Vergabe mit vielen Auflagen

Bauland wird immer teurer: Notgedrungen ins Umland

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Wer in Rotenburg bauen will, muss mittlerweile deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Bauland auszuweisen, ist auch für die Kommunen im Kreis Rotenburg mitunter ein schwieriges Unterfangen. Verhandlungen mit Grundeigentümern, Vorgaben des Naturschutzes und andere rechtliche Hemmnisse verzögern den Prozess manchmal um Jahre. Sobald es aber Grundstücke gibt, sind die fast allerorts heiß begehrt. Das Land boomt, profitiert von der Lage zwischen den Metropolen Hamburg und Bremen. Das macht es auch hier immer teurer.

Rotenburg – Die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung zeigen zwar für den gesamten Landkreis etwas nach unten, doch das gilt nicht für die verkehrstechnisch bestens angebundenen Kommunen. Gut 163.000 Einwohner zählt der Landkreis aktuell, wachsen werden in den kommenden Jahren vor allem die Bereiche, die gut erreichbar sind und eine entsprechende Infrastruktur aufweisen – Landflucht im Kleinen.

Das spiegelt sich auch in den jüngsten Daten wieder, die der Gutachterausschuss für Grundstückswerte Otterndorf (GAG) veröffentlicht hat. Diesen zufolge wurden im vergangenen Jahr im Landkreis insgesamt 2 518 Grundstücke verkauft, rund neun Prozent mehr als im Vorjahr. Der Geldumsatz sei dabei gar um 21 Prozent auf 372 Millionen Euro gestiegen. Schon diese Zahlen verdeutlichten, dass sich die rasanten Preisanstiege für Immobilien im Jahr 2018 fortgesetzt haben. Die Preise würden vorrangig befeuert durch die hohe Nachfrage nach Bauland und nach Wohnimmobilien im Hamburger und Bremer Umland. In den unmittelbar an die Großstädte angrenzenden niedersächsischen Gemeinden hat die hohe Nachfrage in den vergangenen Jahren bereits zu starken Preissteigerungen für Wohnbauland geführt, teilweise auf über 200 Euro pro Quadratmeter. Die Mehrheit der Bauwilligen könne das nicht mehr stemmen oder werde nicht fündig und orientiere sich meist notgedrungen in das weitere Umland.

Die an den Hauptverkehrsachsen zwischen den Großstädten gelegenen Orte Sottrum, Scheeßel, Lauenbrück und Sittensen, und insbesondere die Städte Rotenburg und Zeven mit jeweils eigenständiger reichhaltiger Infrastruktur sind laut GAG dabei oft erste Wahl. Wo neue Baugebiete ausgewiesen werden, füllen sich diese zurzeit sehr schnell, und die Preise steigen, in den vorgenannten Städten und Gemeinden jährlich umfünf bis zehn Prozent, aktuell in und im Umland von Zeven stellenweise auch darüber. In den Regionen um Bremervörde und Visselhövede seien ebenfalls Preistendenzen nach oben zu beobachten, diese fallen aber mit jährlich unter fünf Prozent moderater aus.

90 bis 210 Euro pro Quadratmeter

Die aktuellen Bauland-Richtwerte liegen laut der Gutachterstudie in der Stadt Rotenburg bei 90 bis 210 Euro pro Quadratmeter, in Scheeßel bei 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter, in den Städten Zeven und Bremervörde bei 70 bis 135 Euro pro Quadratmeter, in Sittensen und Sottrum bei 70 bis 110 Euro pro Quadratmeter, in Fintel/Lauenbrück, Bothel/Brockel und Visselhövede bei 50 bis 70 Euro pro Quadratmeter, in Tarmstedt bei 58 bis 68 Euro pro Quadratmeter und in Gnarrenburg und Selsingen bei 45 bis 60 Euro pro Quadratmeter.

Erhebliche Preisunterschiede bestünden auch für Wohnimmobilien des Bestands. Der mittlere Preis für ein frei stehendes Einfamilienhaus im Landkreis Rotenburg sei seit 2015 von 140.000 auf 175.000 Euro gestiegen. Dies sei im Elbe-Weser-Raum ein mittlerer Wert. Im Landkreis Cuxhaven liegt der Durchschnittspreis mit 150.000 Euro niedriger, in den Landkreisen Stade und Osterholz mit rund 225.000 Euro deutlich darüber. In unmittelbarer Großstadtnähe zum Beispiel in Buxtehude oder in Lilienthal sei ein Grundstück mit frei stehendem Einfamilienhaus für Normalverdiener kaum noch erschwinglich, betonten die Gutachter. Bei rund 60.000 Wohngebäuden im Kreisgebiet ist der Anteil an Einfamilienhäusern mit 80 Prozent sehr hoch.

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