Für Präsidenten, Minister und Bundeskanzler am Herd

Volker Bassen kocht für Deutschland-Team und findet Traumjob in Jugendwerkstatt

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Seine Schützlinge haben gute Arbeit geleistet: Spitzenkoch Volker Bassen wirkt zufrieden. Gleich kann der Tisch gedeckt werden – auch für die Mitglieder der Holzwerkstatt.

Rotenburg/Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Die Jugendwerkstatt in Weyhe (Kreis Diepholz) hat einen mehrfach ausgezeichneten und preisgekrönten Spitzenkoch verpflichtet. Der Visselhöveder Volker Bassen gehört dem „Culinary Team Germany“ an, einem Zusammenschluss aller ausgeschiedenen Köche der Nationalmannschaft. Durch sein Netzwerk hält er ständig Kontakt, um Trends mitzubekommen und für Charity-Veranstaltungen die Küche zu verstärken.

Bassen kochte bereits an Bord der legendären Gorch Fock und im „Haus des Gastes in Berlin“ unter anderem für Bundespräsidenten und andere Staatsoberhäupter sowie für Kanzler und Mitglieder der Bundesregierung. Seinen Traumjob fand der 42-Jährige aus Visselhövede allerdings erst vor einem halben Jahr bei der Diakonie Freistatt.

Kochen ist laut Bassen Kommunikation. Für ihn ist die Essenzubereitung im Trafo-Gebäude eine gute Gelegenheit, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus schwierigen sozialen Verhältnissen und Umfeldern eine Perspektive zu geben. Bassen leitet sie an, variantenreich Gerichte zu kreieren, und motiviert sie – ganz nebenbei – Praktika und eine Ausbildung anzugehen.

In jedem schlummert ein Talent

Wenn seine Magie Wirkung entfaltet und seine Schützlinge – wie zuletzt eine junge Frau – einen ähnlichen Weg einschlagen wollen, ist der Könner seines Fachs mit seinen Kontakten behilflich. Bassen will als leuchtendes Beispiel dafür dienen, wie man mit einem Hauptschulabschluss Karriere machen kann: Nach Beendigung der Lehre unweit seines Elternhauses und Meisterschule mit Diätkoch-Zusatzausbildung in Regensburg hatte er die Berechtigung, ein Studium wie Ökotrophologie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg anzugehen. Seine Botschaft lautet: In jedem schlummert ein Talent.

Ausbildung bei Prüser's Gasthof

Geboren 1975 in Rotenburg, merkte der Sohn einer Familie, die Milchkühe hielt, früh, dass es ihm Spaß macht, in Töpfen zu rühren. Den Karriereweg, der ihn rund um den Globus führte, hatte sein Ausbildungsbetrieb geebnet: „Prüser’s Gasthof“ in Hellwege. Sein damaliger Chef, Steffen Albert, war damals schon mehrfach durch die Innung prämierter Ausbilder, und der Gasthof zählte zu den besten Ausbildungsorten des Landes. Kochen, Kniffe, Ernährungslehre, Kalkulation, Service mit Stationen in anderen Betrieben bildeten die Basis. Ab dem zweiten Lehrjahr schickte der Ausbilder seinen ambitionierten Lehrling zu nationalen Wettbewerben. Dort schloss Bassen zur deutschen Jugendnationalmannschaft auf und ist bis heute Teil eines großen Netzwerkes. Es folgten zahlreiche internationale Wettbewerbe. Mit dem Team der Bundeswehr errang er sogar eine Goldmedaille.

Während seiner Zeit bei der Marine etwa an Bord der Fregatte Lübeck oder der Gorch Fock hatte der Experte des guten Geschmacks gelernt, auf kleinstem Raum – in einer Kombüse so groß wie das Büro der Jugendwerkstatt – für große Empfänge zu kochen. Für ihn sei es kein Problem, ein Mehrgänge-Menü auf Sterne-Niveau zu kreieren oder eine bodenständige Mahlzeit anzubieten. Seine Erkenntnis: Auch Bundesminister mögen – wie er selbst – deftiges Essen. Bassen berichtete, wie ein ehemaliger Verteidigungsminister in seiner Kombüse vorbeischaute und sich auf eine Mülltonne setzte. „Er half beim Kartoffelschälen, bis sein Schnitzel fertig war.“

Nun erlebt Bassen, wie seine Jugendlichen mit ihrer Arbeit anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern – die Magie wirkt.

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