Was passiert mit zweckgebundenen Spenden?

Neubaupläne des Tierschutzvereins liegen auf Eis: Es fehlt an Geld

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Regina Buchhop weiß, dass am Tierheim in Mulmshorn Sanierungsbedarf besteht. In den letzten Jahren wurde wenig gemacht, weil man eigentlich einen Neubau in Rotenburg planen wollte.

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Mitglieder des Rotenburger Tierschutzvereins und allen voran die Vorsitzende Regina Buchhop verschwenden zurzeit kaum einen Gedanken an den Bau eines neuen Tierheims. „Wenn wir Geld hätten, dann hätten wir auch Pläne“, sagt die Vorsitzende.

Doch zurzeit reicht es nicht einmal zum Ausbessern der Böden und Wände im Hundezwinger oder für einen Eimer Farbe im Tierheim Mulmshorn. Das Geld ist nach wie vor knapp – und damit liegen die Neubaupläne weiterhin auf Eis.

„Für uns gibt es keinerlei Veranlassung, in diese Richtung aktiv zu werden“, sagt auch Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Immerhin würde die Stadt dem Verein für einen Neubau an der Soltauer Straße das erforderliche Grundstück zum Nulltarif zur Verfügung stellen. Aber Regina Buchhop selbst geht davon aus, dass für die Umsetzung des seit mehreren Jahren im Raum stehenden Vorhabens etwa eine halbe Million Euro benötigt würde.

Vor einigen Jahren hatte es noch recht gut ausgesehen: Durch eine Erbschaft waren dem Tierschutzverein 800.000 Euro zugegangen. Ein Teil in bar, ein weiterer Teil in Form von Anteilen an einem Immobilienfonds. „Übrig sind davon noch 140.000 Euro“, sagt Regina Buchhop. Dieses Geld liegt noch bis August im Fonds fest. Doch für einen Neubau reicht es nicht. „Das Geld brauchen wir für die laufenden Kosten“, erklärt die Vorsitzende. So war es auch mit dem anderen Teil der Erbschaft. „Das hatte nichts mit Verantwortungslosigkeit zu tun.“ Denn, so Buchhop, die Gemeinden hätten sich über Jahre nicht ausreichend an den Kosten für die Unterbringung der Fundtiere beteiligt. Der Verein musste Jahr für Jahr drauflegen – und befindet sich nun in einer mehr oder weniger dramatischen Finanzsituation. Auch die vielen Spenden aus der Bevölkerung für einen Neubau können nicht für eine Entspannung sorgen. Einerseits reichte auch dieses Geld nicht, um den ersten Spatenstich in Angriff zu nehmen, andererseits ist es auf dem sogenannten Baustein-Konto zweckgebunden und darf nicht einfach für andere Vorhaben verwendet werden.

„Mit dem Platz in unserem Tierheim kommen wir nun hin“

„Wir haben uns beim Landesverband schlau gemacht und erfahren, dass wir diese 60.000 Euro weiterhin liegen lassen können, bis wir die Möglichkeit haben, ein neues Tierheim zu bauen“, berichtet die Vorsitzende. Aber wann es zu diesem Tag kommen könnte, steht in den Sternen. Sollte der Verein einmal in eine existenzbedrohende Situation geraten, könnte er die Baustein-Spender anschreiben und fragen, ob das Geld auch für den Erhalt des Vereins verwendet werden darf. Aber so weit ist es noch nicht gekommen.

Immerhin: „Mit dem Platz in unserem Tierheim kommen wir nun hin, Jetzt können wir auch mal Pensionstiere aufnehmen“, schildert Buchhop die Situation. Denn: Für die Unterbringung der Fundtiere ist inzwischen eine andere Lösung gefunden worden. „Und damit haben wir positive Erfahrungen gemacht“, versichert Andreas Weber. Von daher sehe er keinen Änderungsbedarf. Die Fundtiere werden über die Zwischenstation Posthausen mittlerweile im Tierheim „Arche Noah“ in Stuhr-Brinkum untergebracht.

Das Tierheim in Mulmshorn reicht also aus, aber der Zustand ist nicht gut. Es sei „kein Aushängeschild“, weiß selbst Regina Buchhop um den Eindruck. Zum Sanieren fehlt das Geld, weil auch Sponsoren zurzeit rar seien. „Also hoffen wir weiter darauf, dass sich jemand findet, der uns unterstützt.“ Bis dahin aber muss sogar Personal abgebaut werden. Von einst zwei Vollzeitstellen gibt es nur noch eine. Eine von zwei Dreiviertel-Stellen bleibt jetzt ebenfalls unbesetzt. Bleiben noch eine volle, eine Dreiviertel- sowie  zwei 450-Euro-Stellen. Buchhop bringt es auf den Punkt: „Ohne finanzielle Unterstützung wird irgendwann vielleicht kein Tierheim mehr zu betreiben sein.“ Die Hoffnung gibt sie aber nicht auf. Von August an ist wieder etwas Geld vorhanden.

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