Liberal-Konservative-Reformer wählen Sottrumer zum Direktkandidaten

Newcomer-Partei will mit Drewes in den Bundestag

Das LKR-Spitzenduo: Bernd Lucke (l.) und Peter Drewes sind bereit für den Wahlkampf. - Foto: Jürges

Unterstedt - Von Cathleen Jürges. Die Aufstellungsversammlung am Sonnabend im Waldhof Unterstedt stimmte den Bundesvorsitzenden Christian Kott und auch den Landesvorsitzenden Peter Drewes zuversichtlich. „Wir haben die besten Kandidaten, die wir bekommen konnten“, so der Landesvertreter Niedersachsens der LKR. Dahinter verbergen sich „Liberal-Konservative-Reformer“. Noch ist die Partei ein Newcomer in der politischen Landschaft, dennoch steckt sie sich hohe Ziele: Am 24. September will sie zur Bundestagswahl die Fünf-Prozent-Hürde knacken.

Gut 50 Parteianhänger füllen den Saal des Gasthauses zum Landesparteitag der LKR in Niedersachsen. Und eine leichte Aufregung macht sich breit, als Landesvorsitzender Peter Drewes den einstigen AfD-Mitbegründer Bernd Lucke ankündigt. Er ist der Spitzenkandidat der 2015 als Alfa gegründeten LKR und soll der jungen Partei zum Sprung in den Bundestag verhelfen. Sogar der Bundesvorsitzende Christian Kott fand den Weg nach Rotenburg und begrüßte das Publikum, darunter ebenfalls der Verein „Zukunft Deutschland“.

Er selbst verstehe sich gar nicht als Politiker, so beginnt Kott seine Rede, sondern vielmehr als Familienvater, der es geschafft habe, vom Sofa aufzustehen. „Dieses Land braucht diese Partei. Wir sind liberal und konservativ und beides fehlt!“, klärte der Parteichef die Anwesenden über die Ziele der LKR auf. Eine parallel laufende Diashow unterstrich seine Ansichten. Auf der Leinwand erschienen politische Statements wie: „Wir stehen für eine realistische Einwanderungspolitik, die auch darauf schaut, wie viele Einwanderer wir verkraften können“ oder „Wir stehen für eine professionelle Polizei“.

Ehemalige AfD-Anhänger, Konservative und Liberale – sie alle sitzen an diesem Tag in einem Saal und vereinen sich nun unter dem Namen „Liberal-Konservative Reformer“. Eine Partei, die laut Kott „Deutschland wieder fit machen“ will. Allgemein ist herauszuhören, dass die Anhänger und Unterstützer ihr Vertrauen in die großen Parteien ganz und gar verloren haben. „Zukunft Deutschland“-Vorsitzender Sascha Flegel macht das in einem Kommentar deutlich: „Die Lücke, die die CDU mit ihrem Rutsch nach links geschaffen hat, ist untragbar.“

Und als Bernd Lucke das Wort ergreift, geht er abermals auf das vermeintlich politische Vakuum ein, das er mit der LKR auszufüllen versucht: „Gerade im bürgerlichen Milieu haben viele die Nase voll von der CDU und teils auch von der SPD. Wir sind die Partei, die Alternativen in der Euro-Politik aufzeigen will und nicht, wie die anderen Parteien, die Realität verweigert.“

Aus dem Munde eines ehemaligen AfD-Politikers klingt das Wort „Alternativen“ beinahe verräterisch. Doch Lucke betont in einem Pressegespräch, dass die LKR frei von solchen „Chaoten“ sei, wie sie es in der AfD gegeben habe: „Wir merken ja die gute Stimmung auf dem Parteitag, mit wirren Ideen kommt man nicht voran. Wir haben die Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten zurückgelassen. Die LKR steht dafür, dass wir was ändern wollen. Wir brauchen keine Denkfaulheit, sondern neue Denkanstöße, gerade in Bezug auf den Euro.“

Ob die LKR wirklich neuen Wind in die Parteienlandschaft bringen kann oder ob das Parteienprogramm nur ein Deckmantel ist, zeigt sich zur Bundestagwahl 2017. Einer der LKRler ist aber schon jetzt sehr zufrieden. Der Sottrumer Peter Drewes wurde zum Direktkandidaten für den Wahlkreis Rotenburg und Heidekreis gewählt. Zudem darf er den zweiten Listenplatz belegen, gleich hinter Bernd Lucke, der ebenfalls mit großer Zustimmung von 97 Prozent auf den ersten Listenplatz gewählt wurde. Drewes hatte ihm den Vortritt zum Spitzenkandidaten freiwillig überlassen. „Für mich ist es ein großes Kompliment, dass ich mit 100-prozentiger Zustimmung zum Direktkandidaten gewählt wurde, solche Ergebnisse lässt die Konkurrenz zittern“, sagt Drewes glücklich. Den dritten Listenplatz belegt nun der Rechtsanwalt und Notar Jens Paulsen.

Bislang haben die LKR 17 Sitze in niedersächsischen Rathäusern erobert. Bei der Kommunalwahl im September kam die Partei im Landkreis Rotenburg auf 0,4 Prozent der Stimmen. Drewes hatte sich dort auf für ein Kreistagsmandat beworben, scheiterte aber. Nun aber vertraue er der Arbeit von Bernd Lucke und glaube fest daran, im September die Fünf-Prozent-Hürde zu schaffen.

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