Volkshochschule startet in das Herbstprogramm

Plan B tritt in Kraft

Der neue Flügel ist im Auditorium angekommen und VHS-Leiter Michael Burgwald freut sich bereits auf die ersten Pianisten, die ihn testen werden.
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Der neue Flügel ist im Auditorium angekommen und VHS-Leiter Michael Burgwald freut sich bereits auf die ersten Pianisten, die ihn testen werden.

Rotenburg – Das Herbstprogramm der Volkshochschule (VHS) soll mit insgesamt 260 Kursen und Veranstaltungen ab dem 7. September starten. Und doch gab es immer den „Plan B im Hinterkopf“, sagt Leiter Michael Burgwald. Und der tritt jetzt in Kraft, denn zum einen geben es die Raumgrößen nicht her, mit den gewohnten Teilnehmerzahlen zu agieren, zum anderen seien „viele Teilnehmer verunsichert“, so Burgwald im Auditorium des Kantor-Helmke-Hauses.

Dieser Raum ist es auch, der für einige Kurse gut genutzt werden kann, wie Gesundheitsangebote. Er bietet am meisten Platz, um Abstandsanforderungen gerecht zu werden. Trotzdem: Eine gute Handvoll Kurse werden jetzt schon gestrichen werden müssen, in denen zu viel Nähe herrschen würde. Da wäre als Beispiel das Schmuckschmieden zu nennen. Die Nachfrage ist für diesen Kurs stets groß, mit acht Teilnehmern ist er überschaubar. Aber: „Es wird viel gezeigt, das ist eine filigrane Arbeit“, merkt Burgwald an.

Bei anderen Kursen wird die Teilnehmerzahl begrenzt. In den Unterrichtsräumen im Kantor-Helmke-Haus könnten acht bis zehn Personen sitzen, im Auditorium können 14 Personen sein. In allen anderen Räumen geht es nach Größe. Verunsicherung müsse aber nicht sein, meint Burgwald. Für jeden Unterrichtsort gibt es ein festes Hygienekonzept. Im Kantor-Helmke-Haus herrscht strikte Maskenpflicht, die nur auf dem Platz abgelegt werden darf. In Situationen, in denen die Distanz verringert ist, kommt die Maske wieder auf. „Unsere Lehrkräfte sind gut eingewiesen.“ Er und sein Team raten aber Menschen mit schweren Erkrankungen von der Teilnahme ab.

Wirtschaftlich bedeute die Situation „enorme Einbußen“, verhehlt er nicht. Mit dem jährlichen Zuschuss für die VHS, „trifft es uns zwar nicht ganz so hart wie andere, wir sind nicht existenzbedroht“, so Burgwald. „Aber auch unsere Lehrkräfte hat es hart getroffen, sie waren plötzlich ohne Einnahmen. Deswegen hoffen wir, dass ein Großteil der Kurse stattfinden kann.“ Im Moment seien viele in einer Wartehaltung, spätestens eine Woche vor Kursbeginn müssen aber Entscheidungen her – dann zeigen die Anmeldezahlen, ob ein Kurs stattfindet. Jene, die sich kurzfristig entscheiden wollen, bittet Burgwald, sich anzumelden. „Auch, weil es bei der Vergabe der Plätze nach Eingang der Anmeldungen geht.“ In den Vorjahren hätten sich auch viele erst kurzfristig angemeldet, „aber in diesem Jahr ist es wesentlich stärker“.

In den Vordergrund gerückt ist die Digitalisierung. Erstmals sind Web-Vorträge im Angebot. Zwar ist sie bereits in den Entwicklungszielen vereinbart, aber Corona habe vieles beschleunigt. „Zu früh“, sagt Burgwald. „Wir müssen unsere Lehrkräfte schulen, selber lernen – das geht nicht in sechs Monaten.“ Er sieht darin aber auch Chancen und neue Ideen. „Es ist keine Lösung für alle Kurse, viele kommen wegen des sozialen Kontakts. Aber es gibt Bereiche, in denen es Sinn macht. Wir verlieren Nachwuchs, wenn wir uns da nicht weiterentwickeln.“

Auch im Kulturbereich startet die VHS durch: „Natürlich steht der Gesundheitsschutz an erster Stelle, aber auch die Künstler brauchen Auftrittsmöglichkeiten“, betont Burgwald. Zwar dürften derzeit nur 40 Menschen ins Auditorium, aber es sei notwendig, Veranstaltungen durchzuführen – zumal es im Herbst draußen schwierig wird. Dafür herrsche ein „striktes Regiment“: Maske auf, feste Plätze und mehr. Aber eben: „Auch mal wieder lachen“, meint Burgwald im Hinblick auf kommende Kabarettveranstaltungen.

Kultur trotz(t) Corona: Live-Kabarett im Kantor-Helmke-Haus

Das kulturelle Leben sollte nicht eingestellt werden, daher bringt die Volkshochschule (VHS) Rotenburg das Kulturprogramm in Schwung. Den Auftakt macht am Freitag, 11. September, der Gründer des Hamburger Alma Hoppe-Kabaretts Jan-Peter Petersen mit seinem neuesten Soloprogramm „Germany’s next Ex-Model“. Ab 20 Uhr tritt er im Kantor-Helmke-Haus auf. „Die Zuschauer erwartet ein Feuerwerk an Satire“, so die VHS. In seinem kabarettistischen Paralleluniversum zeige er sich als auslaufbasierter Überlebenskünstler, seziere amüsiert die Tagespolitik, werde als Futurologe zum Brecher seines eigenen Herzens. Karten zum Preis von 16 Euro gibt es nur im Vorverkauf in der Geschäftsstelle in einem stark begrenzten Kartenkontingent. Weitere Informationen gibt es unter der Nummer 04261/914512 oder im Internet unter www.vhs-row.de.

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