St. Petersburger Knabenchor läutet in der Stadtkirche die Adventszeit ein

Glockenhelle Stimmen

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Der St. Petersburger Knabenchor begeistert das Publikum in der Stadtkirche.

Rotenburg - Von Heidi Stahl. Unter dem großen Adventskranz in der Rotenburger Stadtkirche haben die 40 Sängerknaben in traditionellen schwarzen Anzügen mit dem schneeweißen Schillerkragen am Sonntagabend die erwartungsvollen Zuhörer schon mit ihrem ersten russischen Kirchenlied „Dobre Christov“ in eine vorweihnachtliche Stimmung versetzt.

Der Chorleiter und Pianist Wadim Ptscholkin hatte diesen Chor 1991 im ehemaligen Leningrad ins Leben gerufen, und heute ist daraus eine Chorschule für 400 Jungen im Alter von drei bis 18 Jahren geworden, die teilweise aus sehr armen Verhältnissen stammen und denen der Chor eine Chance für Ausbildung und Lebensperspektive bietet. 40 von ihnen, im Alter von neun bis 18 Jahren, gehen jedes Jahr auf Konzertreise, um die materielle Existenz der Chorschule zu sichern und mit ihrer Musik die Menschen zu begeistern. Rotenburgs Kantor Karl-Heinz Voßmeier freute sich, dass der St. Petersburger Knabenchor mit seinem brillanten musikalischen Können schon im zweiten Jahr in der Stadtkirche gastierte.

Die glockenhellen Stimmen der jungen Sänger hatten spätestens bei den „Abendglocken“ die Herzen der Zuhörer erobert. Vorweihnachtliche Ergriffenheit breitete sich bei Schuberts „Ave Maria“ und dem französischen „Les anges dans nos campagnes“ (die Engel auf dem Felde) aus, und die vielen Zuhörer belohnten die Sänger immer wieder mit langanhaltendem Applaus. Mit voller Kraft erschallte „O Fortuna“ aus Carl Orffs Carmina Burana und erfüllte den ganzen Kirchenraum. Doch nicht nur die ernste und getragene Musik kam zu ihrem Recht.

Bei dem südafrikanischen „The lion sleeps tonight“ imitierten die jungen Sänger neben dem lautmalerischen „wimoweh“ Tierstimmen und Dschungellaute mit sichtlicher Begeisterung und ließen durchblicken, dass hinter diesen ernsthaften und disziplinierten kleinen Sängern doch auch richtige Lausbuben steckten. Händels jubelndes „Halleluja“ ließ den vollen Klang aus vierzig Kehlen in das hohe Kirchenschiff aufsteigen und die Kraft dieses Gotteslobes spüren. Nach der Zugabe von „Viva la Musica“ forderte Vadim Ptscholkin die Zuhörer auf, mit dem Chor zusammen das deutsche Weihnachtslied „O du fröhliche“ zu singen, was erfreut aufgenommen wurde. Mit diesem volltönenden Klang des Chores und den vielen Stimmen aus dem Kirchenraum endete das Konzert am ersten Advent in der Stadtkirche.

Heute gastieren die jungen Sänger ab 19.30 Uhr in der Kirche in Düshorn bei Walsrode, Sonntag ab 19 Uhr in Sittensen.

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