Neue Idee fürs „55+“-Gebiet

Es wird viel gebaut in Rotenburg, aber es fehlen Mietwohnungen für die Generation „55+“. Foto: Menker

Die Idee mit den Baugrundstücken für die Generation „55+“ stößt im Rotenburger Neubaugebiet an der Brockeler Straße durchaus auf Interesse. Dennoch plant die Stadt jetzt etwas neu. Sie will sechs dafür vorgesehene Grundstücke für den Bau von Mietwohnungen für ältere Menschen anbieten.

Rotenburg – Der Rotenburger Planungsamtsleiter Clemens Bumann spricht von einem „sozialen Auftrag“. Es sei in der Tat so, dass sich viele ältere Menschen kleinere, eingeschossige Eigenheime wünschen. Die dafür vorgesehenen 30 Grundstücke im ersten Teil des Neubaugebietes an der Brockeler Straße sind bereites vergriffen, im zweiten Teil sind 24 Bauplätze dafür vorgesehen – zwölf davon sind noch zu haben. Hier läuft es etwas schleppender. Anlass, auch über andere Möglichkeiten nachzudenken. Ein potenzieller Investor habe sich nun an Bumann gewandt mit der Idee, auf sechs dieser noch freien Grundstücke Mietwohnungen für die Gruppe „55+“ zu schaffen. „Das sehe ich durchaus positiv“, sagt der Leiter des Planungsamtes, „denn es sorgt auch für eine soziale Durchmischung.“ Auch städtebaulich sei das zu vertreten. Problem: Die bisherigen Verkaufsbedingungen sehen eine solche Bebauung nicht vor. Daher landet ein Beschlussvorschlag der Verwaltung am Donnerstagabend auf der Tagesordnung des Stadtrates. Dieser sieht vor, eben diese Verkaufsbedingungen entsprechend dieser Idee neu zu fassen. Es geht um sechs zusammenhängende Flurstücke.

Sollte sich der Rat dieser Idee anschließen, plant Bumann, von Mitte Januar bis Mitte Februar eine Art Wettbewerb für eine solche Bebauung auszuschreiben. „Da gibt es bestimmt viele Ideen und Möglichkeiten, um Mietwohnungen in entsprechender Größe zu bauen“, sagt er. Er hofft auf eine Auswahl von Konzepten.

Wer in dieses Vorhaben investieren möchte, müsse sich grundsätzlich an die Bauvorschriften halten, was Art und Maß betrifft. Mit Blick auf Trauf- und Firsthöhen wären allerdings auch Ausnahmen möglich, erklärt Clemens Bumann auf Anfrage der Kreiszeitung. Dabei könne es jedoch nur um geringfügige Abweichungen gehen.

Wie aber ließen sich Mietwohnungen so schaffen, dass sich der Bereich insgesamt in die vorhandene Bebauung einfügt? Bumann hält es durchaus für möglich, dass so etwas reihenhausartig entsteht, also mit einer Verkettung der jeweiligen Einheiten. „Wie genau, das wird der Wettbewerb zeigen.“

Um den Sinn und Zweck des Bereiches „55+“ beizubehalten, sollen diese Wohnungen für zehn Jahre nur von Personen genutzt werden dürfen, die die Anforderungen an den Erwerb in diesem Teil des Baugebietes erfüllen, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Stadtrat. Das heißt: Sie müssen mindestens 55 Jahre alt sein oder einen Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent nachweisen können oder hilfs- und pflegebedürftig sein und Pflegegeld nach dem Pflegegrad 2 oder höher beziehen.

Die Verkaufsbedingungen sind auch mit Blick auf den Investor anzupassen: Der nämlich würde sechs Grundstücke erwerben dürfen, obwohl eigentlich nur ein Grundstück pro Person veräußert werden sollte. Und: Wer Mietwohnungen schaffen möchte, muss nicht selbst die ursprünglichen „55+“-Bedingungen erfüllen und wird dabei nicht zur Selbstnutzung verpflichtet.

Beratungen in einem Fachausschuss hat es in dieser Frage übrigens nicht gegeben. Bumann erklärt, es gehe letztendlich um die Anpassung von Verkaufsbedingungen – daher sei das nicht erforderlich gewesen. Am Mittwoch befasst sich – vorbereitend für die bevorstehende Ratssitzung – der Verwaltungsausschuss mit dem neuen Vorschlag.

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