Parteiverbände in Rotenburg und im Heidekreis bleiben gelassen

Grindel-Nachfolger gesucht

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Dieses Bild könnte seltener werden: Reinhard Grindel als Redner bei einer CDU-Veranstaltung in der Region.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Der Wahlkreis 35 verliert womöglich schon in absehbarer Zeit einen Abgeordneten in Berlin. Bislang vertritt Lars Klingbeil (SPD) gemeinsam mit Reinhard Grindel (CDU) die Region Heidekreis und Altkreis Rotenburg im Bundestag. Da der Rotenburger Grindel allerdings bekanntermaßen auf dem Weg an die DFB-Spitze ist, stellt sich schon jetzt die Frage nach einer möglichen Nachfolge.

DFB-Präsident und Bundestagsabgeordneter gleichzeitig? Das schließen nicht nur die politischen Mitstreiter aus, sondern auch Grindel selbst.

Nach der Entscheidung zur Kandidatur am Dienstag sagte Grindel auf Nachfrage: „Wenn ich zum DFB-Präsidenten gewählt werde, lege ich mein Mandat nieder.“ Frankfurt statt Berlin also. Schon in den vergangenen Tagen wurde kontrovers diskutiert, ob die Rolle eines Fußball-Lobbyisten mit der eines unabhängigen Volksvertreters vereinbar ist, insbesondere in Zeiten der größten Affäre des weltweit größten Fußballverbandes. Grindel ist aktuell stellvertretender Vorsitzender des Bundestag-Sportausschusses und DFB-Schatzmeister.

2017 wird regulär ein neuer Bundestag gewählt. Legt Grindel, wie er selbst sagt, bei einer möglichen Wahl zum DFB-Präsidenten im Frühjahr 2016 sein Mandat sofort nieder, steht der Wahlkreis zunächst hinten an – die CDU-Landesliste entscheidet, wer seinen Platz einnimmt. Nachfolgerin wäre dann Kathrin Rösel. Die 44-Jährige arbeitet derzeit als Erste Samtgemeinderätin in Wesendorf im Landkreis Gifhorn.

Und für die kommende Bundestagswahl? Auf Nachfrage bestätigen die beiden CDU-Kreisvorsitzenden Hans-Heinrich Ehlen (Rotenburg) und Gerd Engel (Heidekreis), dass die Frage mit Grindel bereits Ende Oktober erörtert worden sei – als mögliches Szenario. Da es aber vor März keine Entscheidung gäbe, „machen wir uns noch keinen Kopf“, so Engel. „Er ist und bleibt unser Abgeordneter in Berlin“, so der CDU-Chef aus Munster am Dienstag.

Ehlen sagte, er wisse noch nicht, „ob sich Personen warmlaufen“. Aber er sei sich sicher, dass es ausreichend geeignete Interessenten, weiblich wie männlich, in den beiden CDU-Kreisverbänden gibt. Eine Wahlkreismitgliederversammlung müsste sich dann vor der nächsten Bundestagswahl auf einen oder mehrere Kandidaten einigen. „Aber noch sind alle Namen für die Nachfolge Spekulation“, sagt Ehlen, um diese Debatte gar nicht erst in Gang kommen zu lassen.

Der Rotenburger CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Ehlen war es auch, der Grindel einst entscheidend mit in den Wahlkreis gelotst hatte. 2002 und 2005 ist Grindel als Nachfolger von Carl-Detlev von Hammerstein über die Landesliste in den Bundestag eingezogen. 2009 und 2013 konnte er den neu zugeschnittenen Wahlkreis jeweils als Direktkandidat gegen Klingbeil für sich entscheiden.

Der SPD-Koalitionskollege gratuliert Grindel zur Nominierung: „Den WM-Skandal aufzuklären, wird eine sehr anstrengende Aufgabe.“ Klingbeil werde sich, möglicherweise bald als „Einzelkämpfer“, weiter darauf konzentrieren, das Bestmögliche für den Wahlkreis zu erreichen.

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