Tag der Courage an den BBS Rotenburg

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

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Auch Franco Salinasamaya bemalt Gehwegplatten mit Motiven gegen Diskriminierung an den Berufsbildenden Schulen.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Ein Zelt vor dem Haupteingang der Berufsbildenden Schulen Rotenburg (BBS). Davor gestapelte Gehwegplatten und im Zelt viele Behälter mit unterschiedlichen Farben. Einige Schüler haben sich bereits eine Platte geschnappt, hocken davor und beginnen, sie zu bemalen. So auch Franco Salinasamaya, Schüler der Fachoberschule Wirtschaft. Auf der Platte ist der Kopf eines Menschen mit weiß-grauen Haaren zu sehen. In dem Grau haben sich einige bunte Farbtupfer als Strähnen gefangen. Ein passendes Motiv für den gestrigen Tag der Courage gegen Rassismus, Extremismus und Gewalt an den BBS.

„Die Haare sind mein Symbol für das Altern der Menschen. Dabei spielt es keine Rolle, welche Nationalität diese Person hat – wir werden alle irgendwann graue Haare bekommen“, erklärt der Schüler auf die Frage der Rotenburger Kreiszeitung, was er mit dem Bild aussagen will. „Die bunten Strähnen stehen dafür, dass wir Akzeptanz zeigen sollten für die verschieden Rassen und Kulturen in unserer Welt“, sagt er und meint, dass jedes Volk seine Eigenart habe und dennoch alle gleich seien – beeindruckende Worte eines jungen Menschen, und dennoch sagen sie genau das aus, was in der Auftaktveranstaltung am frühen Morgen in der Aula der BBS Thema war.

Schüler der Berufsbildenden Schulen Rotenburg versammeln sich auf dem Schulhof und zeigen die Rote Karte – Platzverweis für Rassismus und Gewalt.

Schulleiter Wolf Hertz-Kleptow hatte die Gäste zur siebten Auflage des Tages der Courage begrüßt. Dank einer engagierten Schülervertretung dürfen die BBS den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ führen. Der Pate des Projekttages, Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD), äußerte sich zur aktuellen Einwanderungssituation und warnte davor, Flüchtlinge als Kriminelle vorzuverurteilen. Dazu nannte er einige Zahlen und Fakten, die eindeutig aufzeigten, dass eine Steigerung der Kriminalität durch die Aufnahme von Flüchtlingen in der Kreisstadt nicht stattgefunden hat.

Der stellvertretende Landrat Hans-Jürgen Krahn (v.l.), Bürgermeister Andreas Weber, Rigbe Grube und Polizist Christoph Steinke.

Als Pate übernahm Weber anschließend den Start des Sponsorenlaufs zugunsten der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ mit 98 Läufern. Dabei ist eine Summe von rund 3000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen. Die Vertreter der Schüler hatten sich einiges einfallen lassen, um Zivilcourage zu fördern und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft zu leisten. So hielt Rigbe Grube einen Vortrag über ihr früheres Leben in Eritrea, ihre Flucht und ihr Ankommen in Rotenburg. Das Erlernen der deutschen Sprache sei der Schlüssel für die Integration, sagte sie.

Anti-Rassismus-Projekt in Rotenburg

Vor der Schule trafen sich zudem Schüler und hielten Rote Karten in die Höhe, um dem Rassismus an den BBS Platzverweis zu erteilen.

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