Rotenburgs Radfahrer drehen mehr als drei Äquatorrunden

Nummer Eins in Niedersachsen

Geschafft: Mehr als 100 Stadtradler haben die abschließende Sternfahrt am Samstag mitgemacht. - Fotos: Goldstein

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Der Rotenburger Pferdemarkt ist am Samstagmittag wie leergefegt. Das Bild ändert sich gegen 14 Uhr schlagartig, als die ersten Radfahrer der finalen Tour der Aktion Stadtradeln eintreffen. Die Teilnehmer haben über eine Strecke von 40 Kilometern noch einmal kräftig in die Pedalen getreten. Im Minutentakt treffen auch die anderen drei Gruppen ein, die eine Strecke von 10, 20 oder 30 Kilometer in den Beinen haben.

Vorweg fuhr immer ein Team-Leiter vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) aus der Kreisstadt. „Die Stimmung ist gut, alle Teilnehmer haben die letzte Etappe geschafft“, freut sich der Organisator der Sternfahrt, ADFC-Chef Manfred Petersen. Im Rathaus hat Andrea Rieß mit Helfern der Stadt den Ratssaal für die kleine Finalfeier mit Essen und Trinken vorbereitet. „Mehr als 100 Teilnehmer sind im Laufe des Morgens gestartet und alle sind wieder gesund eingetroffen“, so Rieß, die sich in den vergangen Wochen um das Management in der Kreisstadt der bundesweiten Aktion gekümmert hat. Voller Freude und Stolz erklärt sie in einem Gespräch mit der Kreiszeitung am Rande der Veranstaltung: „Wir haben die drei Äquator-Umrundungen bereits vorgestern geknackt!“ Jetzt bleibe abzuwarten, was in dieser Woche noch an Nachträgen kommt, denn die Einträge dürfen mit einer Woche Nachlauf gemacht werden. Das endgültige Ergebnis werde dann nach dieser Frist bekannt gegeben. „Erst dann wissen wir ganz genau, wo wir stehen“, erklärt die Organisatorin. Am Sonntagnachmittag steht der Zähler bei rund 140.000 Kilometern.

Zurzeit belege Rotenburg bundesweit Platz vier und in Niedersachsen Platz eins (rund sechs Kilometer pro Einwohner) von immerhin 250 Kommunen. Diese Leistung hätten binnen der drei Wochen 682 Stadtradler aus Rotenburg vollbracht.

Einer von ihnen: Matthias Hülsemann. Der Grünen-Politiker ist passionierter Radfahrer und hat mit seinem 26-Jahre alten Herkules-Zweirad eine Strecke von rund 230 Kilometern zurückgelegt. Die Leistung von Sven Fitschen vom Hartmannshof kann sich noch mehr sehen lassen: „Ich bin in den drei Wochen mehr als 800 Kilometer gefahren“, sagt er stolz.

Bürgermeister Andreas Weber (SPD) und Manfred Petersen bekommen während der Feier ihre Autoschlüssel aus dem versiegelten Umschlag zurück. Von nun an wird Weber seine Termine außerhalb der Stadt wieder mit dem Auto erledigen können. Er dankt allen Teilnehmer für das Engagement für den Klimaschutz. Ein neues „Wir-Gefühl“ habe sich in der Stadt breit gemacht. Ein kleiner Wermutstropfen war am Ende aber auch dabei. Petersen: „Wir mussten wegen der Teilnehmerzahlen beim Finale in den Gruppen zu zweit nebeneinander fahren. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben. Viele unwissende Autofahrer haben sich deshalb aufgeregt und gehupt.“

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