Vom Elektroniker zum Chef

Stadtwerke-Chef Reinhard David: „Nicht jeder ist ein Zampano“

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Um für das Studium zugelassen zu werden, hat Reinhard David sich richtig reingehängt und die Fachoberschule mit einem Schnitt von 2,0 beendet.

Rotenburg - Von Farina Witte. Heute ist er der Chef der Rotenburger Stadtwerke. Doch dass ihn seine berufliche Laufbahn dorthin führen würde, war für Reinhard David noch nicht von Anfang klar. Der Geschäftsführer hat nach seinem Realschulabschluss zunächst eine Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker absolviert. Da war für ihn klar, dass er danach nochmal die Schulbank drücken wollte.

Zwar wusste David bereits früh, dass er etwas mit Wirtschaft machen möchte, doch das Studium im Wirtschaftingenieurwesen hat er erst während der Ausbildung ins Auge gefasst. „Die Voraussetzungen waren recht hoch, da wusste ich, dass ich mich reinhängen muss. Ich wollte gut abschneiden“, erinnert er sich an das Jahr, in dem er seinen Fachoberschulabschluss in Hamburg gemacht hat.

Ein so richtig schlechtes Zeugnis hat er daher nicht – 2,0 steht auf seinem Abschlusszeugnis. „Die Ausbildung wurde für die Zulassung zum Studium auf den Schnitt drauf gerechnet, sodass ich bei 1,5 lag“, erklärt der heute 60-Jährige. Damit hatte er sein Ziel erreicht, denn für das Studium an der Technischen Hochschule in Hamburg wurde ein Numerus clausus von 1,7 verlangt.

An die Realschulzeit hat er nicht so gute Erinnerungen. Zwar war er auch dort kein schlechter Schüler, aber trotzdem ist er nicht wirklich gern zur Schule gegangen. „Das brachte einfach keinen Spaß“, meint David. Es sei denn, ergänzt er, „man hatte offene, faire Lehrer.“ Er habe aber auch einige gehabt, die ihm den Spaß an Lernerfolgen kaputtgemacht haben. 

Man braucht auch die Ruhigen, sagt David

„Ich war eher ein stiller Schüler, hatte aber gute schriftliche Leistungen“, erklärt der heutige Stadtwerke-Chef. Einige Lehrer haben ihm dann aber aufgrund der mündlichen Leistung schlechter bewertet. „Das hat mich schon geärgert, und ich hab das nicht so richtig nachvollziehen können.“ Schließlich müsse nicht jeder ein „Zampano“ sein, wie er sagt. Auch bei den Stadtwerken gebe es unterschiedliche Typen. „Und die braucht man auch.“

Seine schriftlichen Leistungen waren gut, aber ein Prüfungsmensch war er deshalb nicht. „Ich war froh, wenn es endlich losging und ich es dann hinter mir hatte“, so David. Nicht immer lief es gut. Der Prüfungserfolg hing für David auch von den Themen ab. Wenn er sich für ein Thema interessierte, fiel ihm das Lernen leichter.

„Einmal hatte ich eine Sechs in Chemie und wurde nochmal geprüft. Das Thema lag mir dann, und ich hab mich auf eine Drei verbessert“, berichtet der Geschäftsführer aus seiner Realschulzeit. Zu seinen Lieblingsfächern zählten Mathematik und Sport.

Manchmal träumt er noch von den Prüfungen

Den Schritt zu wagen, nach der Ausbildung noch ein weiteres Jahr zur Schule zu gehen und das Fachabitur zu machen, sei richtig gewesen. „Das hat mich zusätzlich motiviert“, berichtet David. 

Auch heute noch, in der Position des Geschäftsführers, holt ihn die Schul- und Studienzeit manchmal noch ein. „Letztens habe ich sogar einmal davon geträumt, dass ich noch eine Prüfung für das Diplom machen musste“, erzählt er und wundert sich über die Erinnerung.

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