Eine Person will abhauen

Mehrere Corona-Fälle in Großfamilie: Landkreis lässt Quarantäne sichern

Die Polizei hat am Dienstag Coronatests gesichert.
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Die Polizei hat am Dienstag Coronatests gesichert.

Nach mehreren Corona-Fällen in einer Rotenburger Großfamilie spricht der Landkreis von einem kleinen Cluster. Am Dienstag musste die Polizei das Team des Gesundheitsamts bei seiner Arbeit schützen.

Update vom 25. November: Das Gesundheitsamt des Landkreises Rotenburg hat am Mittwoch 21 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit gibt es landkreisweit aktuell 191 Infizierte. Unter ihnen befinden sich auch 13 Mitglieder einer Rotenburger Großfamilie. Die hat das Gesundheitsamt – gesichert von der Polizei – am Dienstag in drei Wohnungen aufgesucht, um weitere 15 Personen zu testen. Diese Ergebnisse lagen bis Mittwoch allerdings noch nicht vor. Man erwarte allerdings weitere positive Fälle in dieser Familie.

Zu den Testungen ist es im Zuge der Nachverfolgung gekommen, die aufgrund der ersten 13 positiven Befunde erforderlich geworden war. Weil sich Teile der Großfamilie unkooperativ gezeigt hatten, sorgte die Polizei mit rund 20 Kräften für die Absicherung. Und doch hatte ein junger Mann versucht, sich aus dem Staub zu machen. Nach nur wenigen Metern allerdings stürzte er und verletzte sich dabei.

Sicherheitsdienst überwacht Einhaltung der Corona-Quarantäne

Nach einer Behandlung im Diakonieklinikum kehrte er mit Polizei-Begleitung wieder nach Hause zurück. Diese Wohnung – das hat das Gesundheitsamt angeordnet – wird nun bis zum Ende der auferlegten Quarantäne rund um die Uhr von einem Sicherheitsdienst bewacht. Die Kosten dafür trägt der Landkreis, so dessen Sprecherin Christine Huchzermeier.

Bereitschaftspolizisten aus Lüneburg sichern den Bereich um eines der Objekte ab, in dem Mitglieder einer von Corona betroffenen Großfamilie leben.

Insgesamt wurden bisher 1032 Corona-Fälle im Landkreis gezählt. 834 davon sind mittlerweile wieder genesen. 16 Betroffene befinden sich zurzeit in stationärer Behandlung. Die sogenannte „7-Tage-Inzidenz“ liegt für das gesamte Kreisgebiet bei 74 Neuinfektionen in Bezug auf 100.000 Einwohner. Bislang haben sich im Landkreis 549 Männer sowie 483 Frauen mit dem Virus angesteckt. Die meisten aktuellen Fälle gibt es in Rotenburg – hier sind es 82 Infizierte.

Mehrere Corona-Cluster im Landkreis Rotenburg bekannt

Mit Blick auf die vielen Fälle in einer Großfamilie spricht das Gesundheitsamt von einem „kleinen Cluster“ – eines von vielen, sagt Christine Huchzermeier. In der Samtgemeinde Fintel hat man es zurzeit mit zwei Fällen, in Scheeßel mit fünf, in Visselhövede mit acht, in Sottrum mit 16 und in der Samtgemeinde Bothel mit vier aktuell Betroffenen zu tun.

Die bislang am stärksten betroffene Altersgruppe sind die 20- bis 29-Jährigen mit zusammen 212 Fällen, gefolgt von den 50- bis 59-Jährigen mit 188 Fällen, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises. Zurzeit befinden sich rund 781 Kontaktpersonen in Quarantäne. Seit Ausbruch der Pandemie haben sieben Menschen im Landkreis durch oder mit Covid-19 ihr Leben verloren.

Ursprungsartikel vom 24. November: Mit Unterstützung von rund 20 Bereitschaftspolizisten aus Lüneburg laufen seit Dienstagvormittag Coronatests des Gesundheitsamtes in einer Rotenburger Großfamilie. Drei Objekte steuerten die Polizisten zusammen mit Mitarbeitern des Gesundheitsamtes an. Im Vorfeld dieses Einsatzes hatte sich eine Reihe von Coronafällen innerhalb der Großfamilie bestätigt, berichtete Landkreis-Sprecherin Christine Huchzermeier.

Ein Teil der Familienmitglieder steht unter Quarantäne. Weil sich die Familie in der vergangenen Woche bei der Nachverfolgung mit Blick auf weitere Tests unkooperativ gezeigt hatte, habe sich das Gesundheitsamt an die Polizei gewandt, so Polizeisprecher Heiner van der Werp. Die Großfamilie sei polizeilich bekannt. Und so habe man am Montag gemeinsam den Einsatz geplant. Im Laufe des Dienstagvormittags erwies sich der Besuch des Gesundheitsamtes in drei verschiedenen Wohnungen in der Kreisstadt als „unproblematisch“, erklärten van der Werp und Huchzermeier. Ein junger Mann allerdings wollte sich schließlich doch aus dem Staub machen – kam jedoch nicht weit. Nach nur 50 Metern holten ihn zwei der eingesetzten Beamten wieder ein und führten ihn zurück in das Haus.

Mit den Testergebnissen sei in ein oder zwei Tagen zu rechnen. Solange diese nicht vorliegen, sei auch noch nicht klar, ob sich hier ein neues Cluster ergibt, erklärte die Landkreis-Sprecherin. Heiner van der Werp spricht bei der polizeilichen Unterstützung von einer „reinen Vorsichtsmaßnahme“. Die Kollegen der Bereitschaftspolizei seien entsprechend geschult. In überwiegend weißen Schutzanzügen sicherten sie von außen die Objekte. Ob nun noch besondere Maßnahmen erforderlich sind, um die Quarantänebestimmungen in dieser Familie sicherzustellen, sei noch nicht entschieden, sagte der Polizeisprecher. Der Einsatz eines Sicherheitsdienstes oder gar eine Umzäunung der Objekte seien denkbar.

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