Eigentümer will verkaufen

Neue Pläne für die Mühlenstraße

Die Baulücke an der Mühlenstraße könnte bald passé sein: Der Eigentümer will verkaufen.
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Die Baulücke an der Mühlenstraße könnte bald passé sein: Der Eigentümer will verkaufen.

Ein brachliegendes Grundstück an der Rotenburger Mühlenstraße könnte mittelfristig bebaut werden. Der Eigentümer will verkaufen, doch die Investition birgt Hürden.

Rotenburg – Es wurde viel geplant in den vergangenen 30 Jahren rund um das freie Grundstück an der Rotenburger Mühlenstraße, das derzeit durch einen Bauzaun abgesperrt ist. „Da sollte schon mal alles Mögliche hinkommen“, erinnert sich Stadtplaner Clemens Bumann. Realisiert wurde bislang nichts. Das könnte sich nun ändern.

Nachverdichtung ist das Stichwort. Eines, das Bumann gerne verwendet. Ihm ist es wichtig, solche ortsprägenden Baulücken zu füllen. So könnte nach derzeitigem Stand an der Mühlenstraße ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Der bisherige Eigentümer möchte das Grundstück verkaufen, was den Weg für neue Investoren frei macht.

Der jetzige Bebauungsplan für das Grundstück lässt zwar eine gewisse Bebauung zu – so soll dort ein dreigeschossiges Gebäude hin, ähnlich wie das Haus des Handwerks die Straße weiter runter Richtung Pferdemarkt. Doch an dieser Stelle kommt was Wasserrecht hinzu. Und das hat der Stadt nun mehr als ein Jahr Kopfzerbrechen bereitet.

Der Bebauungsplan ist vor mehr als einem Jahr ausgelegt worden, wurde zweimal geändert. Ein eigentlich normales Verfahren mit einer „klassischen Baulücke“, so Bumann in der jüngsten Sitzung des städtischen Planungsausschusses, das aber länger als geplant gedauert hat. Denn da kam das Wasserrecht ins Spiel: Der Großteil des B-Plans, wo jetzt gebaut werden soll, liegt in einem vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet. Bei einem 100-jährigen Hochwasserereignis kann dort Wasser stehen. Daher muss die Untere Wasserbehörde für den B-Plan ihr Einverständnis geben.

Der wird zwar nur im vorderen Bereich geändert, nicht im hinteren Bereich des Grundstücks. Dennoch darf dort nur mit einer Ausnahme gebaut werden: Wird für einen Neubau aufgeschüttet, muss an anderer Stelle Raum hinzugegeben werden. Ein sogenannter Retentionsraum, der bei einem Hochwasser selbiges aufnimmt und dadurch den Wasserstand absenkt.

Die Vorstellung der Stadt war, das Biotop, das einmal im hinteren Grundstücksbereich lag, wiederherzustellen. Auch Altlasten in Form von Bauschutt wären dabei entfernt worden, führt Bumann an. Der Landkreis sieht da aber keine Möglichkeit und plädiert für einen Bereich außerhalb des Überschwemmungsgebiets. Denn im rückwärtigen Bereich stehe zusätzlich der Grundwasserspiegel sehr hoch – somit würde dort kein Retentionsraum geschaffen.

Ein potenzieller Investor hat zwei Möglichkeiten: Entweder er baut auf Stelzen oder er schüttet auf, muss aber Raum schaffen. Den hat die Stadt nun auf einer Fläche Richtung Worth, am Oberlauf der Wiedau, gefunden. Dafür werden nun Pläne erstellt. Die Fläche gehört dem Nabu, der im Boot ist, dort ein Feuchtbiotop zu schaffen. Eine genaue Vorstellung soll es in der nächsten Ausschusssitzung geben.

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