Niedersächsische Tafelrunde hat Referenten zum Thema Medien zu Gast

Der Blick über den Tellerrand

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Michael Schwekendiek ist im zweiten Jahr Vorsitzender des Kuratoriums der Niedersächsischen Tafelrunde.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Vor 26 Jahren ist sie ins Leben gerufen geworden, um Menschen mit Führungsverantwortung an einen Tisch zu bringen: Die Niedersächsische Tafelrunde ist fest im Terminkalender in Rotenburg verankert. Es geht dabei nicht nur ums gemeinsame Essen, sondern immer auch um den guten Zweck.

Michael Schwekendiek, der im zweiten Jahr Vorsitzender des Kuratoriums der Tafelrunde ist, sagt zwar selbst, dass der geografische Rahmen mit Niedersachsen etwas hochgegriffen sei, aber: „Wir blicken schon über den Tellerrand hinaus.“ So kämen nicht nur Vertreter aus dem Landkreis Rotenburg, sondern auch zum Beispiel aus den Nachbarkreisen.

Bei dem Treffen steht aber nicht einzig die Gemeinschaft im Fokus, es sind auch immer Gastredner eingeladen, die zu einem bestimmten Thema referieren. Zum Beispiel waren schon der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog und die Theologin Margot Käßmann dabei. Da soll auch dieses Jahr keine Ausnahme bilden: Bei der Zusammenkunft am 10. März kommen erneut drei Referenten ins Heimathaus, berichtet Schwekendiek.

Dabei haben sich die Initiatoren für dieses Jahr das Oberthema „Medien“ ausgesucht. „Es werden aber keine Fachvorträge zu hören sein“, betont der Kuratoriums-Vorsitzende. Die Vorträge sollen dagegen für Laien geeignet sein: „Wir als Nutzer merken nicht, wie sich die Medienlandschaft verändert.“ Die sozialen Medien mit Twitter, Facebook und Co. würden eine immer größere Rolle spielen.

Die Festrede hält Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin der „Zeit“. „Das ist eine echte Power-Frau“, findet Schwekendiek. In ihrem Vortrag soll es vorwiegend um die Frage gehen: „Sterben die Zeitungen aus?“ „Vor einer Generation gab es in jedem Haushalt mindestens eine Zeitung, das hat sich radikal gewandelt“, sagt Schwekendiek über die Hintergründe. Die „Zeit“ sei wiederum ein Gegenbeispiel: „Sie ist in Deutschland die einzige Zeitung, die nicht an Auflage verliert.“ Sabine Rückert werde versuchen zu erklären, wieso.

Das nachbarschaftliche Grußwort hält Zeitungsverleger Dirk Ippen – von dem sich Schwekendiek sehr beeindruckt zeigt: „Er kauft kleinere Zeitungen und versucht, sie zukunftsorientiert aufzustellen.“ Ippen – der auch der Verleger der Rotenburger Kreiszeitung ist – werde bei der Niedersächsischen Tafelrunde daher über die Medienlandschaft im Lokalen berichten können.

Für die geistliche Nachrede hat das Kuratorium die Theologin Johanna Haberer eingeladen. Denn auch die Kirche beschäftige sich wegen des Mitgliederschwunds immer mehr mit der Zukunft. Schwekendiek: „Die Kirche muss sich überlegen: Wie machen wir uns noch verständlich?“ Das sei eines der Kernthemen, über das Haberer sprechen werde. Der 67-Jährige ist von den Referenten überzeugt: „Das werden drei super Vorträge zu einem Thema, das uns alle betrifft.“ Besonders freut er sich darüber, dass alle drei spontan und schnell zugesagt haben – teilweise sogar schon nach zehn Minuten.

Der Erlös der Veranstaltung fließe normalerweise eher in musische Projekte, berichtet Schwekendiek. Das soll sich in diesem Jahr ändern: Das Kuratorium hat sich dafür entschieden, das Geld diesmal dem Hartmannshof mit dem Mitmach- und Erlebnisgarten zugutekommen zu lassen. „Wir fanden, das ist ein tolles Projekt, das auch einmal unsere Unterstützung bekommen soll.“ Erfahrungsgemäß kämen etwa 4000 bis 5000 Euro zusammen.

Einen Hinweis hat der ehemalige Pastor noch: Einige hätten sich im vergangenen Jahr nach Ablauf der Frist erst anmelden wollen. „Denjenigen haben wir leider absagen müssen, da es schon zu voll wurde.“ Obwohl die Frist für die Anmeldung in diesem Jahr noch bis zum 20. Februar läuft, sind die etwa 150 Plätze im Heimathaus schon ausgebucht.

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