Neuer Verein gegründet

Auf dem Weg zum neuen Zentrum

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Wird aus dem Werner-Haus an der Lindenstraße ein soziokulturelles Zentrum? Mit der Antwort können sich die Initiatoren ein Jahr Zeit nehmen. So lange halten die Rotenburger Werke dieses historische Haus für sie bereit.

Vor gut drei Wochen hat sich in Rotenburg der Verein „Soziokulturelles Zentrum“ gegründet. Der Name ist Programm: Ziel ist es nämlich, im Werner-Haus der Rotenburger Werke an der Lindenstraße ein soziokulturelles Zentrum zu installieren. Die Werke möchten das Haus verkaufen und haben dem Verein ein Jahr Zeit für eine Entscheidung gegeben. Zeit, die der Verein nutzen möchte, um die Machbarkeit des Vorhabens gründlich zu prüfen.

Rotenburg – „Es ist einfach zu reizvoll, um es nicht zu probieren“, sagt Thomas Riemer, der sich seit nunmehr zwölf Jahren um das in der Aula der Stadtschule angesiedelte Rotenburger Stadtkino kümmert. Schon lange sucht er ein neues Quartier, gefunden hat er es noch nicht. Ähnliche Probleme hat der Verein „Villa“. Der hat seinen Veranstaltungsraum sogar verloren und befindet sich ebenfalls auf der Suche. Aus diesem Verein heraus entstand die Idee, mit anderen zusammen etwas Neues auf die Beine zustellen. Ole Asmussen übernimmt nun den Vorsitz im neuen Verein, Jeanette Winsemann ist als Stellvertreterin mit an Bord, und der ehemalige Vorsitzende der Kulturinitiative Rotenburg (Kir), Bernd Braumüller, übernimmt die Kasse.

Die Kasse spielt eine ganz wesentliche Rolle bei der Frage nach der Machbarkeit. Zwar nennt Rüdiger Wollschlaeger als Sprecher der Rotenburg Werke noch keinen Kaufpreis für das Werner-Haus, aber Braumüller bestätigt, dass die erforderlichen Investitionen inklusive Umbau und Sanierung in den siebenstelligen Bereich gehen könnten. Der Kassenwart: „Ziel ist der Aufbau einer Genossenschaft, um dafür sorgen zu können, dass sich das Haus auf Sicht selbst trägt.“

Das Haus bietet viel Platz. Es geht um rund 2 400 Quadratmeter. Ideen, wie dieser Platz belegt werden kann, gibt es schon viele. Das Stadtkino und die „Villa“ könnten einziehen, aber auch an kleine Wohneinheiten für junge Menschen ist gedacht. „Dabei denken wir beispielsweise an Auszubildende, die von außerhalb kommen, aber nicht jeden Tag fahren möchten oder können“, sagt Braumüller. Bildung in Sachen Umwelt und Kultur könnten im Werner-Haus unterkommen, Start-Ups, Vereine, Institutionen und Gruppen, vielleicht auch die Volkshochschule wären denkbar, sagen die Macher. Das alles soll allerdings einen nachhaltigen Charakter haben, wenn es darum geht, in diesem Zentrum ökologisch, ökonomisch und sozial zu arbeiten. Riemer: „Die Kultur ist ganz sicher eine wesentliche Säule, aber dieses Haus bietet eben weitaus mehr Möglichkeiten.“ Von Co-Working-Plätzen ist die Rede, von einem gastronomischen Bereich in Form eines Cafés, einer Kneipe oder eines Bistros, von einem Foto-Studio und eben auch vom Wohnen. Mieteinnahmen sollen eine finanzielle Basis sein. Auch Künstler könnten sich einmieten. Braumüller: „Wir sind da ganz offen und freuen uns über weitere Ideen.“ Denkbar wäre darüber hinaus ein Crowdfunding, um Geld hereinzuholen.

Unabhängig davon denken alle Beteiligten daran, sich im Laufe des kommenden Jahres vor allem auch mit der Frage zu befassen, welche Fördermöglichkeiten es gibt, also welche finanziellen Quellen angezapft werden können, um die Idee Realität werden zu lassen. Der Kulturausschuss der Stadt wird sich kommende Woche mit dem Vorschlag beschäftigen, 10 000 Euro 2020 als Anschubfinanzierung bereitzustellen. Das unterstreicht Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Und der sagt auch: „Es ist außergewöhnlich, mit welchem Engagement der Verein daran geht. Außergewöhnlich ist es auch, dass die Werke mit im Boot sind und dem Verein ein Jahr Zeit geben.“ Man spricht gegenüber der Presse von einer Art Quartier, um das es geht. Ein Quartier mit zusätzlich integrativem Charakter im direkten Umfeld der Werke. Weber lobt die „tolle Kooperation“. Für ihn ist die Umsetzung „realistisch“.

Man will es also probieren mit einem sozial verträglichen Kulturzentrum, das besonders junge Menschen im Blick hat. „Noch ist nichts entschieden, also kann auch nichts passieren“, sagt Braumüller auf die Frage, woher der Optimismus kommt. „Wir sagen ja nicht, dass wir es machen, sondern wir sagen, dass wir es versuchen.“

Mitstreiter gesucht

Mitstreiter, die sich bei der Prüfung der Machbarkeit einbringen wollen oder gute Ideen haben, dürfen sich gerne melden. Zurzeit macht sich ein achtköpfiges Team an die Arbeit. Ein Architekt knöpft sich die Struktur des Hauses vor. Kontakt zum Verein ist über die Seite www.sozio-kulturelles-Zentrum.de möglich.

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