Niels Kruse macht Projekt mit Kindern und Jugendlichen im Grafeler Forst

Gespräche auf dem Waldsofa

Die Waldteens gemeinsam mit Niels Kruse auf dem Waldsofa.
+
Die Waldteens diskutieren auf dem Waldsofa über aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit und Trinkwasser.

Bei den Waldteens von Nils Kruse stehen in diesem Jahr die Themen Nachhaltigkeit und der Umgang mit Trinkwasser im Vordergrund.

Unterstedt – Die Handys bleiben zu Hause. Kein Problem für die sieben Jugendlichen, die Waldpädagoge Niels Kruse zur Projektwoche im Grafeler Forst begrüßt. Denn Sören, Phil, Hugo, Finn, Jonah, Feline und Stine sind keine „Suchtis“, wie sie betonen. In den vergangenen Jahren haben sie die Waldkids-Gruppen besucht und dort viel Wissen über Flora und Fauna gesammelt. „Ich kann ihnen über den Wald kaum noch etwas beibringen“, sagt Kruse, der mit den Siebtklässlern auf dem selbst gebauten Waldsofa stattdessen über aktuelle Themen diskutiert: Nachhaltigkeit und den Umgang mit Trinkwasser beispielsweise.

Langeweile kommt an den insgesamt vier Tagen sowie einer Übernachtung in Zelten zum Abschluss nicht auf. Die Jugendlichen sind Selbstversorger: Sie hacken sogar Holz, um sich Nudeln mit Bolognese über dem Lagerfeuer zu kochen. „Die meisten von ihnen kenne ich schon lange. Wir sind jetzt ein letztes Mal zusammengekommen – der Abschied macht mich ein wenig traurig“, erklärt Kruse, der bereits seit 2015 im Rahmen des Programms zur langfristigen ökologische Waldentwicklung (Löwe) der Niedersächsischen Landesforsten die Gruppen betreut. In diesem Jahr unterstützt ihn dabei Anja Schulenberg.

Über zwei Wochen läuft das Programm, das jeweils in der ersten Hälfte der Sommerferien stattfindet. Zunächst treffen sich die sieben Waldteens, in Woche zwei dann 21 Waldkids, die die erste bis vierte Klasse besuchen. „Das Waldprojekt kommt gut an. Jeweils schon im Januar oder Februar sind wir ausgebucht“, freut sich Kruse, dem die Arbeit sehr am Herzen liegt: „Kinder und Jugendliche, die die Natur kennen, die schützen sie auch“, ist er sicher.

Sein pädagogisches Programm ist jeweils auf das Alter der Kinder abgestimmt. Die Waldkids lernen die Grundlagen der Natur. Welche Tiere gibt es im Wald? Was wächst dort? Dazu gibt es Ausflüge beispielsweise zum Bullensee, ins Moor oder in eine Tischlerei, wo die Kinder die Arbeitsschritte vom Baum zum Möbelstück kennenlernen. „Die Projektwoche endet mit einer Präsentation für die Eltern“, erinnert sich der 13-jährige Sören.

Motto der Waldteens ist in diesem Jahr „Stärke des Menschen und der Natur“. Die Teilnehmer gehen der Frage nach, an welchen Stellen sich der Mensch etwas von der Natur abgeguckt hat. „Das gilt zum Beispiel für den Hubschrauber, der vom Aufbau her einer Libelle ähnelt“, berichtet Sören. Die Jugendlichen gehen mit offenen Augen durch den Wald, entdecken Frösche, Blindschleichen und andere Tiere.

Dem zwölfjährigen Tom hat besonders ein Experiment sehr gefallen, bei dem er und seine Freunde sich mit Schlafmasken auf den Augen im Wald bewegen mussten. „Wie eine Eule mussten wir auf unser Gehör vertrauen“, erklärt der Schüler. „Wir haben darüber geredet, welche Pflanzen im Wald ihre ökologische Nische gefunden haben“, berichtet Phil (13). Der Efeu, erzählt er weiter, sei ein Schmarotzer: „Er würde ohne seinen Wirt, den Baum, an dem er hochwächst, nicht überleben.“

Die Freundinnen Feline (12) und Stine (13) genießen es, in der Natur zu sein. „Wir reiten auch zusammen“, berichtet Feline, während sie einen Stock zeigt, den sie geschnitzt hat. „Wir haben uns die unterschiedlichen Baumarten angeschaut, die hier wachsen, und viele Tiere entdeckt“, ergänzt Stine.

Bereits zum sechsten Mal ist Sören (13) dabei. Ihm ist besonders die Diskussion über Nachhaltigkeit in Erinnerung geblieben: „Nicht alle Ressourcen, die wir nutzen, sind unendlich. Daher ist es wichtig, auf andere Energiequellen zu setzen“, findet er. Trink- und Grundwasser müssten besser unterschieden werden: „Wenn beispielsweise in Nordspanien die Tomaten mit Trinkwasser gegossen werden, die Menschen aber nicht genug davon haben, stimmt etwas nicht.“ Hugo (13) verbringt viel Zeit im Wald: „Es war mir sehr wichtig, die letzte Chance zu nutzen, hier dabei zu sein. Die Natur inspiriert mich immer wieder.“ Es sei schön, die Zeit mit Freunden zu verbringen, betont Finn (13). Für seinen Freund Phil (13) gehört die Waldwoche zu den Sommerferien. „Es ist eine tolle Möglichkeit, um sich nach dem Stress der Schule zu erholen. Im vergangenen Jahr war das pandemiebedingt nicht möglich.“ Waldpädagoge Niels Kruse begrüßt auch im kommenden Jahr Kinder im Grafeler Forst: „Vielleicht ist dann der ein oder andere dieser Gruppe dann als Betreuer dabei.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Meistgelesene Artikel

Zu schnell und nicht angeschnallt: 19-Jähriger stirbt bei Autounfall

Zu schnell und nicht angeschnallt: 19-Jähriger stirbt bei Autounfall

Zu schnell und nicht angeschnallt: 19-Jähriger stirbt bei Autounfall
Bald mehr Zeit auf dem Hochsitz

Bald mehr Zeit auf dem Hochsitz

Bald mehr Zeit auf dem Hochsitz
Weg von 3G: Keine Corona-Warnstufe mehr im Kreis Rotenburg

Weg von 3G: Keine Corona-Warnstufe mehr im Kreis Rotenburg

Weg von 3G: Keine Corona-Warnstufe mehr im Kreis Rotenburg
Neu gegründete Mounted-Games-Teams richten Championat aus

Neu gegründete Mounted-Games-Teams richten Championat aus

Neu gegründete Mounted-Games-Teams richten Championat aus

Kommentare