Konzept der Pop-Up-Gastro begeistert beim „Dinner Anno 1920“ die Gäste

Pappardelle zum Paillettenstirnband

Ausgezeichnetes Essen und dazu der Flair der beswingten 1920er-Jahre. Das Konzept derPop-Up-Gastro kam bei den Gästen gut an. - Foto: Heyne

Rotenburg - Aus der unscheinbaren Fabrikhalle am Ende des Gewerbegebiets dringen leise Klavierklänge – zunächst eine verswingte Improvisation, dann erkennt der Zuhörer „Bei mir biste scheen.“ Geschirr klappert, dazu angeregtes Gemurmel. Die Tür der Stahlblechkonstruktion steht einen Spalt offen. Im Eingangsbereich: Samtschwarz verhangene Stehtische, Kerzen, dezent illuminierte Wände.

Hinter einem großen, schwarzen Vorhang tobt das Leben: Lange rustikale Holztische, auf den Leder-Swingern Damen und Herren in Abendkleidung, viele im Stil der 20er Jahre. Das „Dinner Anno 1920“, das dort an zwei Wochenenden zelebriert wird, ist im vollen Gang: Fingerfood, Minestrone und hausgemachte Papparadelle mit frischen Trüffeln, Rinderfilet und Panna Cotta.

Dazwischen: Malte Holsten und Philipp Landschof. Beiden steht der Stolz ins Gesicht geschrieben. Und das kann er auch. Was der Gastronom und der „Soundpatrol“-Mann mit dem in Rotenburg neuen Konzept „Pop-Up-Gastro“ ins Leben gerufen haben, „das hat es hier im Kreis noch nicht gegeben“, stellt Hans-Ludger Körner fest, heute Abend mit Frau und Freunden Gast der außergewöhnlichen Sause. „Toll, dass es so etwas auch mal jenseits der Städte wie Hamburg oder Bremen gibt“, meint der Sittenser. Seine Frau rückt das paillettenbesetzte Federstirnband zurecht, eigens in Hamburg gekauft. „Solche Scheußlichkeiten hat man ja nicht im Kleiderschrank“, so der Gemahl mit Blick auf den weißen Filzhut vor sich auf dem Tisch.

Auch an diesem Abend, wie am vergangenen Wochenende, ist mehr als die Hälfte der Gäste stilvoll gekleidet. So auch Birgit Große und ihre Freundin Doris Frankenstein. Beide sind angetan – nicht nur vom Konzept, vom Essen und dem stimmigem Ambiente –, sondern auch, weil die beiden ehemaligen Bothelerinnen bereits beim Aperitif alte Bekannte getroffen haben. Zwischen den Gängen wird geraucht, einige scharen sich ums Klavier. „Kannst du auch Gershwin?“, fragt eine Dame den Pianisten, und der will wissen: „Möchten Sie etwas Bestimmtes?“

Ein Herr nimmt Landschof beiseite: „Was war denn das Nest neben dem Rind?“ „Frittierte Zwiebel“, erläutert Landschof, und nimmt sich Zeit für einen kulinarischen Exkurs. Der Abend läuft.

Dabei sah es bei dem Projekt, das dem ehemaligen Veranstaltungsplaner des Bremer Parkhotels am Herzen liegt, am Anfang nicht unbedingt rosig aus: Die Anmeldungen unter der Woche waren so spärlich, dass die Veranstalter sich auf die Wochenenden beschränken – Branchenkenner Landschof ist trotzdem zufrieden: „Unsere Hüttensause hat auch mit 40 Gästen angefangen!“ Für ihn steht fest: Das Konzept der Pop-Up-Gastro kommt an – „und wir machen weiter. Genau so, aber natürlich ganz anders!“

hey

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