Politiker der Region blicken voraus

Die Wunschschlagzeile für das Jahr 2018

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Das neue Jahr hat gerade begonnen, die Politik erwacht aus der Festtagspause. Da bietet sich die Gelegenheit doch an, mal nach den kleinen und großen politischen Hoffnungen für 2018 zu fragen. 

Rotenburg - Von Michael Krüger. Auch nach dem Weihnachtsfest sind noch ein paar Wünsche offen. Das neue Jahr betreffend haben wir bei den Funktions- und Mandatsträgern aus der Region nach den großen und die kleinen politischen Schlagzeilen gefragt, die sie sich für das neue Jahr 2018 wünschen. Die sind mal ganz persönlich, mal für alle gedacht. Wie viele davon tatsächlich im Laufe der kommenden zwölf Monate auch in dieser Zeitung stehen werden, bleibt allerdings abzuwarten ...

Fracking im Bereich der Rotenburger Rinne verboten

Lars Klingbeil

Der neue SPD-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis, Lars Klingbeil, feiert 2018 nicht nur seinen 40. Geburtstag, sondern er denkt auch an die Region. Und die soll weiter vorankommen, betont der Munsteraner. „In den vergangenen Jahren wurde wieder in unsere Heimat investiert. Das soll so weitergehen. In den kommenden Jahren geht es für mich darum, dass wir den Grundwasserschutz bei der Erdgasförderung stärken. Deswegen diese schöne Schlagzeile. Die Krebshäufungen müssen weiter aufgeklärt werden und es müssen mehr Proben an den Förderplätzen entnommen werden.“ Aber auch die Mobilität auf dem Land sei eine wichtige Frage. Daher will Klingbeil zum Beispiel helfen, dass die Anbindungen an durch die Verkehrsverbünde HVV nach Hamburg oder den VBN nach Bremen verbessert werden.

Entlastung für junge Familien

Eike Holsten

Aus der Perspektive des jungen Familienvaters heraus plädiert der neue Landtagsabgeordnete Eike Holsten (CDU) aus Rotenburg für die Umsetzung der Beitragsfreiheit in Kindergärten, so wie im rot-schwarzen Koalitionsvertrag in Hannover verankert. Im Text müsste es dann dem Wunsch des Rotenburger CDU-Vorsitzenden zufolge so weitergehen: „Gute Nachrichten für junge Familien in Niedersachsen: Pünktlich zum neuen Betreuungsjahr übernimmt das Land Niedersachsen die Elternbeiträge für die Betreuung der Jüngsten im Kindergarten. Land und Kommunen konnten sich bereits zu Beginn des Jahres auf eine faire Kostenverteilung einigen, womit der Weg für diese Entlastung freigemacht wurde.“

Wegweisendes Konzept für die gesundheitliche Versorgung der Menschen im Großraum Zeven

Marco Mohrmann

Holstens Partei- und Landtagskollege aus der Region, der Kreis-CDU-Chef Marco Mohrmann aus Rhadereistedt, hat beim Blick auf 2018 vor allem die prekäre Situation der Ostemed-Kliniken im Blick – eine Aufgabe, die sich für ihn sowohl im Land- als auch im Kreistag stellt. „Die schwierige Situation für das Martin-Luther-Krankenhaus in Zeven ist gleichermaßen bedrückend für die Menschen in Zeven wie auch für die Mitarbeiter“, sagt Mohrmann. Wenn es nun gelänge, ein Konzept zu entwickeln, das fraktionsübergreifend anerkannt wird und vor allem für lange Zeit die Frage nach angemessener medizinischer Versorgung in Zeven beantworte, würde sein größter politischer Wunsch 2018 in Erfüllung gehen, sagt er.

Kommunen nutzen finanzielle Spielräume für flexiblere Kinderbetreuung

Jan-Christoph Oetjen

Wie sein Landtagskollege Eike Holsten schielt auch Jan-Christoph Oetjen (FDP) aus Sottrum als Familienvater auf bessere Kinderbetreuung. „Ich wünsche mir, dass die Landesregierung eine großzügige Lösung zur Abschaffung der Elternbeiträge findet, die die Kommunen nicht nur für den finanziellen Verlust entschädigt, sondern diese so entlastet, dass frei werdende finanzielle Mittel für verlängerte Öffnungszeiten und flexiblere Betreuungsmodelle in den Krippen und Kitas des Landkreises eingesetzt werden können“, so Oetjen.

Rotenburg wagt den Schritt in die Metropolregion Nordwest

Elke Twesten

Elke Twesten hat 2017 für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt, die jetzige CDU-Kreistagsabgeordnete aus Scheeßel richtet für das neue Jahr aber den Blick von sich zurück auf die Region. Für den Landkreis erhofft sie sich einen Beitritt auch zur Metropolregion Nordwest. Twesten: „Auch der Landkreis Rotenburg könnte von einer solchen Zusammenarbeit gerade mit Blick auf die Wissenschaftsstandorte Bremen und Oldenburg in nicht unerheblichem Maße profitieren, um genau jene Vernetzung voranzutreiben, ohne die im Wettbewerb der Regionen heutzutage nichts mehr geht.“

Flächendeckende Mobilfunknetze und Glasfaserleitungen in jedes Haus auch im ländlichen Raum bis 2025

