Kunstverein und Werke präsentieren eine Einzelschau der Bilder von Meta Schillmann

Powerfrau Meta

Rainer Beßling (v.l.) führt ins Werk ein, Künstlerin Meta Schillmann lauscht überrascht mit Jutta Wendland-Park, Andreas Weber und Martin Vossmann.

Rotenburg – Meta Schillmann ist eine kleine, drahtige Frau voller Temperament, unerschöpflicher Energie und mit einer ganz besonderen Gabe. So beschreibt sie Jutta Wendland-Park, Geschäftsführerin der Rotenburger Werke, gleich in den ersten Sätzen ihrer Einführung zu dieser besonderen Ausstellung im Kunstturm, nachdem Peter Mokrus vom Kunstverein und Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber die überraschend vielen Gäste an diesem Freitagabend mit besonderer Freude begrüßt hatten.

Geboren 1944 in Polen, ist Meta seit 1951 Bewohnerin der Werke. Erst relativ spät in ihrem Leben hat sie angefangen, großflächig zu malen und hatte das Glück, ihre besondere Begabung in der Bildnerischen Werkstatt ausleben zu können. Seit etwa sieben Jahren malt sie fast täglich mit großer Energie und Freude mit den unterschiedlichsten Materialien. Immer wieder sind Betreuer und Freunde überrascht, wie sehr sie sich mit fröhlicher Geduld in ihre Bilder fallen lassen kann und unermüdlich ihre energischen Pinselstriche setzt. Martin Vosswinkel, Leiter der Künstlerischen Werkstatt und zweiter Vorsitzender des Kunstvereins, bekundet sein Erstaunen über ihre innere Kraft und Begabung, wenn er beispielsweise auf das großformatige Bild „Nr. 8141 im Format 180 x 240“ hinweist, das sie mutig in Angriff genommen hat und das ihre Körpergröße um ein Vielfaches überragt.

Als Rainer Beßling, Kunstkritiker und Kulturjournalist, dann eine detaillierte Einführung zu ihren Bildern gibt und über malerische Sprache, Farb-Form-Ereignisse, Vitalität und den atmosphärischen Gehalt von Farbe spricht, schaut die kleine Frau ihn scheinbar verständnislos an und und weist wortlos lächelnd mit ihren Händen auf ihre Bilder. Diese brauchen eigentlich keine Worte, sagt der ehemalige Kreiszeitung-Redakteur Beßling. Sie zeigten ihr intuitives, spontanes Vorgehen in einer lustvollen Umsetzung ihrer Weltbetrachtung. Sie habe ihre eigene malerische Sprache gefunden, in der sie bestimmte Muster und Kürzel verwendet, die der Betrachter vielleicht mit sturmgepeitschten Baumkronen, windbewegten Weiden oder glitzernden Wasserflächen assoziiert. Immer sei die Ausdruckskraft ihrer Bilder ein Ausdruck ihrer eigenen Realität, in der sich Kontrast und Harmonie gleichermaßen zusammen fänden. Ihre Farbmaterialien wie Ölkreide, Tusche oder Acrylfarbe lege sie oft in vielen Schichten übereinander. Ohne Scheu benutze sie auch verschiedene Malgründe wie Leinwand, Papier, Holz oder Karton und probiere immer neue Techniken aus, bis sie etwas findet, das ihrem Gestaltungsbegehren entspricht. Trotz ihrer immer wieder verwendeten Kürzel, wie kreiselnde oder gestrichelte Kringel oder in die vielfach übermalte Oberfläche gekratzte geradlinige Spuren, die tieferliegende Schichten freilegen, habe jedes Bild eine eigene Ausdrucksform, die von unbändiger Vitalität spricht. In der Ausstellung zeige sich, wie kraftvoll eine ursprüngliche Begabung auf den Sinn und die Bedeutung von Kunst als ein natürliches Bedürfnis aller Menschen hinweist, so Beßling.  hs

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