Polizei zieht Reißleine: Verschärfte Kontrollen und viele Aufklärungsaktionen

Bereits drei Tote bei Motorradunfällen

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Polizist Christoph Steinke ist von der steigenden Zahl der Verkehrstoten schockiert.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Der Polizist und Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Rotenburg, Christoph Steinke, ist schockiert: „Seit Beginn der ‚Motorrad-Saison‘ haben wir bereits drei Tote, die bei Motorradunfällen ums Leben gekommen sind, zu verzeichnen.“ Das sei im Vergleich zu den Vorjahren eine alarmierende Zahl. Dieses Phänomen sei nicht nur im Landkreis Rotenburg festzustellen, sondern auch andere Polizeiinspektionen der Direktion Lüneburg legten ähnliche Zahlen vor. Ein Grund mehr für die Polizei, auf diese oft vermeidbaren Unfälle mit verschärften Kontrollen und vielen Aufklärungsaktionen zu reagieren.

Steinke kennt die Gefahren im Straßenverkehr nicht nur aus der Sicht des Gesetzeshüters, sondern auch als Radfahrer, Fußgänger, Auto- oder Motorradfahrer. Die Anzahl von drei Motorradfahrern, die im Landkreis in Folge von Verkehrsunfällen ihr Leben verloren haben, sei entschieden zu hoch.

Alle Verkehrssicherheitsexperten der Polizeidirektion Lüneburg setzten sich am Dienstag an einen Tisch, um Wege zu finden, wie derartige Unfälle vermieden werden können. In einem Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung stellte Steinke einige Ergebnisse vor und gab wertvolle Tipps für die Teilnahme am Straßenverkehr. „Insgesamt haben wir in diesem Jahr einen erheblichen Anstieg an schweren Verkehrsunfällen mit Motorradbeteiligung festgestellt. Die Geschwindigkeit der Motorräder hat dabei immer eine Rolle gespielt. Zwar war sie nicht immer die Ursache für den Unfall, aber mit einer etwas niedrigeren Geschwindigkeit, wäre es vermutlich nicht zu den schweren Folgen gekommen“, erklärte der Verkehrssicherheitsexperte.

Die Alterstruktur bei den Unfällen geht von jungen Erwachsenen bis hin zu Senioren. Motorradfahrer werden oft von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen. Sie schätzten wiederum die Geschwindigkeit eines Bikers oft falsch ein, so Steinke. Die reine Anzahl der Unfälle mit Motorradfahrern sei statistisch gesehen eher gering. Das schlimme an der Sache aber sei, dass, wenn es zu einem Unfall kommt, dieser nie ohne Verletzungen abgehe.

Darum sein polizeiliche Appell an die Biker: „Macht euch deutlich kenntlich. Tragt Warnwesten, denn die Motorradkleidung ist überwiegend dunkel. Das Fahrlicht am Bike allein reicht nicht aus. Nehmt euch zurück und passt die Geschwindigkeit den Verkehrsverhältnissen an“, so der Polizist.

Wichtig sei auch ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Auto- und Motorradfahrern. Beide Seiten sollten ruhig einmal der Sicherheit wegen auf ein Vorrecht verzichten. Autofahrern rät er in der Sommerzeit zu besonderer Aufmerksamkeit. „Bei Überholvorgängen zum Beispiel sollten sie lieber zweimal schauen, denn die schmale Silhouette eines Bikers ist oft schwer wahrzunehmen“, so Steinke. Auf der anderen Seite sollte der Biker in solchen Situationen auch auf das Überholen verzichten. Durch verschärfte Geschwindigkeitskontrollen und Veranstaltungen mit Aufklärungsaktionen wollen die Gesetzeshüter die Unfallzahlen senken. „Wir empfehlen zudem ein Sicherheitstraining bei der Verkehrswacht“, so Steinke.

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