Oldtimerfreunde gehen neue Wege

Kartoffelernte mal anders

Daniel Rathje (v.l.), Benni Meyer und die Zwillinge Lajos und Jorik ernten Kartoffeln.
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Erst einpflanzen, jetzt ernten: Daniel Rathje (v.l.), Benni Meyer und die Zwillinge Lajos und Jorik sind von Anfang bis Ende dabei.

Kartoffeln anbauen und ernten wie in früheren Zeiten, mit Maschinen aus den 1960er-Jahren? Die Oldtimerfreunde Waffensen haben genau das gemacht. Als ein gemeinsames Projekt, solange sie keine Events veranstalten können.

Waffensen – Lajos und Jorick sind sieben Jahre alt, und seit diesem Jahr haben die zwei ein gemeinsames Hobby: das Ernten von Kartoffeln. Und das macht ganz besonders viel Spaß, weil die Jungs schon geholfen haben, als es darum ging, dass die Pflanzen überhaupt wachsen können. Gemeinsam mit ihrem Vater Daniel Rathje und seinen Freunden, den Oldtimerfreunden Waffensen, ging es im Frühjahr los.

Zunächst haben sie das Feld vorbereitet, dann die Kartoffeln eingepflanzt. „Wir sind eine muntere Mannschaft und organisieren normalerweise im Frühjahr und im Herbst zwei Events, sowohl für uns selber als auch für die Dorfbewohner“, berichtet Rathje. Schon vor mehr als 20 Jahren hatten die Oldtimerfreunde sich zum ersten Mal zusammengefunden, mal Oldtimershows, mal ein Oldtimer-Pflügen organisiert. „Durch die Pandemie mussten wir mit diesen Events aufhören, daher haben wir überlegt, was wir sonst machen können – für uns, aber auch für den Ort, um ein wenig Geselligkeit und Spaß zu ermöglichen“, so Rathje.

Die Mutterkartoffel wird nicht verspeist, aber ihre Ableger.

Entstanden ist die Idee, Kartoffelanbau wie zu Opas Zeiten mit Maschinen aus den 1960er-Jahren, auf die Beine zu stellen. Die Fläche, die dabei bearbeitet wurde, liegt direkt neben dem Feuerwehrhaus. Zur Verfügung gestellt hat sie Landwirt Henning Poppe. Zusätzlich hat er den Oldtimerfreunden viele Tipps gegeben. Gut 2 000 Quadratmeter Brachfläche haben sie bearbeitet, „und wir machen alles manuell“, ergänzt Benni Meyer. So haben die Freunde mechanisch das Unkraut „beackert“, die Kartoffeln gepflanzt, die Dämme gehäufelt. „Wir haben ohne jeden Dünger und ohne jedes Unkrautmittel gearbeitet“, berichten sie.

Im Grunde sei das Ganze eine Art Experiment, so könne man sehen, wie gut oder schlecht Kartoffeln ohne die üblichen Hilfsmittel wachsen. Gepflanzt haben sie die Frühkartoffelsorte Annabelle und die etwas spätere Goldmarie. Neben der händischen Arbeit kam ab und an eine der Maschinen zum Einsatz, doch so oder so haben die Oldtimerfreunde gemerkt: „Das ist alles sehr, sehr zeitintensiv.“ Dennoch sind alle Beteiligten durchaus zufrieden. „Es macht uns allen totalen Spaß.“ Jetzt, wo die frühe Sorte reif ist, kommen an jedem Abend einige der Freunde zusammen und ernten. Anschließend werden die Kartoffeln in umweltfreundliche Tüten gepackt und in historisch anmutenden Wagen aufgestellt – Anwohner und Besucher des Orts können die Kartoffeln gegen eine Spende mitnehmen. „Mit den Spenden wollen wir unsere Auslagen ausgleichen, aber auch weiter etwas für die Dorfgemeinschaft organisieren“, so die Freunde.

Passend eingepackt, warten die Kartoffeln auf die Mitnahme.

Lajos und Jorick lernen zudem ganz nebenbei eine Menge: So wissen die beiden jetzt, dass die frühen Kartoffeln unterschiedliche Größen und sehr dünne Schalen haben. „Wenn man die maschinell ernten würde, würde man einiges kaputt machen“, erklärt Meyer. Trotz der anstrengenden Handarbeit ist schon einiges abgeerntet. „In einer Woche gehen wir mit einem alten Roder ins Feld“, berichtet er weiter. Ab August kann dann die Goldmarie geerntet werden, zumindest hoffen das alle Beteiligten. „Leider hat sich der Kartoffelkäfer breit gemacht, wir müssen mal sehen, wie sich das entwickelt“, erklären die beiden – auch das gehört als Lernerfahrung zum Projekt.

„Schön ist einfach, dass viele, die vorbei fahren, halten und mit uns ins Gespräch kommen“, so eine weitere und positive Erfahrung. Was die Zukunft mit sich bringt, steht indes noch nicht so ganz fest. Die Oldtimerfreunde hoffen, in absehbarer Zeit mal wieder ein Event organisieren zu können. „Das wäre toll. Zudem hoffen wir natürlich, vielleicht sogar den Abschluss der Ernte mit einem Grillabend samt Bierwagen feiern zu können – natürlich für und mit der Dorfbevölkerung“, so die Männer weiter. Konkret geplant wird das aber erst in einigen Wochen, denn dann gilt es erneut, einen Blick auf die Corona-Zahlen und die geltenden Richtlinien zu werfen.

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