Verwirrung um Notbremse / Schule erhält FFP2-Masken

Strengere Regelungen, aber keine neuen

Ein Hinweisschild vor einem Filialisten.
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Nur mit einem negativen, aktuellen Schnelltest kommen Kunden vorerst in dieser Woche in die Geschäfte zum „Click & Meet“, zum Beispiel in der Rotenburger Innenstadt.

Rotenburg – Ganz so übersichtlich und einfach wie gedacht, ist der Umgang mit der Bundes-Notbremse, die seit Montag auch den Landkreis Rotenburg als Hochinzidenzkommune betrifft, wohl nicht. So herrscht unter den Einzelhändlern zu Beginn der Woche noch das ein oder andere Fragezeichen ob der neuen Regelungen. Und auch einige Eltern von Schulkindern wissen nicht immer, was diese im Bus oder in der Schule beachten sollten.

„Wir machen das, was wir verantworten und vertreten können“, sagt Cornelia Gewiehs. Bei der Vorsitzenden der Rotenburger IG Citymarketing läuft am Vormittag schon das Telefon heiß. Unklar ist Kollegen beispielsweise, wie Kinder beim Einkaufen in die Regelung fallen. Die Geschäfte dürfen ganz normal für „Click & Meet“ öffnen, die Kunden brauchen aber einen negativen, aktuellen Schnelltest. Gewiehs hofft, dass jeder, der sich ohnehin regelmäßig mindestens einmal die Woche testen lässt, im Anschluss die Chance nutzt, Besorgungen zu erledigen. Aber mit viel Umsatz rechnet sie in dieser Woche nicht. „Die Leute sind verunsichert.“

Auch beim Rotenburger Ordnungsamt herrschte ob einer missverständlichen Formulierung der Allgemeinverfügung des Landkreises kurz Verwirrung: Demnach hätte man vermuten können, dass der negative Test erst ab einer Inzidenz von 100 benötigt wird zum Einkaufen, auch als Hochinzidenzkommune. Das ist aber nicht der Fall, sagt Landkreis-Sprecherin Christine Huchzermeier, die die entsprechende Formulierung deswegen auch gelöscht hat. Ein negativer Schnelltest ist Pflicht beim „Click & Meet“. Buchhandlungen sind weiterhin ausgenommen und dürfen Kunden ohne Anmeldung reinlassen, allerdings muss die Zahl der Kunden reduziert werden, erklärt Buchhändlerin Cornelia Mansfeld: pro 20 Quadratmeter eine Person.

Sicher ist aber: Es gibt eine nächtliche Ausgangssperre. Und in Anbetracht dieser von 22 bis 5 Uhr setzt die Polizei im Landkreis Rotenburg den Worten ihres Sprechers Heiner van der Werp zufolge weiterhin auf Fingerspitzengefühl. Entsprechende Aktionen wie Verkehrskontrollen ähnlich wie beispielsweise in Bremen oder mehr Beamte in der Nachtschicht seien nicht geplant. Die Strategie lautet eher: „Wir fahren rum und gucken.“ Wer erwischt werde, sich aber glaubhaft vertan hat, habe nichts zu befürchten, so van der Werp. Man sei allerdings ebenfalls darauf eingestellt und vorbereitet, dass Personen vorsätzlich gegen die Ausgangssperre verstoßen, diesen Verstoß nicht einsehen oder schlicht provozieren wollen – in solchen Fällen werde man „konsequent sein“.

Auch das Rotenburger Ordnungsamt ist, in Absprache mit dem Landkreis, dessen „Augen und Ohren“, erklärt der neue Leiter Thorsten Schiemann. Man sei in den Geschäften und in der Stadt unterwegs, allerdings nicht öfter als vorher. Bereits seit Beginn der Pandemie führten die Mitarbeiter regelmäßig Kontrollen durch, die würden während einer aktiven Notbremse nicht verstärkt. Sollte jemand aber wissentlich und willentlich die Vorgaben missachten, werde es Verwarngelder geben. „Die Regeln sind jetzt strenger, aber nicht neu.“

Während die Schüler an den weiterführenden Schulen bis auf wenige Ausnahmen in den Distanzunterricht gewechselt sind, läuft der Wechselunterricht an den Grundschulen weiter. Doch auch da gibt es neue Regelungen, die beachtet werden müssen – es aber nicht immer werden. „Ich habe sofort meinen Rechner eingeschaltet und über unseren Nachrichtendienst die Eltern der Fahrschüler darauf hingewiesen, dass sie ihren Kindern FFP2-Masken für die Busfahrten zur Verfügung stellen müssen und die normalen OP-Masken nicht mehr erlaubt sind“, beschreibt Catrin Puschmann, Leiterin der Visselhöveder Kastanien-Grundschule, die Situation, als sie am Wochenende erfahren hat, dass die Corona-Notbremse im Landkreis greift.

In Visselhövede wird schnell reagiert: Da seit Montag alle Fahrschüler mindestens Masken mit FFP2-Standard im Bus tragen müssen, aber nicht alle Eltern ihre Kinder mit dem Schutz ausstatten, hat Inga Ladegast (l.) von der Neuen Apotheke Grundschulleiterin Catrin Puschmann 200 Masken geschenkt.

Natürlich sei auch der Hinweis auf die Reise geschickt worden, dass der Unterricht in den Grundschulen trotz Bremse weiter stattfindet. „Denn es gibt leider immer noch zu viele Eltern, die sich nicht ausreichend informieren und in den Zeitungen die Berichte über aktuell gültigen Maßnahmen nicht bis zum Ende lesen.“ Darum ist Puschmann auch heilfroh, dass Inga Ladegast von der Neuen Apotheke am Montag, dem ersten Tag der Notbremse, den Fahrschülern 200 FFP2-Masken überreicht hat. „Wir helfen, wo wir können“, hat ihr Chef Matthias Grube ihr mit auf den Weg gegeben, als er durch unsere Zeitung über das Dilemma unterrichtet wurde.

„Die Masken brauchen wir auch dringend, denn es gibt immer noch Schüler, die mit den Stoffmasken aus dem vergangenen Jahr zum Unterricht kommen“, erklärt Puschmann. Ihre eigene Reserve an den feiner als OP-Versionen filternden Schutzmasken ist nämlich schon so gut wie aufgebraucht. „Die werden uns von der Stadt und dem Land für alle Lehrerinnen und alle Mitarbeiter in der Schule zur Verfügung gestellt. Für die Schüler sind die Eltern verantwortlich – eigentlich“, seufzt Puschmann.

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