Niedersachsens Ministerpräsident wandert Nordpfade

Wandern ist des Weils Lust

Von Dennis Bartz

Trotz des Dauerregens gut gelaunt: Ursula Hoppe, Bürgermeisterin von Kirchwalsede, und Ministerpräsident Stephan Weil.

Zum 75-jährigen Bestehen des Landes Niedersachsen startet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Aktion „Auf 75 Kilometern durchs Land“. Sein Ziel ist es, gemeinsam mit Bürgern fünf Touren zu wandern. Zum Abschluss kommt er nach Rotenburg und lernt Teile der Nordpfade Dör‘t Moor und Wasserreich kennen.

Unterstedt – Er war noch keinen Schritt gewandert, da trat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bei seinem Besuch anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Landes Niedersachsen am Donnerstagnachmittag in Rotenburg bereits verbal in ein Fettnäpfchen. Er gestand vor 40 Freunden, Förderern und Paten der Nordpfade, dass er bei der Wahl zu „Deutschlands schönstem Wanderweg 2021“ nicht für Dör’t Moor gestimmt hatte. „Ich wusste nichts von der Wahl“, entschuldigte sich Weil und versprach: „Wenn es am Ende an meiner Stimme liegt, dass Dör’t Moor nicht gewinnt, dann komme ich wieder und gebe einen aus.“

Besänftigt durch das Versprechen startete die Gruppe angeführt von Udo Fischer, Geschäftsführer des Touristikverbands Landkreis Rotenburg (Tourow), danach bei Dauerregen die 15 Kilometer lange Tour entlang der Nordpfade Dör’t Moor und Wasserreich. „Es ist das erste Mal, dass ich einen Nordpfad wandere. Es ist wirklich schön hier“, betonte Weil kurz darauf und bekannte sich als begeisterter Wanderer. Er nutze die Gelegenheit, hier zu sein, um seine neuen Schuhe einzulaufen.

Zum 75-jährigen Bestehen des Landes hatte sich der Ministerpräsident vorgenommen, gemeinsam mit Bürgern fünf Touren durch Niedersachsen zu wandern – und dabei jedes Mal 15 Kilometer zurückzulegen. Die Abschlusstour führte ihn nach Rotenburg, wo er sich trotz des Dauerregens gut gelaunt zeigte. Mit grüner Regenjacke und Schlapphut, zeitweise auch mit Schirm, gab der geübte Wanderer das Tempo vor.

Udo Fischer hatte gehofft, Weil schon einige Tage früher begrüßen zu können, um mit ihm weitere Stimmen für Dör’t Moor zu sammeln. Doch dafür war es zu spät: Die Stimmabgabe war bereits Mittwoch um Mitternacht beendet. Die Chancen für den Nordpfad stehen trotzdem gut, wie Fischer betonte: „Nachdem wir lange auf Platz zwei standen, lagen wir im Mai und Juni sogar knapp in Führung. Wir rechnen damit, dass Anfang September der Sieger bekannt gegeben wird und freuen uns darüber, dass uns so viele unterstützt haben.“

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Die Wandergruppe startete ihre Moorrunde am Parkplatz des Großen Bullensees. Von dort umrundete sie zunächst einen Teil des Gewässers, ehe Tourow-Chef Udo Fischer die Gruppe über Holzhäcksel und -stege durch die Moor- und Wiesenlandschaft führte. Weiter ging es durch eine kleine Heidefläche.

Die Pause im 250 Jahre alten Schafstall in Unterstedt kam danach wie gelegen und bot die Chance, sich bei einem Picknick zu stärken und nebenbei ein wenig zu trocknen. Für die Verpflegung sorgten der Waldhof in Unterstedt und der Wachtelhof in Rotenburg.

Ortsbürgermeister Uwe Lüttjohann (SPD) nutzte die Gelegenheit, um über die bewegte Geschichte des Schafstalls zu informieren: „Die Wände waren einst verschoben, schief, krumm. Es gab keine Decke. Das ist in Eigenleistung begradigt und hergerichtet worden.“ Ein schwerer Sturm habe vor zwei Jahren jedoch dafür gesorgt, dass schwere Äste der Eichen auf das Dach stürzten. „Aber auch das haben wir gemeinsam wieder hinbekommen“, so Lüttjohann stolz.

Tourow-Chef Udo Fischer (r.) führt die Gruppe zum Schafstall in Unterstedt.

Vom Rande des Staatsforstes Grafeler Holz ging es weiter ein Stück auf dem parallel laufenden Nordpfad Rotenburger Wasserreich vom Kleinen Bullensee zurück zum Großen Bullensee.

Die fünfteilige Wandertour Weils ist Start einer Reihe von Aktionen zum 75-jährigen Bestehen des Landes Niedersachsen, das am 1. November mit einem Festakt im Kongresszentrum Hannover gefeiert wird. Dann ist es auf den Tag genau 75 Jahre her, dass die britische Militärverwaltung angeordnet hat, die bis dahin eigenständigen Länder Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Schaumburg-Lippe zum Land Niedersachsen zusammenzuschließen. Etwa 6,3 Millionen Menschen lebten damals dort, heute sind es acht Millionen.

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