Ostemed: Warnung vor Zevener Überlegungen/Kreistagssitzung am 8. Oktober

Betriebsrat fordert den Erhalt der Einheit

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Das Bremervörder Krankenhaus (Foto) und das Martin-Luther-Krankenhaus in Zeven bilden derzeit in der OsteMed GmbH eine Einheit. In Zeven gibt es jetzt allerdings Überlegungen, die dortige Klinik als eigenständiges Unternehmen zu führen.

Bremervörde - Von Rainer Klöfkorn. Die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen der Ostemed GmbH müssen als Einheit bestehen bleiben. Diese Forderung hat der Betriebsrat der Gesellschaft noch einmal erneuert. Hintergrund: In Zeven gibt es Überlegungen, das Martin-Luther-Krankenhaus (MLK) als eigenständige Einrichtung zu übernehmen und weiterzuführen. Auch Landrat Hermann Luttmann (CDU) warnte in einem Pressegespräch davor, derartige Pläne weiter zuverfolgen.

Angeblich soll in Zeven an einem Konzept über eine kommunale Trägerschaft des MLK gearbeitet werden. Daran beteiligt sein soll ein kleiner Kreis aus Ärzten, Unternehmern, Bürgern und Mandatsträgern. Angedacht sei ein Modell, bei dem sich Unternehmen und Bürger der Stadt finanziell erheblich für ihre Klinik einbringen. Auch sei die Suche nach einem Partner scheinbar ein Thema.

Landrat Luttmann bringt kein Verständnis für derartige Überlegungen auf: „Mir kommt es so vor, als klammert sich Zeven an jeden Strohhalm. Ist der eine abgenagt, kommt der nächste an die Reihe.“ Er warne davor, die Beschlussfassung über die Zukunft der beiden Krankenhäuser durch derartige Überlegungen zu verzögern: „Wir wollen eine schnelle Lösung – auch im Interesse der Patienten und Mitarbeiter.“

Ebenso wie Luttmann spricht sich auch der Betriebsrat der Ostemed GmbH gegen eine Zersplitterung aus, sieht ein einheitliches Unternehmen als oberstes Ziel an. Der Vorsitzende Werner Schröder dazu: „Dies hat der Betriebsrat auch in den vergangenen Monaten auf allen Veranstaltungen, zu denen er eingeladen war, klar betont. Wir sehen in einer Aufspaltung des Unternehmens ein erhebliches Risiko für einzelne Betriebe.“

Dies erkläre sich damit, dass die einzelnen Betriebe durch ihre enge Zusammenarbeit eine stärkere Chance besitzen würden, Synergien zu nutzen. Würde man ein einzelnes Krankenhaus herauslösen, hätte das zur Folge, dass nicht nur dieses Krankenhaus an Synergien einbüße, sondern auch die übrigen Einrichtungen. „Dies kann von den Arbeitnehmern nicht mitgetragen werden“, heißt es in der Stellungnahme des Betriebsrates.

Die Ostemed-Kliniken und Pflegeeinrichtungen hätten nur eine Zukunft, wenn sie als Einheit bestehen blieben. Schröder: „Wir fordern alle Beteiligten auf, das Positionspapier des Betriebsrates noch einmal zu lesen und zum Wohle der betroffenen Arbeitnehmer zu handeln.“

Nach derzeitigem Stand wünschten sich der Betriebsrat und ein Großteil der Belegschaft, dass die Ostemed-Kliniken in Bremervörde und Zeven, einschließlich der Pflegeeinrichtungen, im „Gesamtpaket“ eine gemeinsame Gesellschaft unter Federführung der Elbe-Kliniken Stade-Buxtehude anstreben. Er warne davor, von dem von den Stader Elbe-Kliniken vorgestellten Konzept abzuweichen. Es sollte vielmehr möglichst schnell und ohne weitere Verzögerungen zu einer Umsetzung kommen. Schröder: „Entscheidend sind die Zukunftssicherung der Kliniken und Pflegeeinrichtungen und die medizinische Versorgungssicherheit unserer Patienten.“

In dieser Woche sollte der Lenkungsgruppe der mit den Elbe-Kliniken ausgearbeitete Vertrag vorgestellt werden, so Landrat Lutmann. Laut Zeitplan ist vorgesehen, dass der Kreistag in seiner Sitzung am 8. Oktober über die Neugründung der Ostemed GmbH mit den Elbe-Kliniken als Partner beschließt.

Gegen eine Entscheidung an diesem Tag soll es vor allem aus Zeven Bestrebungen geben. Mit Hinweis auf die Überlegungen über eine mögliche Selbstständigkeit des Martin-Luther-Krankenhauses könnte versucht werden, den Beschluss zu vertagen.

Ob es dazu kommt, wird maßgeblich von der SPD/Grüne/WFB-Mehrheitsfraktion im Kreistag abhängen. Wie die entscheide, könne er nicht sagen, fügte Luttmann hinzu. Nach dem „Regierungswechsel“ nach der Kreistagswahl 2011 habe er „nicht mehr so den Einblick“ in die Überlegungen der Kreistagsmehrheit, sagte das CDU-Mitglied.

bz

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