Aufsichtsrat entscheidet

Noch ein Kindergarten für Rotenburg – Mutterhaus hofft auf grünes Licht

Bürgermeister Andreas Weber (v.l.), Sandra König als Leiterin des Amtes für Jugend und Soziales sowie Mutterhaus-Chef Matthias Richter haben den Neubau eines zentrumsnahen Kindergartens für Rotenburg im Blick.
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Sie haben den Neubau eines zentrumsnahen Kindergartens für Rotenburg im Blick: Bürgermeister Andreas Weber (v.l.), Sandra König als Leiterin des Amtes für Jugend und Soziales sowie Mutterhaus-Chef Matthias Richter.

Rotenburg – Die Zahlen sprechen für sich und offenbaren einen weiterhin steigenden Bedarf. Die Kreisstadt wird im kommenden Jahr 100 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder benötigen. Dieses Signal hatte das Amt für Jugend und Soziales schon vor einigen Monaten in Richtung Stadtrat gesendet. Inzwischen steht fest: Das Diakonissen-Mutterhaus kann helfen, will zeitnah noch einen Kindergarten in der Kreisstadt bauen und betreiben – zentrumsnah auf einem mehr als 5 000 Quadratmeter großen Grundstück neben der Gärtnerei der Rotenburger Werke an der Lindenstraße.

Mutterhaus-Chef Matthias Richter: „Am 17. September tagt unser Aufsichtsrat, der darüber entscheidet. Ich bin sehr zuversichtlich. Die Zeit drängt, und deshalb sind die bis hierhin machbaren Vorplanungen bereits erfolgt. Der Bau für vier Kindergarten- sowie eine Krippengruppe soll ganz ähnlich ausfallen, wie die ebenfalls vom Mutterhaus gebaute und schon im Betrieb befindliche Einrichtung an der Brockeler Straße. Die wiederum war nach den Plänen des neuen evangelischen Kindergartens am Lönsweg errichtet worden. „Wir passen ein paar Dinge an, aber es gibt gute Rückmeldungen aus der Praxis. Es funktioniert. Daher bietet es sich an, auf dieser Grundlage zu planen.“ Rund 3,5 Millionen Euro wäre das Mutterhaus bereit zu investieren. Das Grundstück will man kaufen, es sei groß genug, um eine gegebenenfalls erforderliche Erweiterung vornehmen zu können, sagt Richter im Gespräch mit der Kreiszeitung.

„Mit dem Neubau in Unterstedt haben wir vom kommenden Jahr an 950 Kinder in der Betreuung“, sagt Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Er geht davon aus, dass die Betreuungszahl auf 1 050 anwachsen muss. „Wir haben gute Kooperationspartner in der Stadt – dazu gehört auch das Mutterhaus“, ergänzt er. Er sei froh über die Bereitschaft, die Richter signalisiert hat.

„Wir machen das gerne“, erklärt Richter. Und damit meint er die Investitionen der vergangenen Jahre insgesamt. 2015 ist das Mutterhaus in die Betreuung der Flüchtlinge eingestiegen, es hat ein Hospiz am Therkornsberg errichtet, und gleich nebenan entsteht zurzeit ein Wohnheim für Auszubildende der Rotenburger Diakonie. Es sei die Aufgabe des Mutterhauses, zu schauen, wo es gesellschaftliche Nöte und Herausforderungen gibt. „Da dann einzusteigen und einen Beitrag zu leisten – das ist Diakonie“, sagt Richter. In Sachen Betreuung und Ausbildung seien die diakonischen Einrichtungen eine „bekannte Größe“. Da liege es nahe, „einen unserer Vereinszwecke zu erfüllen“. Mit dem zusätzlichen Einstieg in die Betreuung der Kinder stärke man das System und damit den Ausbildungsstandort Rotenburg. Richter: „Das passt einfach gut zusammen.“

Die Alternative, um den zuletzt deutlich gewordenen Bedarf zu decken, sähe für die Stadt weitaus schwieriger aus: „Wir müssten selbst investieren oder andere Kooperationspartner ins Boot holen“, erklärt der Bürgermeister. Mit Blick auf das jetzige Bemühen des Mutterhauses stellt Weber fest: „Für uns als Stadt ist das eine tolle Infrastrukturbereicherung. Nicht umsonst wird Rotenburg ja auch als Hauptstadt der Diakonie in Niedersachsen bezeichnet.“

Richter lässt nicht unerwähnt, dass in dem jetzt ins Auge gefassten Kindergarten-Neubau der Integrationsschwerpunkt ein wesentlicher Bestandteil sein soll. Entsprechenden Bedarf hätten vor allem die Rotenburger Werke angemeldet. Sandra König, die neue Leiterin des Rotenburger Amtes für Jugend und Soziales, freut sich ebenfalls über dieses Vorhaben, hilft es der Stadt doch, dem wachsenden Betreuungsbedarf gerecht zu werden. „Auch der zentrumsnahe Standort ist gut gewählt“, unterstreicht sie.

Ähnlich sieht es Andreas Weber: Schließlich seien gerade in diesem Bereich der Kreisstadt sehr viele Arbeitsplätze angesiedelt – im Diakonieklinikum, aber auch in den Rotenburger Werken. Das macht es für die Beschäftigten interessanter.

Für Sandra König spielt ein weiterer Aspekt bei den Planungen eine wichtige Rolle: Die Kita soll einen nahtlosen Übergang von der Krippe in den Kindergarten ermöglichen, ohne dass damit ein Einrichtungswechsel verbunden ist. „Das ist für die Kinder entscheidend, sie müssen sich nicht erst wieder an eine neue Umgebung gewöhnen.“

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Gibt es in dieser Woche grünes Licht vom Aufsichtsrat des Mutterhauses, soll alles „so schnell wie möglich“ in Gang gesetzt werden. „Wir stehen in den Startlöchern“, versichert Matthias Richter. Eine Änderung des B-Plans werde in einem beschleunigten Verfahren erfolgen, sagt Weber. Im Anschluss folgten die konkreten Planungen sowie der Bauantrag. Ende kommenden Jahres, spätestens Anfang 2023 soll die Einrichtung bezugsfertig sein. Für eine Übergangslösung stehe der alte Kindergarten in Unterstedt zur Verfügung. „Dort könnten wir zwei Gruppen unterbringen.“ Richter lobt die „geübte Zusammenarbeit mit allen Beteiligten“ und freut sich auf einen neuen, naturnahen Kindergarten.

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