Wirtschaftsausschuss: Einmalige Unterstützung für das Tierheim denkbar

Ein neues Konzept

Viel haben Silke Wingen und ihr Team in den vergangenen Jahren dafür getan, dass das Aus- und Ansehen des Rotenburger Tierheims verbessert wird. Foto: Menker

Rotenburg – Der Südkreis Rotenburg hat ein Tierheim, in Mulmshorn. Genutzt wird es für die Fundtierunterbringung aber aktuell nur von der Stadt Rotenburg. Die umliegenden Kommunen Scheeßel, Fintel, Bothel, Visselhövede und Sottrum bringen ihre herrenlosen Tiere in die Arche Noah in Brinkum. Es ist eine Entscheidung, die vor Jahren gefällt worden war, als die Zustände in Mulmshorn „umstritten“ waren, wie es Hans-Jürgen Krahn (CDU) während der Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Rotenburger Kreishaus benennt. Das jedoch bringe den Tierschutzverein derzeit in eine prekäre finanzielle Lage, weshalb er im vergangenen November einen Antrag an den Landkreis gestellt hatte, das prognostizierte Haushaltsdefizit von 40 000 Euro für 2020 zu übernehmen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Bislang sei dieser nur noch bis September gesichert, wie die Vorsitzende Silke Wingen in ihrem Antrag deutlich macht. Die Politiker zeigten sich größtenteils einig darin, dass Hilfe nötig ist und empfahlen, diese zu gewähren – allerdings nicht in der genannten Höhe.

Zunächst sei der Antrag zu spät eingegangen, erläutert Landkreis-Dezernentin Heike von Ostrowski im Vorfeld. Somit konnte dieser für den Haushalt 2020 nicht mehr berücksichtigt werden. „Zudem hat es eine institutionelle Förderung bislang für keinen Tierschutzverein gegeben. Wenn wir da einsteigen, kommt auch die Frage nach Gleichbehandlung auf“, mahnte sie an. Eine feste Förderrichtlinie für diesen Bereich gebe es bislang nicht. Festzuhalten sei laut Beschlussvorlage aber auch, dass das Tierheim zugleich eine Anlaufstelle für die Bevölkerung sei, Silke Wingen und ihr Team auch Tiere vermitteln oder dabei helfen, wenn diese aus privaten Gründen abgegeben werden müssten. Ergo bestehe ein Interesse in der Bevölkerung, ein Tierheim in der Nähe zu haben.

Unter den Ausschussmitgliedern war man sich an diesem Nachmittag in einem Punkt größtenteils einig: Die neue Leitung des Tierheims habe in den vergangenen Monaten vieles bewirkt, man habe sich zum Teil bereits selbst vor Ort von den Gegebenheiten überzeugt. „Vor Jahren war es umstritten, seitdem hat sich einiges verbessert“, merkte Krahn an. In der Zwischenzeit haben sich aber die Gemeinden an Brinkum gebunden, ein kurzfristiger Wechsel ist nicht möglich.

Krahn schlug daher vor, dass der Landkreis das Gespräch mit den Kommunen im Südkreis suchen solle, moderierend dabei unterstütze, um für 2021 wieder eine andere Lösung zu finden – denn allein mit den Mitgliederbeiträgen und Spenden sowie dem Zuschuss der Stadt kann der Tierschutzverein den Betrieb nicht sicherstellen auf Dauer. Und: „Das Thema wird in der Bevölkerung immer sehr emotional behandelt. Um dem Tierheim einmalig die Möglichkeit zu geben, dass es in diesem Jahr nicht zusammenbricht, schlagen wir als Fraktion vor, 20 000 Euro einzustellen.“

Sollte das Defizit letztlich weniger betragen, wird nur dieser Betrag ausgeglichen, ansonsten bis maximal 20 000 Euro, ist die Idee. „Rotenburg ist umgestiegen, vielleicht tun es die anderen auch“, so Krahn. Das sieht auch Uwe Lüttjohann (SPD) und beschreibt die positive Veränderung, die in Mulmshorn stattgefunden habe. „Wir haben die Möglichkeit vor der Haustür und sollten das vorantreiben.“ Die Kosten für eine Unterbringung seien dieselben, ob in Mulmshorn oder Brinkum.

Kritisch sieht Rainer Sommermann den Antrag, merkt an, dass ihm das Konzept fehle, um jetzt einen vollen Betrag auszugleichen. „Erst dann könnte man bis zur Summe X helfen.“ Dafür sei man der Vermittler, so Krahn. Die Lösung sei, ein gemeinsames Konzept zu finden, damit die Tiere wieder nach Mulmshorn kommen.

Dass die umliegenden Kommunen das Tierheim finanzieren, hält auch Reinhard Bussenius (Grüne) für den richtigen Weg und schließt sich mit seiner Fraktion dem Gedanken an, maximal 20 000 Euro zur Verfügung zu stellen, um „dem Tierschutz beizuspringen“. Man könne damit ein wenig Sicherheit geben, aber „nächstes Jahr muss es dann ein Konzept geben“.

Mit dem Wechsel der Leitung habe sich in den Räumen und auf dem gesamten Gelände des Tierheims einiges getan, die „neue Führung ist auf gutem Weg“, so auch Hans-Joachim Jaap (CDU). „Es ist eine Ausnahmesituation, um über den Berg zu kommen.“ Zugleich könne man damit eine Botschaft an die Gremien in den einzelnen Kommunen senden, um den Tierschutz im Südkreis sicherzustellen. Dafür sprachen sich dann – bei einer Gegenstimme – die Ausschussmitglieder auch aus und empfahlen, einmalig eine Summe von maximal 20 000 Euro für das Tierheim zur Verfügung zu stellen, Zugleich wird der Landkreis damit beauftragt, Vermittlungsgespräche mit den Kommunen zu führen.

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