Sim Panse alias Simeon Buß ist Sieger der „WortFASSetten“ im Schmidts

Lässiger Auftritt überzeugt

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Sim Panse alias Simeon Buß hat das Schmidts gerockt.

Rotenburg - Von Bettina Diercks. Der Bremer Sim Panse alias Simeon Buß hat am Sonntag den Poetry Slam „WortFASSetten“ im Schmidts in Rotenburg für sich entschieden. Der Dichterwettstreit feierte seinen zweiten Geburtstag. Elf Teilnehmer traten gegeneinander an.

Der Blick hinter die Kulissen wirkte dabei allerdings immer sehr harmonisch, so dass von „gegeneinander“ kaum gesprochen werden kann. Dort wurde gealbert, gefachsimpelt und geschrieben. Vor allem Sim Panse war dabei zu beobachten. Der verriet bei seiner Zugabe, dass er während seiner Vorträge auf neue, mitunter verquere Gedanken kommt. Erster Eindruck: ziemlich lässig. „Moin.“ Pause. „Geht’s euch gut?“ So begann der Bremer. Als vierter Starter ist er der erste, der seinen Text frei vorträgt und das Mikro aus dem Ständer nimmt. Beides hat seinen Charme, vermittelt Selbstbewusstsein und Textsicherheit. Einziger Schwachpunkt in seinem Beitrag „Stellt euch mal vor“ ist der Begriff „super GAU“. Wie kann der „größte anzunehmende Unfall“ zu einem „super“ werden?

Nichtsdestotrotz überzeugte Sim mit Tiefsinn und Wortspielereien zu gesellschaftlichen Problemen, unterstrichen mit Gestik, Mimik und, ja, auch fliegender Spucke. Im Finale, in das er mit unschlagbaren 60 Punkten einzog, punktete er mit dem kleinen Rüdiger, dessen Angstgegner der Opidick ist, den er als Seeräuber bekämpft, aber nicht besiegt. Er verschließt seine Kinderseele und sein Herz immer weiter, bis die Freude erlischt und die Pein überhand nimmt.

Mit Sim Panse ins Finale zogen Eva Matz (Bremen, 54 Punkte) und die Rotenburgerin Conni Fauck (53 Punkte) ein, beides „Wiederholungstäterinnen“ im Schmidts. Fauck nahm das Publikum erneut mit in ihre Gedankenwelt. Wenn Stille zu still ist und Lärm zu laut, sie sich dann zurückzieht aufs Dorf und in Kindheitserinnerungen schwelgt: Das dürfte einigen bekannt vorgekommen sein.

Matz, wie immer auf Socken, kehrte ebenfalls ihr Innerstes nach außen und holte mit „Mein Lieblingsfehltritt“ die Finalpunkte. Dort blickte sie auf ihre offenbar schreckliche Zeit als Au-pair in Andalusien. Eine tiefgreifende Erfahrung: Matz schien mit den Tränen zu kämpfen, als sie von der Bühne ging. Vorher kritisierte sie noch die Organisatoren, dass die Slammer in Gruppen starteten: „Dann würde Annika hier auch noch mal stehen.“ Damit meinte sie Stargast Annika Blanke (Oldenburg), die 59 Punkte in der Vorrunde erreichte, aber mit Sim in einer Gruppe war. Die Autorin ist in Norddeutschland eine erfolgreiche Slammerin. Stets tritt sie mit kuriosem Witz auf, erzählt aus dem Alltag, Geschichten etwa von einem perfekten Tag, den jeder einmal haben möchte. Sim Panse holte Annika Blanke nach seiner Zugabe als Sieger auf die Bühne, damit sie ebenfalls noch einmal zu hören war.

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