Die „WortFASSetten“ ziehen nach draußen

Das Open-Air-Experiment

Nadja Salewski freut sich schon auf das „WortFASSetten Open Air 2016“ auf dem Gelände des Hartmannshofs in Rotenburg. Ein großes Fass ist dort passenderweise schon zu finden.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Die „WortFASSetten“ verschlägt es an die frische Luft: Am Samstag, 10. September, wird es in Rotenburg wieder wortgewaltig. Aber statt in der Kneipe „Schmidt’s“ soll es diesmal nach draußen gehen – mitten zwischen die Streuobstwiesen und Wälder am Hartmannshof in Rotenburg.

Für Nadja Salewski, die die Idee dazu hatte, genau der richtige Ort für ihren Open-Air-Poetry-Slam. Der Name des Open-Air-Poetry-Slams – „WortFASSetten“ – dürfte vielen in Rotenburg schon ein Begriff sein. Salewski hat sich nämlich mit Ralf Schirdewahn zusammengetan, einer der Organisatoren der „WortFASSetten“ im „Schmidt’s“. 

Unterstützung gab es aber auch von den Rotenburger Werken, denen das Gelände des Hartmannshofs gehört. So ist auch Corinna Bartels von den Rotenburger Werken ins Organisationsteam gerutscht.

Die Vorstellung: Der Dichterwettstreit aus der Kneipe sollte mit dem neuen Rahmen ein anderes Feeling bekommen, erklärt Salewski. Das soll in einer entspannten Atmosphäre entstehen, möglichst idyllisch soll es sein. Salewski will „hochkarätigen Poetry Slam und die Natur in Einklang bringen“. Für die Künstler wird es eine kleine Bühne geben, und die Bäume sollen dezent beleuchtet sein.

„Außerdem ist das Fass auch gewachsen“, sagt die 24-Jährige und spielt damit nicht nur auf das große Fass, das auf dem Gelände des Hartmannshofs zu finden ist, an. Denn statt der begrenzten Platzwahl im „Schmidt’s“ geht es jetzt nach draußen auf eine große Wiese. Dort stehen an dem Abend zwar auch Stühle und Bänke. Aber: „Die Besucher können gerne Decken und Klappstühle mitbringen und es sich auf der Wiese gemütlich machen“, so die Vorstellung der Rotenburgerin.

Und damit auch möglichst viele Familien kommen können, geht die etwa dreistündige Veranstaltung bereits um 18 Uhr los. „Und wenn die Kinder zwischendurch mal unruhig werden, ist ja direkt nebenan der Nabu-Garten. Und hinterher können alle noch gemütlich am Feuerkorb sitzen.“ Außerdem gibt es am Gelände auch viele Parkmöglichkeiten.

Und wenn das Wetter nicht so gut wird, gibt es einen Plan B: Dann zieht die Veranstaltung in die Scheune auf dem Hartmannshof um. Dort finden auch etwa 350 Leute Platz. „Und dadurch, dass es dort große Flügeltüren gibt, die man offen lassen kann, geht vom Feeling auch nichts verloren. Die Natur ist immer noch da“, findet Salewski.

Viel zu tun also für Salewski, Bartels und Schirdewahn. „Es steckt schon sehr viel Arbeit drin, aber das macht man ja gerne“, versichert sie. Aktuell geht es darum, noch Plakate und Flyer für die Veranstaltung drucken zu lassen. Und dann muss sie sich noch auf eine ganz besondere Rolle vorbereiten, denn sie selbst wird nicht slammen, aber trotzdem ans Mikrophon treten – als Moderatorin. „Darauf freue ich mich schon tierisch“, sagt sie.

Ein weiteres Ziel dieses „Experiments“, wie Salewski sagt: Poetry Slam in der Region noch präsenter machen. „Poetry Slam ist im Kommen. Es wird Zeit, dass wir hier auch mal etwas Größeres auf die Beine stellen“, sagt Nadja Salewski. Sie sieht den Open-Air-Slam als Bereicherung für die Stadt.

Salewski hofft, dass es nicht bei einer einmaligen Veranstaltung bleibt und zieht einen Vergleich zum „Poetry im Park“ im Landpark Lauenbrück: „Da waren am Anfang auch nur 100, 200 Besucher. Wenn das bei uns auch so ist, bin ich mit dem Start zufrieden.“ Und im Anschluss könnte es dann ja eigentlich schon mit der Planung für das „WortFASSetten Open Air 2017“ losgehen.

Das „WortFASSetten Open Air 2016“ am 10. September beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Hintergrund

Was ist das überhaupt?

Ein Poetry Slam ist ein Dichterwettstreit, in dem sich Künstler mit selbstgeschrieben Texten messen. Beim „WortFASSetten“-Slam im „Schmidt’s“ in Rotenburg sollte ein Text die Länge von sieben Minuten nicht überschreiten, heißt es von Seiten der Veranstalter. Beim „WortFASSetten Open Air 2016“ treten neun Slammer in Dreiergruppen gegeneinander an. Im Finale treffen dann die drei Gruppensieger aufeinander.

Wer nimmt teil?

Aus Rotenburg sind Eva Matz, Conni Fauck und Mona di Fender dabei. „Conni und Eva haben sich schon deutlich über die Region hinaus einen Namen verschafft und 2015 an den Niedersachsen/Bremen-Meisterschaften teilgenommen, beide erfolgreich, nicht selten im Finale und auch häufig als Gewinnerinnen, Mona ist eine vielversprechende Newcomerin, sie begeistern allesamt mit unterhaltsamen, facettenreichen Texten“, sagt Nadja Salewski.

Aus Bremen kommt Sebastian Butte. Er hat das Bremer Slammer Filet gegründet. Außerdem hat er 2015 die Niedersächsischen/Bremischen Meisterschaften mit moderiert.

Rita Apel aus Bremen steht seit 2003 auf der Bühne und hat 2012, 2014 und 2015 an den Meisterschaften Niedersachsen/Bremen teilgenommen. 2014 war sie Gewinnerin, 2015 Zweite.

Kristof K Punkt ist erst seit 2015 mit dabei, hat aber schon zahlreiche Siege in der Region sowie Auftritte in Berlin im Gepäck.

Aus Delmenhorst kommt Newcomer Hauke Schrade. Nach seinem ersten Auftritt im Juli 2015 belegte er im Oktober bei den U-20 Meisterschaften Niedersachsen/Bremen den dritten Platz.

Auch aus Delmenhorst kommt Stefan Jaschek, der neben Poetry Slam auch Musik in einer Band macht. Er konnte schon viele Slams für sich entscheiden.

Aus Hamburg kommt Khaaro, sie hat „herrliche humorvolle Texte mit Biss und Anspruch“, findet Salewski. 

iq

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