Bürgerinitiativen wollen am Sonnabend in Rotenburg Zeichen setzen

Ostermarsch gegen Gasbohren

Klaus Brunne (Wittorfer Bürger für Umwelt und Gesundheit, v.l.), Jochen Richert (Bürgerinitiative gegen Gasbohren) und Andreas Rathjens (Netzwerk Sauberes Trinkwasser) organisieren die Demonstration in Rotenburg. - Foto: mk

Rotenburg - Andreas Rathjens geht es nicht um Kleinigkeiten, er denkt ans große Ganze: „Die Leute verteidigen ihre Heimat!“, sagt der Landwirt aus Groß Meckelsen. Fracking, Erdgas- und Erdölförderung, Bohrschlamm – Rathjens ist einer von denen, die bei diesen Themen als Sprecher der hiesigen Bürgerinitiativen immer wieder öffentlich auftreten. Genau wie Jochen Richert aus Hassendorf. Gemeinsam werben sie nun für den „Rotenburger Ostermarsch gegen Gasbohren“, den Richert als Sprecher der BI gegen Gasbohren im Landkreis Rotenburg angemeldet hat.

„Es ist Zeit, dass die Menschen aufwachen“, sagt Richert, vor allem auch in Rotenburg müsse es doch angesichts der hier ebenfalls erhöhten Krebszahlen einen viel größeren Aufschrei geben als bislang. Der soll nun am Sonnabend zu vernehmen sein. „220 Ärzte sorgen sich“, so Richert. Die Bürger sollten es auch tun. Rathjens: „Der Staat hat in dieser Sache versagt, deswegen müssen wir Bürger selbst aktiv werden.“

Richert hat mit seinen Mitstreitern ein knappes Dutzend Bürgerinitiativen aus dem Landkreis Rotenburg, aus Nienburg, Heidekreis und Verden zusammengetrommelt, dazu den Naturschutzbund Rotenburg, Campact und Politiker. Sie alle wollen gemeinsam zeigen, „dass die Menschen in Sorge sind“, so Rathjens. „Hier wird nur noch gezogen und ausgebeutet.“ Zu den Konzernen Dea und Exxon gebe es keine gute Nachbarschaft, keinen Dialog, kein Entgegenkommen. Richert: „Unsere Demonstration ist eine gute Möglichkeit, dass jeder seiner Wut und seinem Unverständnis Ausdruck verleiht.“ Da habe sich in der Vergangenheit viel angestaut – und das lasse sich in der Frage zusammenfassen, die auf einem fünf Meter breiten Transparent am Sonnabend zu lesen sein wird: „Menschen opfern ihre Gesundheit – wofür?“

Geplant ist, dass sich der Demonstrationszug gegen 11 Uhr an den Berufsbildenden Schulen an der Verdener Straße in Bewegung setzen wird. Über die Verdener Straße, Gerberstraße, Mühlenstraße, Gothestraße, Am Wasser und die Große Straße geht es zum Neuen Markt zur Abschlusskundgebung. Dort ist ab 13 Uhr Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) als einer der Redner geplant. Zudem stehen der Bundestagsabgeordnete Herbert Behrens (Linke), Kathrin Otte (Gemeinnütziges Netzwerk für Umweltkranke), die Landtagsabgeordnete Elke Twesten (Grüne), Umweltmediziner Matthias Bantz und Volker Fritz (Gegen Gasbohren) als Gäste auf der Bühne. Die Moderation übernimmt Heinz-Hermann Gerke aus Wittorf. Aber auch Betroffene aus den „Krebs-Regionen“ sollen zu Wort kommen, heißt es von Organisator Richert. Es sei keine Parteiveranstaltung irgendeiner Art, betont er – sondern stehe ausdrücklich allen Bürgern offen, die sich wegen der im bekannten „schleichenden Prozess“ eingestellten Zustände sorgen. Richert rechnet mit mehreren hundert Teilnehmern.

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass es wegen des Demonstrationszuges zu Behinderungen kommen kann. Die Verdener Straße wird stadteinwärts zeitweise gesperrt, auch die weiteren Straßen der geplanten Route werden vorübergehend nicht befahrbar sein. - mk

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