Montag startet auch an den Rotenburger Grundschulen der Unterricht auf Distanz

Noch mal von vorn das Ganze

Sie freuen sich auf die Rückkehr der Kinder am 18. Januar: Sandra Maskus (l.) und Melanie Kotai.
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Sie freuen sich auf die Rückkehr der Kinder am 18. Januar: Sandra Maskus (l.) und Melanie Kotai.

Rotenburg – Erst Distanz-, dann Wechselunterricht. Für den bis Ende dieses Monats verlängerten Lockdown hat die Landesregierung in Hannover den Grundschulen eine Sonderregelung verordnet. Während die weiterführenden Schulen von Montag an für drei Wochen dicht bleiben, dürfen die Grundschüler vom 18. Januar an wieder zurück in ihre Klassenräume – wenn auch jeweils nur in halber Klassenstärke. Telefonate ohne Ende, E-Mails und auch persönliche Gespräche – es gibt viel zu organisieren in diesen Tagen.

Homeschooling ist vor allem für die Grundschulen eine große Herausforderung, auch wenn sich inzwischen eine gewisse Routine mit der Pandemie, ihren Folgen und den sich daraus resultierenden Verordnungen und Regelungen einstellt. Noch mal von vorn das Ganze – so lautet das Motto. Dennoch: „Organisation ist zurzeit das zentrale Thema“, sagt Sandra Maskus, bis Ende Januar kommissarische Leiterin der Rotenburger Stadtschule. Mit der Entscheidung für die Lockdown-Verlängerung sei es losgegangen – es gibt viel zu regeln und zu bedenken.

Die Lehrer kümmern sich zunächst darum, die Kinder eine Woche lang ausschließlich über „IServ“ mit Aufgaben zu versorgen sowie darüber mit den Eltern und auch mit den Kindern Kontakt zu halten. Sandra Maskus: „Und natürlich werden wir mit ihnen auch mal eine Online-Konferenz machen.“ Die Aufgaben kommen also auf dem elektronischen Weg ins Kinderzimmer – dort allerdings sind sie „analog“ zu bearbeiten, erklärt Catrin Cramme als Leiterin der Kantor-Helmke-Schule. Die Arbeitsmappen seien vorbereitet. Das Abrufen der digital bereitgestellten Aufgaben lasse sich notfalls auch mit einem Smartphone erledigen. Die Kantor-Helmke-Schule hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit jedem der Kinder mindestens einmal in der Woche zu telefonieren.

Man will sich erkundigen, wie es den Schülern geht und ob sie zurechtkommen. Auch die Kantor-Helmke-Schule arbeitet mit Blick auf den Distanzunterricht seit Ende vergangenen Jahres mit „IServ“. „Ein tolles Medium, mit dem wir unsere Eltern und Kinder sehr viel einfacher erreichen als beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020“, so Puschmann. Die Kantor-Helmke-Schule hat zurzeit 231 Schüler. In der Stadtschule sind 285. Marc Puschmann als Leiter der Schule am Grafel hat es mit 255 Mädchen und Jungen zu tun.

Vom 18. Januar an werden die Karten noch einmal neu gemischt. Dann kommen tageweise im Wechsel immer die halben Klassen in die Schule. Endlich wieder Präsenzunterricht. „Darüber freuen sich auch die Kinder“, weiß Maskus’ Stellvertreterin Melanie Kotai. Wer zu Hause bleibt, erledigt in dieser Zeit seine Aufgaben eben dort.

Aber wer kann zu Hause bleiben? Für wen ist dort eine entsprechende Betreuung gewährleistet? Diese Fragen versuchen alle drei Rotenburger Grundschulen in dieser Woche zu klären. In der Stadtschule sind etwa 30 Kinder für eine Notbetreuung angemeldet worden. In der Kantor-Helmke-Schule werden es deutlich weniger sein, sagt Catrin Cramme: „Die Eltern, auch die der Außenstelle in Waffensen, machen da ganz viel möglich.“ Betreuungsbedarf erreicht auch Marc Puschmann: „Wir teilen nach den Vorgaben des Kultusministeriums die Kinder in die vier bekannten Kohorten jahrgangsmäßig ein. Mittlerweile haben wir für die kommende Woche Anmeldungen für alle vier Gruppen. Insgesamt sind es derzeit etwa 25 Kinder.“ Die Notbetreuung beschränkt sich auf den Vormittag – die Zeiten variieren ein wenig. Sandra Maskus: „Den Ganztag gibt es bis Ende dieses Monats nicht.“ Danach hatte eine Reihe von Eltern explizit gefragt.

Während der ersten Woche nach den verlängerten Ferien sei die Notbetreuung rein räumlich kein Problem, weil ja die Klassenzimmer frei sind und somit zur Verfügung stehen, erklärt Sandra Maskus. Doch weil auch während dieser Betreuung die Abstände unbedingt einzuhalten sind, werde es damit vom 18. Januar an schwieriger, sobald der Präsenzunterricht – wenn auch nur eingeschränkt – wieder startet. Maskus: „Dann müssen wir in die Aula und auch in die Turnhalle ausweichen.“

Es gibt also viel zu klären in diesen Tagen vor dem gedrosselten Re-Start – nicht zuletzt auch personell. Und vor allem eines wird deutlich: Die eingeschränkte Unterrichtsversorgung und auch der Wechselunterricht machen allen zu schaffen – Eltern, Lehrern und Schülern. Teamwork in den Klassen kann es nicht wie gewohnt geben, es entwickelt sich wieder alles hin zum Frontalunterricht. In den Pausen sind ebenfalls klare Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten; mehr Lehrer als normal müssen zur Aufsicht auf den Schulhof. Melanie Schumann, ab 1. Februar neue Leiterin der Stadtschule: „Die Folgen des Ganzen werden wir erst später erkennen.“ Denn lange sei Schule das einzig Verlässliche gewesen. Dennoch: „Wenn die Voraussetzungen stimmen, lässt sich digitales Lernen in jedem Jahrgang realisieren. Sicherlich benötigen die Kinder aus den Jahrgängen 1 und 2 etwas Hilfe von den Eltern“, sind sich Cramme, Puschmann und Maskus einig. Aber Sandra Maskus sagt auch: „Die Kinder machen es noch viel besser, als ich es erwartet hätte.“

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