Rotenburger ADFC-Chef relativiert Test-Ergebnisse

Prima Klima für Radfahrer?

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Die Beschaffenheit der Radwege ist in der Befragung ebenso ein Thema wie Sicherheit, Komfort und Infrastruktur. Die Stadt erreicht im Fahrradklima-Test landesweit Platz drei.

Rotenburg - Von Guido Menker. Im Vergleich zu anderen Städten gleicher Größe habe Rotenburg beim Fahrrad-Klimatest beachtlich gut abgeschnitten. Die Kreisstadt habe sich auch gegenüber der Aktion von 2014 verbessert, sagt Manfred Petersen, Vorsitzender des Rotenburger ADFC. Aber: „In den Bereichen, die Radfahrer als besonders wichtig erachten, sind die Noten am schlechtesten“, teilt Petersen in einem Schreiben an die Rotenburger Kreiszeitung mit.

Der ADFC hat im Herbst vergangenen Jahres auch in Rotenburg wieder am bundesweiten Fahrradklima-Test teilgenommen und die Bürger vor Ort befragt. Durch eine Zusatzfrage konnten die Teilnehmer die Bedeutung der einzelnen Fragen in der Auswertung gewichten. „Das Sicherheitsgefühl beim Radfahren und der Zustand von Radwegen sind Radfahrern besonders wichtig, aber genau in diesen Bereichen sind die Noten am schlechtesten“, berichtet Peters. Aspekte, die die besten Noten bekommen haben, spielten dagegen keine so große Rolle, wie die Erreichbarkeit des Stadtzentrums oder zügiges Radfahren. Auch das Kapitel Fahrraddiebstahl werde den Arbeitskreis Fahrradverkehr und die Stadtverwaltung intensiv beschäftigen müssen.

Rotenburg war in der Stadtgrößenklasse bis 50.000 Einwohner zusammen mit 363 anderen Städten ins Rennen gegangen und landete am Ende auf Platz 29. In Anlehnung an das Schulnotensystem hat die Stadt Rotenburg eine glatte 3 erreicht – befriedigend also. Ein Ergebnis, mit dem die Kreisstadt in Niedersachsen auf dem dritten von 37 Plätzen gelandet ist.

Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte in unterschiedlichen Systemen: Einerseits gibt sie Informationen über die Stärken und Schwächen im Vergleich zu ähnlichen Städten. Dabei fällt auf, dass die Rotenburger Ergebnisse bis auf zwei Ausnahmen – Fahrraddiebstahl und Fahrradmitnahme im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) über dem Durchschnitt in der Stadtgrößenklasse liegen. Beispiel: Die Werbung für das Radfahren wird in der Kreisstadt mit 1,7 Notenpunkten besser bewertet als im Durchschnitt. Auf den weiteren Plätzen in dieser Tabelle folgen die Fahrradförderung in der jüngsten Zeit, die Abstellanlagen sowie die Bewertung für das zügige Radfahren, Medienberichte sowie Reinigung und Winterdienst auf den Radwegen.

Eine zweite Ergebnistabelle befasst sich mit den Stärken und Schwächen im Vergleich der Fragen untereinander. In eben dieser Statistik landet die Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit der Note 1,8 auf Platz eins. Die schlechteste Note gab es für die Fahrradmitnahme im ÖPNV – die ist den Rotenburger Teilnehmern dieser Umfrage nur eine 4,2 wert. Recht weit unten landet auch die Bewertung der Ampelschaltungen für Radfahrer – mit einer 3,6. Das Sicherheitsgefühl erhielt eine 3,1.

Bürgermeister Andreas Weber (SPD) will sich am Donnerstag zu den Ergebnissen äußern.

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