Nisthilfe für Vogelarten auf dem Wasser fertiggestellt

Neues schwimmendes Kunstbiotop

Bülstedt - Von Wieland Bonath. Ihr zweites Brutfloß hat die Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg jetzt fertiggestellt und diese schwimmende Nisthilfe den wassergebundenen Vogelarten für die Aufzucht des Nachwuchses zur Verfügung gestellt. In der Gemarkung Bülstedt in idyllischer Umgebung, nicht weit von der „Grenze“ zwischen dem Nord- und Südkreis bei Winkeldorf. Das erste Brutfloß schwimmt seit einigen Jahren in einem Gewässer im Naturschutzgebiet Lohmoor, nicht weit von Brockel.

Heike Vullmer, seit 23 Jahren Mitarbeiterin der Stiftung, ging auf die Umgestaltung der fünf Hektar großen Wasserfläche (1,5 bis 2 Meter tief) und den Bau der Ponton-Konstruktion ein. Erworben, so Vullmer, die aus Verden stammt, habe die Stiftung das Floß im Kreis Verden. Anschließend habe man die schwimmende Nisthilfe selbst aufgearbeitet und schließlich zu Wasser gebracht. Alles finanziert durch Spenden und unter Amtshilfe des Landkreises Rotenburg mit dessen Mitarbeitern Heiko Reichenbach und Hendrik Scheunemann.

Bei der „Einweihung“ des Kunstbiotops, bei der auch Naturschützer Joachim Looks aus Eversen anwesend war, wies Jürgen Cassier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, unter anderem darauf hin, dass künftig an dieser Wasserfläche Ruhe einkehren müsse. Badebetrieb, Motorradfahren, angeln, Feiern an Wochenenden mit dem Verschmutzen der Natur dürfe es künftig nicht mehr geben.

Cassier: „Um den Besuchern, vor allem handelt es sich um Bülstedter, trotzdem die Möglichkeit zu geben, die Natur zu genießen, haben wir eine Aussichtsplattform errichtet, von der eine Vielzahl auch seltener Wasservögel beobachtet werden kann, ohne die Tierwelt zu stören.“ Um die Lebensraummöglichkeiten zu verbessern, habe die Stiftung dieses Kunstbiotop installiert, dessen 32 Quadratmeter große Oberfläche aus Kieselsteinen bestehe.

Der pensionierte ehemalige Leiter des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege, zu der finanziellen Situation der Stiftung: „Wir halten uns gut über Wasser.“ Trotzdem sei eine Unterstützung von privater Seite willkommen. Cassier hob in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis hervor.

Die Stiftung hat 187 Hektar eigene Flächen: Orchideenwiesen, Feuchtgrünland, Heiden, Moore, Wälder und Gewässer. Im Raum Zeven wird das Laubfrosch-Wiederansiedlungsgebiet betreut. Außerdem wird die Bevölkerung durch Exkursionen, Ausstellungen und Vorträge sowie eigene Schriftenreihen für die Belange der Natur sensibilisiert.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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