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Tag der offenen Tür in der Lent-Kaserne: Die Bundeswehr zeigt sich

Der gepanzerte Acht-Rad-Transporter GTK Boxer wird bei drei Kompanien des Jägerbataillons 91 eingesetzt. Neben der dreiköpfigen Besatzung können sieben weitere Soldaten befördert werden.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Die in Rotenburg stationierten Soldaten und Zivilisten der Bundeswehr öffnen die Tore der Lent-Kaserne. Am Samstag, 1. September, bekommen interessierte Bürger in der Zeit von 10 bis 17 Uhr einen Überblick über die Ausrüstung, Bewaffnung, Einsatzfahrzeuge, Aufgaben und Ausbildung des Jägerbataillons 91, der 3. Kompanie des Versorgungsbataillons 141, der Sanitäter und des Dienstleistungszentrums.

Oberstleutnant York Buchholtz, Standortältester der Kaserne und Kommandeur der „91er“, hat mit den Einheitsführern und Dienststellenleitern ein interessantes und zugleich spannendes Rahmenprogramm vorbereitet, heißt es. So präsentieren die Soldaten ihre Ausrüstung und zeigen Großgeräte, wie zum Beispiel den Mannschaftstransportwagen GTK Boxer, der bei drei Kompanien im Einsatz ist.

Den Besuchern werde die Gelegenheit gegeben, in einem Gefechtsfahrzeug mitzufahren und es werden die Waffen vorgestellt. Auf der Häuserkampfanlage demonstrieren die Soldaten, wie sie im Kampf von Raum zu Raum vorgehen. Wer mindestens 18 Jahre alt ist, kann einen Schießsimulator für Handwaffen oder Panzerabwehrhandwaffen ausprobieren. Das Gerät dient den Soldaten normalerweise zu Ausbildungszwecken. Das Leben im Felde wird in einem Biwak vorgestellt. Aber auch in die Soldaten-Unterkünfte in der Kaserne kann ein Blick geworfen werden.

Der Wiesel dient als Basisfahrzeug in der Panzerabwehr. Hier die Optik des System TOW.

Nicht nur die „91er“ zeigen sich. Auch die 3. Kompanie des Versorgungsbataillons zeigt ihren Fuhrpark und demonstriert ihren Einsatz bei einem angenommenen Verteidigungsfall. Sie gewährleistet die Versorgung mit Gütern aller Art, den Transport und die Instandsetzung von ausgefallenen Fahrzeugen und Gerät, auch außerhalb der Kaserne im zuständigen Gefechtsstreifen. Dazu werden Soldaten einen Teilbereich eines Versorgungspunktes realistisch darstellen. Außerdem präsentieren die Sanitäter der Bundeswehr ihren Aufgabenbereich und erläutern die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten.

Es wird ein kostenloser Shuttle-Dienst von der Stadt zur Lent-Kasene eingerichtet, so Presseoffizier Markus Weggel. An den Bushaltestellen Pferdemarkt, Burgstraße und Bahnhof fährt ab 9.45 Uhr alle 20 Minuten ein Bus zur Lent-Kaserne. Auch für die Rückfahrt steht ein Bus alle 20 Minuten vor der Liegenschaft bereit.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nur in Begleitung Erwachsener die Kaserne betreten. Für die jüngeren Besucher wird eine Kinderbetreuung mit eigenem Unterhaltungsprogramm eingerichtet. Die Kasernenküche bietet Erbsensuppe nach Bundeswehrrezeptur sowie weitere süße und deftige Speisen an.

Der Kommandeur der „91er“, Oberstleutnant York Buchholtz, lädt die Öffentlichkeit ein.

Die britischen Streitkräfte haben die Rotenburger Kaserne (Fliegerhorst) nach dem Zweiten Weltkrieg übernommen. 1958 übergaben sie das Areal an die Bundeswehr. Im selben Jahr wurden Teile des damaligen Logistikbataillons 3 in dieser Liegenschaft stationiert. Hinzu kamen Kräfte der Heeresfliegertruppe, die mit zwei fliegenden Staffeln, einer Instandsetzungsstaffel und einer Ausbildungsstaffel, den Heeresflugplatz Rotenburg (Wümme) bezogen.

Neben diesen Truppenteilen wurden Mitte der 1960er Jahre das Fernmeldebataillon 120 (Elektronische Kampfführung/ELOKA) und eine Nachschubkompanie in der Kaserne stationiert. Ebenfalls in der Lent-Kaserne seit Anfang der 1960er Jahre stationiert war das 2. Flugabwehrraketenbataillon 31. Diese der Luftwaffe angehörende Kampfbatterie hatte im Nato-Verbund den Auftrag, mit dem Waffensystem Hawk feindliche Luftangriffe abzuwehren. Die Einheit wurde mit dem gesamten Bataillon 1993 nach Sanitz in Mecklenburg-Vorpommern verlegt.

Im Rahmen der Umstrukturierung der Bundeswehr wurde beschlossen, das Logistikbataillon 3 sowie die Fernmeldetruppe zum 31. Dezember 2015 aufzulösen. Im Gegenzug wurde anschließend das Jägerbataillon 91 als neuer Truppenteil zum Oktober 2015 aufgestellt.

Die Veränderungen in der Rotenburger Lent-Kaserne betrafen darüber hinaus das Bundeswehrdienstleistungszentrum und das Sanitätszentrum. Beide sind aber in abgespeckter Form am Standort geblieben.

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