Stadtwerke-Geschäftsführer gibt Preiserhöhung bekannt

„Nicht zu verhindern“

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Rotenburg - Von Inken Quebe. Die Stadtwerke Rotenburg (SR) kommen um eine Erhöhung der Strompreise nicht herum. Das schilderte Geschäftsführer Reinhard David während der Sitzung des Rotenburger Stadtrates am Donnerstagabend im Ratssaal. Man werde alles versuchen, die Strompreiserhöhung zu kompensieren, sodass zum 1. Januar die Belastung für die Bürger „so gering wie möglich ausfällt“. Aber: „Eine Strompreiserhöhung ist aller Voraussicht nach nicht zu verhindern.“

Wie hoch die Erhöhung sein werde, das vermochte David noch nicht zu sagen. „Die EEG-Zulage wird voraussichtlich von jetzt 6,35 Cent pro Kilowattstunde auf 7 Cent ansteigen, die Tennet hat angekündigt, ihr Netzentgelt drastisch anzuheben“, so David in seinem Bericht zum Geschäftsjahr 2015. Auch die Offshore-Haftungsumlage werde voraussichtlich ansteigen. Zahlen, auf die man keinen Einfluss habe. „Wenn es das alles nicht gäbe, könnten wir den Strompreis sogar senken“, so der SR-Geschäftsführer. All diese Zahlen stünden zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, würden erst in der zweiten Oktoberhälfte veröffentlicht. „Dann können wir selbst belastbare Kalkulationen durchführen“, erklärte David. Ähnlich hatte sich zuvor schon die EWE in Oldenburg geäußert. „Es wird sich am Ende zeigen, welche Preisentwicklung die einzelnen Preiskomponenten zulassen“, teilte EWE-Sprecher Dietmar Bücker mit.

Netzbetreiber Tennet hatte dagegen Zahlen geschätzt: So würden für einen Drei-Personen-Haushalt von 2017 an etwa 30 Euro mehr an Stromkosten anfallen. Hauptursache für den Anstieg sei, dass der Netzausbau nicht so schnell voran komme wie der Zubau der Erneuerbaren.

Aus Sicht von SR-Geschäftsführer David sei mit Blick auf die Zukunft positiv, dass das Wirtschaftsministerium erkannt habe, „dass es nicht mehr wie bisher mit der Vergütung der regenerativen Energieträger im Erneuerbaren Energien Gesetz weitergeht“. Die Korrektur über das Ausschreibungsverfahren sei aber nur eine „Verschlimmbesserung“ und bremse nicht die Kosten und Gefahren, „die durch einen weiterhin unkontrollierten Ausbau der Wind- und Sonnenenergie im Strombereich entstehen“.

Die Umstellung auf Wind- und Sonnenenergie sei zwar sinnvoll, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt, der bereits überschritten sei. Der Bau von Stromspeichern müsse im gleichen Maße vorangetrieben werden, wie der Ausbau der regenerativen Energien, bemängelte David. „Solange es keine technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Stromspeicherung gibt, muss dieser Ausbau viel stärker begrenzt werden als bisher.“ Sonst würden die Strompreise „exorbitant steigen“, warnte er. Auch die Versorgungssicherheit sei gefährdet. Hinter den Kulissen bereite sich die Branche schon auf kontrollierte Stromabschaltungen vor.

Schon in den vergangenen Jahren habe David auch auf die steigende Bürokratie in der Energiewirtschaft hingewiesen. „Leider wird es zunehmend schlechter.“ Beispielhaft seien da diverse Gesetze und Verordnungen, wie das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. David: „Die neuen Gesetze und Verordnungen verkomplizieren die Arbeitsprozesse, verteuern unter anderem die Zählerkosten um mehrere hundert Prozent, schaffen ein multifunktionales Technikmonster ohne Nutzen und Mehrwert für Kunden und Energiewende.“

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