Politik will Antworten der Behörden zu erhöhten Krebszahlen

Aufforderung zum Handeln

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Nachdem bekannt geworden ist, dass auch in Rotenburg die Krebszahlen erhöht sind, wird fieberhaft darum gerungen, die Suche nach Ursachen zu forcieren.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Wie sind die deutlich erhöhten Krebszahlen bei älteren Männern in der Region zu erklären? Erst Bothel, jetzt Rotenburg, Auffälligkeiten auch in Sottrum – die Politiker aus der Region fordern Antworten. Die Suche nach den Gründen müsse intensiviert werden, Ressourcen dafür zur Verfügung gestellt werden, heißt es parteiübergreifend. Nur dem Verdacht auf einen Zusammenhang mit der Erdgasförderung wollen sich nicht alle Seiten anschließen.

Die CDU-Abgeordnete und Rotenburger Ratsvorsitzende Mechthild Ross-Luttmann hat sich mit ihrem Bundestagskollegen Reinhard Grindel in einem Brief an Landesgesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) gewandt und gefordert, dass die Ministerin qualifiziertes Personal nach Rotenburg abordnet. Der Landkreis selbst, an dessen Verwaltungsspitze bekanntlich Ross-Luttmanns Ehemann Hermann Luttmann steht, müsse bei der Suche nach den Ursachen personell unterstützt werden. „Die Auswertung der statistischen Angaben und die Befragung von erkrankten Personen kann nur von Ärzten durchgeführt werden. Damit kann der Landkreis nicht allein gelassen werden“, betonten die beiden CDU-Politiker in einem Pressestatement. Mit dem Landrat habe man über mögliche Konsequenzen gesprochen.

Einig sei man sich darin, dass nicht nur in Bothel, sondern auch in der Kreisstadt eine persönliche Befragung der Bürger durchzuführen ist. Und das erfordere eben Personal. Die Menschen im Landkreis Rotenburg wollten Antworten, die man ihnen unverzüglich geben müsse. Zwar dürfe keine Ursache derzeit ausgeschlossen werden, heißt es von der CDU, allerdings sei es auch nicht sicher, dass die Krebsfälle mit der Erdgasförderung oder der Verpressung von Lagerstättenwasser zusammenhingen.

Diesbezüglich werden andere deutlicher. Die Rotenburger SPD-Stadtratsfraktion forderte am Mittwoch ein „zielgerichtetes Handeln“, für das von den Verantwortlichen „die entsprechend erforderlichen Ressourcen“ bereitgestellt werden müssten. Es könne sich nicht um Zufälle handeln. Das sehen die Grünen genau so, werden aber noch konkreter. Die Landtagsabgeordnete Elke Twesten: „Angesichts der vielen Umweltprobleme der letzten Jahre im Zusammenhang mit der Erdgasförderung muss der Fokus der Untersuchungen vor allem darauf gerichtet werden, ob es einen Zusammenhang zwischen den Freisetzungen von Benzol, Quecksilber und anderen Umweltgiften mit der Krebshäufung gibt. Die Gesundheit der Menschen muss auf jeden Fall absoluten Vorrang vor den Profitinteressen der Erdgaswirtschaft haben.“ Und ihre Parteikollegin, Kreissprecherin Ursel Brüning-Wildhagen: „Da die Krebshäufung in Gebieten auftritt, in denen der Schwerpunkt der Erdgasförderung liegt, sollte diese bis zur Aufklärung des Sachverhalts eingestellt oder nur noch unter strengen Auflagen zugelassen werden. Insbesondere das offene Abfackeln und das Verpressen des giftigen Lagerstättenwassers sollten untersagt werden, bis zweifelfrei feststeht, dass ein Zusammenhang mit den hohen Krebsraten nicht besteht.“

mk

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