Positive Bilanz bei Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande

Bauernhöfe wecken Landlust

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Sehen ihre Arbeit weiterhin gut aufgestellt: AG-Geschäftsführerin Elke Boggasch und die Vorstandsmitglieder Ute Mushardt (v.l.), Markus Meutstege, Martina Warnken, Lydia Albers und Michael Neukämper.

Lauenbrück - Fast jeder vierte Deutsche möchte in diesem Jahr seinen Haupturlaub im eigenen Land verbringen. Das will die Stiftung für Zukunftsfragen ermittelt haben. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Urlaub und Freizeit auf dem Lande dürfte es freuen, profitieren doch nicht zuletzt auch die in ihr organisierten Ferienhöfe von diesem Trend. 300 sind es niedersachsenweit, davon fünf im Landkreis Rotenburg. Vertreter aller Mitgliedsbetriebe waren gestern im Landpark Lauenbrück zu ihrer Jahreshauptversammlung zusammengekommen.

Ferien auf dem Bauernhof boomt – auch in Niedersachsen. Das belegen allein die Zahlen, die Elke Boggasch den Anwesenden präsentierte. Insgesamt zählte die AG-Geschäftsführerin mit Blick auf die zurückliegende Saison mehr als 820000 Übernachtungen auf, wobei die durchschnittliche Bettenauslastung in den in den Betrieben bei 157 Tagen lag. „Das ist ein prima Ergebnis und nochmals ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr“, kommentierte Boggasch. Seien bisher stets Familien die stärkste Nutzergruppe der Landurlaubsangebote gewesen, habe sich dieser Trend ihren Worten nach mittlerweile relativiert: So würden mit Blick auf die Buchungszahlen schon 50 Prozent Paare ohne Kinder ausmachen.

Um eben diese Zielgruppe anzusprechen, entwickelte die AG zahlreiche Angebote, darunter „Bett & Box“, das sich speziell an Reiter richtet, oder „Landreiselust“, das den Fokus auf bäuerliche Gärten und Parks richtet. „Wir haben in Sachen Inlandstourismus nichts, was es nicht gibt“, so Boggasch. Um allen Interessengruppen gerecht zu werden, hätten sich die Betriebe jeweils auf ein Angebot spezialisiert.

Auch barrierefreies Reisen würde seit dem vergangenen Jahr als Sonderwunsch bedient. „Landerlebnis alle(s) inklusiv?!“ heißt das vom Landwirtschaftsministerium geförderte Projekt. „Ziel ist es, Niedersachsens Ferienhöfe zu öffnen – für Menschen mit Handicap und für Menschen mit Migrationshintergrund beziehungsweise Urlauber aus dem Ausland“, erläutert die Geschäftsführerin.

Mehr als 40 Jahre nachdem die Arbeitsgemeinschaft in Bothel gegründet wurde – heute hat sie ihren Sitz in Verden – sei die Nachfrage so groß wie nie, meint Elke Boggasch. Daher wünsche man sich aus allen Winkeln Niedersachsens auch noch weitere Mitstreiter – auch aus dem Landkreis Rotenburg.

Der stünde nach Auskunft der Geschäftsführerin übrigens vergleichsweise „sehr gut da“. Die Gründe dafür seien unter anderem die zentrale Lage und die geografische Nähe zu Bremen und Hamburg. „Rotenburg ist durch die Autobahn schnell erreichbar, außerdem sind auch die Flughäfen nicht weit weg“, sagt sie.

Als „Rettungsanker“ in einer landwirtschaftlich schwierigen Situation ordnete die Bundesvorsitzende und Vorsitzende der AG, Ute Mushardt, den Landtourismus ein. „Unseren Ferienhöfen geht es wirtschaftlich heute deutlich besser, als jenen Betrieben, die nur auf Veredelung oder reine Produktion setzen“, will sie festgestellt haben. So habe man nicht zuletzt auch neue Arbeitsplätze schaffen können. Denn: „Ein gut funktionierender Ferienhof kann die Region befruchten, beispielsweise durch Kooperationen mit der ortsansässigen Gastronomie.“

Im Sinn habe sie das gemeinschaftliche Engagement für den ländlichen Raum – welches auch ein Stück Hilfe zur Selbsthilfe als gesellschaftspolitische Verpflichtung sei: „Gegen das Ausbluten der Regionen und für neue Perspektiven auf dem Land.“

lw

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