Hermann Luttmann

Landrat Hermann Luttmann (CDU) hofft, dass der ländliche Raum überlebensfähig in Konkurrenz zu den städtischen Regionen bleibt. Und dafür brauche es schon bald Gigabit-Netze. Luttmann: „Die Breitbandinfrastruktur bietet die Chance, Leistungen, die sonst nur in größeren Städten zur Verfügung stehen, zumindest in einem gewissen Umfang auch im kleinsten Dorf anzubieten. Durch eine flächendeckende, hochleistungsfähige Versorgung kann die Chancengleichheit und Teilhabe gewährleistet werden.“

Kino kommt nach Rotenburg

Andreas Weber

Andreas Weber (SPD) hofft, einen alten Wunsch endlich realisieren zu können. Rotenburgs Bürgermeister sagt, dass es seit rund zwei Jahren einen Interessenten gibt, der ein Kino mit vier bis fünf Sälen bauen und betreiben möchte. „Allein uns fehlt ein Grundstück dafür in verkehrsgünstiger Lage in der Rotenburger Innenstadt.“ Er habe aber die große Hoffnung, dass sich ein bisher unbebautes Grundstück zum aktuellen Wert kaufen lasse, damit die Planungen dahingehend konkretisiert werden können.

Visselhövede ist am Zug

Ralf Goebel

Für Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel muss es in seiner Stadt vorangehen – in mehrfacher Hinsicht. Zum einen sei mit der Assoziierung Visselhövedes in das VBN-Tarifgebiet ein lang gehegter Wunsch Wirklichkeit geworden, alle Fahrgäste profitierten von den Vorzügen des Verkehrsverbundes. Zudem seien Planungen für die neue Bahnhaltestelle mit einem P&R-Bereich angeschoben, sodass sich für die Entwicklung der Gewerbe- und Wohngebiete zusätzliche Chancen ergäben. Zeitgleich liefen die Planungen für den Primar Campus: Neue Kita-Plätze entstehen, und die Teilsanierung der Kastanienschule beginnt. Das gemeinsame Handeln aller Ratsfraktionen zeigt Früchte, so Goebel mit Blick auf 2018.

Krieg und Gewalt in der Welt sind beendet

Käthe Dittmer-Scheele

„Ich wünsche mir ein bisschen weniger ,Ich zuerst’ und ein bisschen mehr ,Wir leben alle auf einer Welt’“, sagt Scheeßels Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU). Sie wirft den Blick 2018 auf eine der großen Fragen der Welt. Warum gelingt es nicht, Kriege, Konfliktherde und Gewalt in der Welt zu beenden? „Ich stelle fest, dass sich alle Menschen für sich und ihre Angehörigen wünschen, dass es ihnen gut geht. Keiner möchte Opfer werden. Viele Menschen, Organisationen und Staaten engagieren sich für die friedliche Beilegung von Konflikten“, sagt sie. Vielleicht wird das Patentrezept für Frieden in diesem Jahr gefunden? Es wäre eine fürwahr große Schlagzeile.

Die Grundsteinlegung für den Bau der Mensa am Gymnasium Sottrum ist erfolgt

Jürgen Schlusnus

Beim Gymnasium in Sottrum steht im Zusammenhang mit der Einführung der Ganztagsschule der Bau einer Mensa an. Der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Jürgen Schlusnus hofft diesbezüglich, dass die Gespräche mit dem Landkreis als Kostenträger positiv verlaufen.

Ursache für Krebserkrankungen gefunden

Tobias Krüger

Dirk Eberle greift als Samtgemeindebürgermeister für Bothel das auf, was die Region seit Jahren bewegt – aber zu großen Teilen weiterhin unbeantwortet ist. Woher rühren die erhöhten Blutkrebszahlen bei älteren Männern? „Die Sensibilität der Menschen ist gewachsen, die Geduld wird immer mehr strapaziert und das Thema ist so komplex und das Problem weiter ungelöst“, sagt Eberle. „Ich wünsche mir, dass die anstehenden epidemiologischen Untersuchungen zu den Ursachen führen, egal ob es die Klärschlammgruben, Erdgas-Förderanlagen oder irgendein anderer Auslöser ist, klar erkannt werden und ich mich umgehend um die Bekämpfung kümmern kann.“

Niedersachsen schafft Gebühren für alle Bildungseinrichtungen ab

Klaus Manal

Fintels Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger hofft, dass die Absicht der Regierungsparteien in Niedersachsen, die Kitaindergarten-Gebühren abzuschaffen, nur ein erster Schritt bleibt. „Vielmehr sollten alle Angebote in den Schulen für Schüler, Studenten und Auszubildende und deren Eltern kostenfrei sein.“ Auch Teilaspekte wie Ferienbetreuung und gesundes Mittagessen gehörten dazu. Es könne nicht sein, dass eine Samtgemeinde wie Fintel für den „Ganztag“ in den zwei Grundschulen und der Fintauschule 83 000 Euro aus eigenen Mittel aufwenden muss.

Kim Jong-un dankt ab

Dirk Eberle

Klaus Manal, der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Rotenburg, wünscht sich für 2018 eine weltpolitische Schlagzeile der besonderen Art. Sie ginge noch weiter mit „Das Raketen- und Atomprogramm Nordkoreas wird eingestellt, es wird kurzfristig mit der Aufnahme von Friedensverhandlungen gerechnet“. Nordkorea in Kombination mit Trump als US-Präsident – das bereite große Sorgen.

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