Predigen ist auch Kunst

Pastor Florian Schwarz tritt beim Bremer „Preacher-Slam“ auf

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Pastor Florian Schwarz tritt beim Bremer „Preacher-Slam“ auf.

Rotenburg - Von Farina Witte. Für Pastor Florian Schwarz aus Rotenburg ist der Auftritt am Freitagabend beim „Preacher-Slam“ in der evangelischen Bremer Kulturkirche St. Stephani eine neue Erfahrung. „Ich bin das erste Mal bei diesem Format dabei und habe auch noch nie zugeguckt“, erklärt er und ergänzt, dass er gerne neue Genres ausprobiert.

Auch seine Konkurrenten Ragna Miller aus Bremen, Inga Meißner aus Lübeck, Tom Herter aus Osnabrück, Christian Lerch aus Solingen und Frauke Hayungs aus Hagen-Vorhalle kennt er nicht. „Slams“ sind eine immer beliebtere Veranstaltungsform, bei der die Teilnehmer ihr Publikum von ihrem Bühnenauftritt überzeugen müssen. Beim „Poetry-Slam“, den es schon seit einigen Jahren gibt, tragen die Teilnehmer freie Texte und Gedichte vor. Dann gibt es noch „Science-Slams“, bei denen die Wissenschaftler komplizierte Themen möglichst einfach auf der Bühne erklären müssen. Nun treten auch Pastoren auf der „Slam“-Bühne gegeneinander an und lassen das Publikum bewerten, wer die beste Predigt abgeliefert hat.

„Ich sehe das auch als schriftstellerische Tätigkeit“

„Ich denke, die Idee dieses Formats ist es, dass es auch für Leute interessant ist, die sonst vielleicht nicht so viel mit der Kirche zu tun haben“, meint der Pastor. Für den heutigen Auftritt musste er zwei Texte vorbereiten. Der erste Vortrag sollte zum Thema Luther sein. „Ich habe auch Anregungen aus der Ausstellung im Rudolf-Schäfer-Haus mit aufgenommen“, so Schwarz und verrät noch: „Kürzlich habe ich eine Messe zum Thema Sicherheit im Internet besucht, das findet sich ebenfalls wieder.“ Falls er mit diesem Text eine Runde weiterkommt, muss er noch einmal mit einer weiteren Predigt auf die Bühne.

Predigen und „Slam“, das passe durchaus gut zusammen. „Ich sehe das auch als schriftstellerische Tätigkeit“, sagt Schwarz über den Teil des Gottesdienstes. Wenn er einen Predigttext schreibt, achtet er besonders darauf, dass ihn das Thema selbst interessiert oder in der Woche bewegt hat. „Das, was die Menschen unbedingt angeht“, betont er. Und: „Es sollte möglichst aktuell sein.“ Deshalb schreibe der Pastor die Texte meistens erst kurz vor dem Gottesdienst. Die Themen, die er auswählt, sind oft auch außerkirchlich relevant. „Ich mag die Form“, meint Schwarz. Man könne seinen Zuhörern die Themen ernsthaft und unterhaltsam zugleich näher bringen. Über die Form lasse sich auch Spannung erzeugen, wobei er versuche, sich kurz zu halten. „Meine Predigt geht meistens so zwölf Minuten“, schätzt der Pastor.

Die Texte für den „Preacher-Slam“ vorzubereiten, war für ihn einerseits eine Herausforderung, da er nicht genau weiß, was ihn erwartet, andererseits habe er sich kreativ etwas mehr ausleben können. „Bestimmte Themen können in der Predigt nicht umgesetzt werden.“ Neue Elemente lässt er gerne in seine Arbeit einfließen. Zu einigen Samstagsgottesdiensten hatte er schon ein Theater, eine Rockband oder auch einen Pyrotechniker zu Gast. Nur den Sonntagsgottesdienst hält er lieber klassisch. „Das funktioniert so einfach am besten.“

Der Bremer „Preacher-Slam“ beginnt Freitagabend um 19.30 Uhr. Die Moderation übernimmt Sebastian Butte vom „Slammer-Filet Bremen“.

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