Suche nach Lösung für Planung des „Sparkassenhauses“

Die Post braucht noch einen Standort

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Die alte Postimmobilie wird zum „Sparkassenhaus“.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Zum Weihnachtsgeschäft 2019 soll die Rotenburger Innenstadt komplett verwandelt erscheinen. Dieses ehrgeizige Ziel verfolgt Stefan Kalt weiter. Beim Vorstandsmitglied der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde laufen die Fäden zusammen für den Um- und Neubau des „Sparkassenhauses“ am Standort der bisherigen Postimmobilie im Stadtkern. Allerdings verzögert sich die aktuelle Planung – für die Post wird noch nach einem neuen Zustellstützpunkt gesucht.

Ende des Jahres, so Kalt, will die Sparkasse den Bauantrag für das 15-Millionen-Projekt in bester Lage einreichen. Neue Gewerbeflächen, der Umzug der Pferdemarkt-Filiale ins Zentrum, Mietwohnungen und dazu ein Hotel – die Pläne sind seit Monaten bekannt. Kalt ist zuversichtlich, dass trotz noch fehlender Unterschriften das Projekt wie gewünscht umgesetzt werden kann. Momentan beschäftigt den Investor vor allem eine Frage: Wohin kann die Post mit ihrem logistischen Brief- und Paketzentrum ziehen?

Die Postbank soll mit ihrem Angebot und dem dazugehörigen Postschalter zwar im künftigen „Sparkassenhaus“ bleiben, das Verteilzentrum allerdings zieht aus. Wohin, ist noch offen. Die Sparkasse selbst tritt auch hier als Investor auf. Sie baut im Auftrag der Post den Zustellstützpunkt und vermietet diesen dann zurück. Kalt bezeichnet dieses Vorgehen als „alternative Anlageform“ für die Sparkasse, die sich in Zeiten von Nullzinsen nach neuen Geschäftsmodellen umschauen muss. Ähnlich sei man bereits in Kooperation mit der Polizei in Bremervörde vorgegangen. „Das passt auch zur Sparkasse“, sagt Kalt.

Logistikzentrum in der Innenstadt unzumutbar

Für das Logistikzentrum kommen aber keine Bestandsobjekte in der Innenstadt mehr infrage. „Das können wir keinem Anwohner mehr zumuten“, so Kalt. Die nächtliche Anlieferung per Lkw müsse in die Gewerbegebiete verlagert werden, diese dürften für die Zusteller aber auch nicht zu weit entfernt sein. Ideal wäre da wohl das Gewerbegebiet Hohenesch. Ob man dort bereits fündig geworden sei, verrät Kalt nicht. Nur soviel: „Wir hängen in den Details.“ Post-Sprecherin Maike Wintjen hatte zuletzt betont: „Wir suchen derzeit Räumlichkeiten für unseren Postbetrieb. Wenn wir umziehen, ist das auf Dauer, wir werden nicht an den bisherigen Standort zurückkehren.“

Auch alle weiteren Verhandlungen mit Mietern und Kooperationspartnern sind nach Angaben der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde auf einem guten Weg. Die bisherigen Mieter der Postimmobilie, ein Reisebüro und die Postbank, seien fest auch als künftige Mieter vorgesehen. Für die größeren, neuen Gewerbeflächen habe man bereits Partner gefunden, nur EWE kehre nicht mehr in das Haus zurück. Der dauerhafte Umzug des Telekommunikationsanbieters in die ehemalige „Ernsting’s Family“-Filiale quasi gegenüber an der Großen Straße wird bereits vorbereitet. Insgesamt 6500 Quadratmeter Nutzfläche wird das neue Sparkassenhaus bieten.

Hotel-Verhandlungen auf gutem Weg

Dazu kommt das geplante Hotel im hinteren Bereich auf dem bisherigen Parkplatz. Für dieses seien die Verhandlungen mit einem lokalen Investor ebenfalls auf einem guten Weg. Vorgesehen sei, dass die Gastronomie in dem 75-Betten-Haus im Drei-Sterne-Plus-Segment auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist und so den Bereich zur Nödenstraße belebt. „Eine sehr interessante Idee“, so Kalt.

Die Sparkasse selbst hat durch die Verlagerung ihrer Verwaltungsbereiche nach Zeven bereits Platz geschaffen am Pferdemarkt für den vorübergehenden Einzug der Polizei. Die soll mit der Sparkasse nach der Fertigstellung ins neue Gebäude ziehen. Die alte Zentrale gegenüber vom Rathaus soll dann zu Wohnraum werden. „Seniorengerecht“, heißt es. Die Bremer Residenz-Guppe, die aktuell beginnt, in „Reinekes Park“ an der Glockengießerstraße eine Wohnanlage zu bauen, hatte bereits Interesse signalisiert. Unternehmenssprecherin Frauke Meyenberg: „Es gibt Überlegungen für einen zweiten Standort in Rotenburg.“

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