Neues Sprachkurs-Angebot für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive / Arbeitsagentur übernimmt Finanzierung

„Wir können sofort starten“

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Friedrich-Gustav Strunk und Melanie Philip organisieren Sprachkurse für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive.

Rotenburg - Dass Einwanderer die deutsche Sprache können, ist ein wichtiger Eckpfeiler der Integration. Davon ist auch Melanie Philip von der Vita Akademie in Wittmund überzeugt. Sie kann nun kostenfreie Kurse für Neuankömmlinge anbieten, selbst wenn diese noch keinen Asylantrag gestellt haben. Möglich macht es die Bundesagentur für Arbeit, die auch die Kosten für die Sprachkurse übernimmt. Noch bis zum 31. Dezember sei es machbar, die Seminare anzubieten. Beginn: „Wir können sofort starten“, sagt Philip.

Ihr Team macht nun Werbung bei den Kommunen, damit auch die Flüchtlinge auf dem Land von der Maßnahme vor Ort profitieren können. „Die Menschen sollen dort die Kurse haben, wo sie leben“, sagt Philip. Friedrich-Gustav Strunk aus Rotenburg hilft ihr dabei. Seiner Auskunft nach haben auch schon „die ersten Gemeinden ihre Bereitschaft signalisiert“. Feststehen tut in Rotenburg oder den umliegenden Gemeinden allerdings noch nichts. Philip hofft, Mitte November mit den ersten Kursen in der Region beginnen zu können.

Das Problem: Das, was die Bundesagentur für Arbeit mit der Finanzierung dieser Kurse bezwecken will, kommt bei den Städten und Gemeinden in diesem Punkt noch nicht an: Bürokratieabbau. Häufig ist es für die Koordinatoren schwierig, überhaupt erstmal den richtigen Ansprechpartner in den Kommunen zu finden. Gerade im Landkreis Rotenburg, da dort die Gemeinden selbst für die Koordinierung von Sprachkursen zuständig sind, und nicht, wie in anderen Fällen, eine zentrale Instanz in der Kreisverwaltung. „Auch habe ich das Gefühl, dass manche Landkreise und Kommunen Angst haben, ein solches Projekt unkoordiniert zu starten – berechtigterweise“, sagt Philip.

Der Kurs richte sich an Flüchtlinge mit Bleibeperspektive, so Philip. Die Teilnehmer müssten bereits in einer Erstaufnahmeeinrichtung registriert worden sein. Die Dozenten und Dolmetscher – von ausgebildeten Lehrern bis hin zu Privatpersonen wie beispielsweise Lehrer im Ruhestand – stehen bereit. Lediglich Räume für 20 bis 25 Menschen – in dieser Größenordnung sollen die Kurse liegen – gilt es zu suchen. Für Flüchtlinge, die etwas außerhalb wohnen, sei ein Shuttle-Service möglich.

„Der Kurs gibt eine Basis für die Sprache“, sagt Strunk. Der Praxisbezug stehe dabei besonders im Mittelpunkt. So werden beispielsweise an einem Vormittag die Namen von Lebensmitteln gelernt und am Nachmittag gleich gemeinsam eingekauft. Acht Wochen dauert ein Kurs, zu dem sich Flüchtlinge auch selbst anmelden können. Philip will daher auch die „Multiplikatoren, wie Wohlfahrtsverbände oder Bürgerinitiativen auf das Seminar aufmerksam machen.

Weitere Informationen zu dem Programm erteilt Melanie Philip unter der Telefonnummer 0179/7411605 oder der Koordinator Christoph Kuehling unter 04141/ 6904381 beziehungsweise 01590/2413549.

mro

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