolle Truppe.“

Andreas Weber bedauert Radtkes Entscheidung: „Ich habe viel Verständnis und großen Respekt für die persönliche und schwere Entscheidung von Manfred Radtke. Er war für die Stadt Rotenburg ein engagiertes Ratsmitglied, das enorm viel für den Erhalt einer intakten Umwelt in Rotenburg gekämpft und bewirkt hat.“ Radtke sei für ihn in den vergangenen drei Jahren ein wichtiger Berater gewesen. Sein Mut, immer wieder begründet und hartnäckig kritische Anmerkungen zu machen, die vielen manches Mal nicht gefielen, sei hervorzuheben. Weber: „Ich hoffe, dass sein Abschied aus der Ratsarbeit nicht endgültig sein wird.“ Doch die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr sieht der Grüne selbst bei lediglich ein oder zwei Prozent.

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