Noch bis Ende September gibt es in Sottrum die Prüfungen für das Sportabzeichen

Mit viel Schweiß zur Urkunde

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Das ist noch Luft zur Latte: Der elfjährige Kai beim Hochsprung.

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. „Auf die Plätze, fertig!“ Als Alexander Dautert die Klappe zusammenschlägt, sprinten Maya (7) und ihr achtjährige Freund David los. 30 Meter weiter stoppen bei Reiner Loss und Sandra Clemens-Trenkhorst die Uhren jeweils bei 5,9 Sekunden. Die beiden Grundschüler lassen auf der Sportanlage am Sottrumer Freibad die Zeiten für das Sportabzeichen abnehmen.

„Wir haben in der Grundschule Bötersen die Prüfungen schon abgelegt, wollen uns aber noch verbessern“, verrät Maya. Das ist ihr beim Laufen schon gelungen, denn vorher brauchte sie für die Strecke 6,3 Sekunden.

Noch bis Ende September nehmen die Verantwortlichen jeden Mittwoch zwischen 18 und 20 Uhr auf der C-Anlage Prüfungen in verschiedenen Disziplinen ab. Seit zehn Jahren führen Marlies und Reiner Loss den Sottrumer Stützpunkt. Als sie die Leitung damals übernahmen, haben 339 Sportler erfolgreich das Abzeichen abgelegt. Im vergangenen Jahr waren es stolze 585 bestandene Prüfungen. Möglich ist dies, da die beiden Stützpunktleiter auf ein Team von rund 20 engagierten Abnehmern zählen können.

Auf dem Sportplatz zeigen die Anwärter währenddessen ihre Leistungen. „Paul, du bist 172 Zentimeter gesprungen, bei 175 wäre es Gold gewesen“, erklärt Jeanette Söffker dem siebenjährigen Paul, nachdem dieser die Sandgrube verlassen hat. Der Grundschüler ist nicht alleine da, denn auch Papa Thomas Patzwald will wieder das Sportabzeichen ablegen. Wenn Paul alle vier Disziplinen – jeweils eine aus den Kategorien Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination sowie den Schwimmnachweis, der nur alle fünf Jahre fällig ist, fertig hat, wird er zum zweiten Mal das Sportabzeichen in Empfang nehmen dürfen.

Die Prüfung darf ablegen, wer mindestens sechs Jahre alt ist. Nach oben gibt es keine Grenze. In dieser Saison ist Johann Bösen mit 87 Jahren ältester Teilnehmer in der Wiestegemeinde. Am Anfang gibt es für alle ein gemeinsames Aufwärmen unter Anleitung. „Dadurch verringert sich die Verletzungsgefahr“, so Reiner Loss. Anschließend werden einzelne Stationen besetzt. Inzwischen ist Reiner Loss mit Doris Brettmann und Heiko Trenkhorst zum Hochsprung gewechselt. Dort bilden die Sportler zwei Reihen, je nachdem ob sie besser von links oder rechts springen können. Der elfjährige Kai überspringt als erster sicher die 100 Zentimeter. Heute ist er zusammen mit seinen Schwestern Bianca und Rebecca (beide 14) sowie Papa Uwe Götsche auf der Anlage. „Wir nutzten das Sportabzeichen als zusätzliche Trainingsmöglichkeit während der Sommerferien“, erzählt Götsche.

Die Verbindung zum TV Sottrum, bei dem alle Abnehmer Mitglied sind, sieht Reiner Loss als großen Vorteil. „Wir sind dort sehr gut eingebunden“, berichtet der 54-Jährige. Die Trainingsanlage wird kostenlos von der Samtgemeinde zur Verfügung gestellt. Die Koordination liegt in den Händen des TV Sottrum. Auch für den Verein hat das Sportabzeichen Vorteile, denn dadurch entscheiden sich viele Menschen für Sport und oft genug auch für eine Mitgliedschaft.

Inzwischen liegt die Latte beim Hochsprung auf 110 Zentimeter. Auch diese Höhe meistert Kai souverän. Schon 105 Zentimeter hätten in seiner Altersklasse für Gold gereicht. Um möglichst vielen Menschen ein Sportabzeichen zu ermöglichen, gibt es seit einigen Jahren die Unterteilung in Gold, Silber und Bronze. Kai überspringt an diesem Abend sogar noch 115 und 120 Zentimeter.

Neben Springen, Werfen, Kugelstoßen, Seilspringen und einigen weiteren Disziplinen gibt es in der Saison zwei Walking- und drei Fahrradprüfungstermine. Und es muss nicht nur am Mittwoch sein: So trainiert das Power-Men-Team von Silke Röhrs an drei Dienstagen. „Weitere Gruppen können sich gerne melden. Wir versuchen, es dann zu ermöglichen“, sagt Reiner Loss. Eine gute Verbindung unterhält der Stützpunkt mit dem benachbarten Freibad, denn Schwimm-Meister Henry Kraft und sein Kollege Patrick Wallbaum stoppen auf Wunsch die Schwimmzeit und stellen eine Bescheinigung über die Leistung aus. Mit im Boot sind die Grundschulen der Samtgemeinde, denn dort werden ebenfalls Prüfungen abgenommen.

Übrigens: Für Maya hat sich die Wiederholung einiger Prüfungen gelohnt. Wenn die Sportler im Frühjahr ihr Abzeichen in der Aula der Oberschule entgegennehmen, gibt es für sie eine in Gold. David darf sich dann, wenn er sich in den kommenden Wochen nicht sogar noch verbessert, über eine Silber-Urkunde freuen.

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