Opfern gedenken, um nicht zu vergessen

Feier zum Volkstrauertag im Gemeindehaus der Rotenburger Stadtkirche

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Bürgermeister Andreas Weber (l.) und York Buchholtz, Standortältester der Lent-Kaserne, legten einen Kranz nieder.

Rotenburg - Es regnet in Strömen. Vor dem Mahnmal der Rotenburger Opfer des Ersten Weltkrieges neben der Stadtkirche halten zwei Soldaten des Jägerbataillons 91 aus der Lent-Kaserne die Ehrenwache. Sie stehen nahezu regungslos und halten brennende Fackeln in der Hand.

Viele Menschen mit und ohne Uniform halten sich vor dem Ehrenmal auf und verfolgen wie Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) und der Standortälteste der Kaserne, Oberstleutnant York Buchholtz, einen Kranz niederlegen. Ein Soldat spielt auf der Trompete „Ich hatt einen Kameraden“, ein Stück, das allen Teilnehmern unter die Haut geht. Am gestrigen Volkstrauertag gedachten auch Menschen aus der Kreisstadt den Opfern von Kriegen und Gewalt. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Frauenchor Niedersachsen.

Vor der Kranzniederlegung hatte eine Gedenkfeier im Gemeindehaus der Stadtkirche stattgefunden. Dazu hatten sich Kameraden der Kyffhäuser, Bundeswehr, Feuerwehr, des Schützenkorps, Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kirche und Wirtschaft sowie trauernde Bürger im Saal versammelt. 

Gedenktag nichts an Bedeutung verloren

Der Ortsverbandsvorsitzende des Rotenburger Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge (VDK), Klaus Rinck (CDU), erklärte in seiner Begrüßung, dass auch 72 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges dieser Gedenktag nichts an seiner Bedeutung verloren habe. „Wir brauchen solche Momente des Innehaltens, damit das, was geschehen ist, nicht verdrängt wird.“

Pfarrer Stefan Reinecke betonte, dass dieser Gedenktag nicht nur als Erinnerung an die Opfer der beiden Weltkriege diene, sondern zugleich als Gedenktag für alle Kriegsopfer oder von Gewaltherrschaften in dieser Zeit gesehen wird. Die Trauer um die Toten dürfe nicht auf die Landesgrenzen beschränkt sein. Dieser Tag sei ein Rückblick auf schreckliche Geschehnisse in der Vergangenheit. Er diene auch zum Innehalten und Besinnen angesichts der weltweiten Krisengebiete. Zudem soll er einen Ausblick sowie die Sehnsucht und Hoffnung auf eine friedliche Zukunft stärken. Anschließend sprach der Pfarrer das traditionelle Gebet. - go

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