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Neustart der Tarmstedter Ausstellung in Planung

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Von: Ann-Christin Beims

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Viele Menschen stehen auf dem Gelände der Tarmstedter Ausstellung und unterhalten sich miteinander.
Eine Ausstellung auf dem Tarmstedter Gelände soll es in diesem Jahr wieder geben – unter den dann möglichen Vorgaben, sagen die Veranstalter. © Menker

Die Veranstalter der Tarmstedter Ausstellung rechnen nach jetzigem Stand fest damit, dass das Messe-Gelände am zweiten Juli-Wochenende wieder belebt werden kann.

Tarmstedt – 2019 gab es noch einen Besucherrekord mit 117 000 Gästen, dann kam die Corona-Pandemie. Und mit ihr ging es, wie für fast alle Veranstaltungen, auch für die Tarmstedter Ausstellung von 100 direkt auf Null. Es folgten bisher zwei Jahre Zwangspause, trotz Hoffnung auf eine Durchführung 2021. Da aber bekanntermaßen aller guten Dinge Drei sind, sind die Veranstalter, darunter Geschäftsführer Dirk Gieschen und Prokuristin Julia Wöltjen, zuversichtlich, dass die 72. Ausstellung am zweiten Juli-Wochenende endlich stattfinden kann. „Da sind wir zum jetzigen Zeitpunkt deutlich überzeugter als noch letztes Jahr, wo wir das auch erst gesagt hatten“, so Gieschen. Damals folgte wenige Wochen später dann doch die Absage. „Aber jetzt sind wir sehr viel weiter.“

Sehr viel weiter im Sammeln von Erfahrungen mit Events in Zeiten einer Pandemie, sehr viel weiter beim Thema Impfen. Alles Faktoren, die eine Rolle spielen. Das Hygienekonzept steht und wird stetig den Gegebenheiten angepasst. Auflagen wird es für eine Durchführung sicherlich geben. Welche das sind, muss aber die pandemische Lage im Juli zeigen. „Wir sind an Flexibilität gewöhnt“, erklärt Gieschen. Man orientiere sich bei den Planungen an Veranstaltungen, die bereits laufen. „Wir profitieren alle von den Erfahrungen der anderen.“ Der Austausch untereinander funktioniere heute besser als vor der Pandemie. „Und jetzt geht es von Rekord auf Neustart, das wird spannend.“

Die Anmeldezahlen sprechen dafür, dass wir guter Dinge sein dürfen. Die Aussteller wollen wiederkommen.

Julia Wöltjen, Prokuristin

Noch 157 Tage bis zur Eröffnung und die Zeichen stehen gut, dass die 72. Ausstellung im dritten Anlauf durchgeführt werden kann. Probleme durch den Weggang von Geschäftsführer Frank Holle gibt es nicht: „Wir sind sehr gut aufgestellt“, merkt Gieschen an. Die Vorbereitungen laufen also auf Hochtouren. Nachdem nun alle Anmeldungen eingegangen sind, macht sich das Team an die Feinplanung. Es soll eine Mischung aus Altbewährtem und neuen Ideen werden. „Auch ohne den Ausfall hätte sich das Gesicht der Messe verändert. Aber so einen Einschnitt wie jetzt gab es natürlich noch nie.“

Welche neuen Ideen sie verwirklichen wollen, möchten Gieschen und Wöltjen noch nicht im Einzelnen verraten. Nur so viel: „Die Besucher drängen erstmal auf das, was sie kennen. Wir werden aber die Ausstellung weiterentwickeln. Die Nachfrage nach Regionalität ist noch stärker, da werden wir uns drum kümmern“, sagt Gieschen.

Die Resonanz aus den Reihen der Aussteller und Dienstleister ist dabei erfreulich positiv: Mehr als 90 Prozent aus den verschiedenen Bereichen wie Landwirtschaft, Land-, Kommunal- und Energietechnik, Zucht, Freizeit und Hobby sind wieder dabei, so Wöltjen. Sie vermissen die Kontakte vor Ort, den Austausch mit anderen Ausstellern und Besuchern. Eine Zahl, die die Aussteller dennoch überrascht hat nach zwei Totalausfällen. Es gibt nur wenige, die aufgrund von Corona vorsichtig sind und in diesem Jahr noch einmal pausieren werden. „Die Anmeldezahlen sprechen dafür, dass wir guter Dinge sein dürfen. Die Aussteller wollen wiederkommen.“ Auch nach der langen Pause.

Die Digitalisierung schreitet voran

Dabei wird es natürlich Veränderungen geben: Gerade unter den kleineren Ausstellern gibt es auch diejenigen, die die Pandemie nicht überstanden haben. Wer ganzjährig nur auf Messen unterwegs war, dem ist die Existenzgrundlage weggebrochen, weiß Wöltjen. „Manche haben sich neu orientiert oder es gibt sie schlicht ergreifend nicht mehr.“ Daher sehen die Veranstalter auch ihre Wirtschaftsförderungsfunktion: Viele Arbeitsplätze seien eng mit der Ausstellung verknüpft. Gieschen nennt um die 160 „Einschlagspunkte“ – Handwerker bis Messerbauer, viele Freiberufler. „Es sind viele Menschen im Landkreis betroffen. Das ist ein Antrieb für uns, Sorge zu tragen, dass es losgehen kann.“

Obwohl es jene gibt, die nicht zur Messe zurückkehren werden, kommen wieder neue dazu oder bekannte Aussteller, die sich in den vergangenen Jahren neu aufgestellt haben. „Da ist spannend zu sehen, was in zwei Jahren passiert ist. Es ist auch keiner dabei, der in der Pandemie komplett auf digital umgestiegen ist“, sagt Wöltjen.

In puncto Digitalisierung hat sich aber auf dem Messegelände einiges getan. Die Vorbereitungen für ein großes Digitalisierungsprojekt laufen, ein vernünftiger Internetanschluss ist mittlerweile vorhanden. Es gibt einen Ticketshop, eine digitale Besucherregistrierung und Einlasskontrolle – also leistungsfähige Internetanschlüsse unerlässlich. „Wir wissen so zu jeder Zeit, wie viele Besucher auf dem Gelände sind.“ Eine coronakonforme Steuerung. Es wird auch die Möglichkeit geben, online anzusehen, was man vielleicht verpasst hat. „Als zusätzliches Angebot, wo der Bedarf besteht“, meint Wöltjen und denkt dabei beispielsweise an die erfolgreichen Tarmstedter Gespräche.

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