Seit fast einem Jahr im Landkreis tätig

Fachstelle Sucht und Suchtprävention im Landkreis Rotenburg gut aufgenommen

Rene Huxoll (v.l.), Beatrix Meier, Anja Borngräber, Katrin Bleichwehl sowie Natalja Zabolotzkiy bilden das Team der Fachstelle Sucht und Suchtprävention. Sie alle setzen auf das Netzwerk. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Wogen haben sich geglättet. Nach dem turbulenten Ende des Vereins für Sozialmedizin (VSM) hat die Fachstelle Sucht- und Suchtprävention im Landkreis Rotenburg unter dem Dach des Vereins Therapiehilfe vor fast genau einem Jahr die Beratungsarbeit in Rotenburg, Zeven und Bremervörde übernommen.

„Die Beratungsstellen sind installiert, und wir verzeichnen einen regen Zulauf“, sagt Beatrix Meier als Leiterin der Fachstelle. Der Beratungsstau, der sich in der Übergangszeit gebildet hatte, ist aufgelöst. Und inzwischen lässt sich sagen: „Wir sind sehr gut aufgenommen worden.“

Bis Ende des vergangenen Jahres hat die Fachstelle 187 neue Klienten in ihrer Einrichtung aufgenommen. Die meisten Ratsuchenden (62,57 Prozent) haben sich an das Büro in Rotenburg gewandt, 25,13 Prozent an die Fachstelle in Zeven und 12,3 Prozent an deren Kollegen in Bremervörde. In fast jedem zweiten Fall (42,59 Prozent) geht es um Alkohol, Cannabis (12,96 Prozent) rangiert als Suchtmittel auf dem zweiten Platz. Die meisten Klienten der Fachstelle sind männlich (71,89 Prozent).

Eine gute Beratung bei Suchtfragen basiert aus Sicht von Beatrix Meier und ihrem Team auf einem möglichst großen Netzwerk. So lassen sich ganz individuell Möglichkeiten finden, um den Menschen zu helfen. Ein Teil des Netzwerkes ist im Verein Therapiehilfe angesiedelt, aber es sind auch einige externe Einrichtungen und Institutionen, mit denen die Fachstelle inzwischen zusammenarbeitet. Dazu gehören nicht nur Ärzte und das Krankenhaus, sondern auch Schulen, Kindergärten oder Jugendhilfeeinrichtungen. „Andere nutzen auch uns in ihrem Netzwerk“, sagt Meier gegenüber der Kreiszeitung.

Zugleich machen sie und ihre Kollegen deutlich, dass die Fachstelle breit aufgestellt und bemüht ist, ihr Angebot noch weiter auszubauen. Ein bereits jetzt fester Bestandteil der Arbeit ist die Prävention, um die sich Rene Huxoll kümmert. Anja Borngräber konzentriert sich derweil auf den Bereich Glücksspielsucht. Darüber hinaus spiele auch die Nachsorge nach einer stationären Therapie eine wichtige Rolle. Die meisten Betroffenen haben mit einer stoffgebundenen Sucht zu kämpfen. Aber auch die stoffungebundenen Süchte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Borngräber: „Beim Glücksspiel verzeichnen wir eine deutliche Steigerungsrate.“ Nicht nur an den Automaten sitzen die Betroffenen, sondern zunehmend auch zu Hause am Computer. Auch Sportwetten ziehen immer mehr Menschen in ihren Bann – entsprechend steigt auch die Quote derer, die davon nicht mehr loskommen.

Die Beratungsarbeit beruht auf zwei Säulen, sagt Rene Huxoll. Da sei einerseits der professionelle Teil, hinzu kämen die Selbsthilfegruppen. Für die verschiedenen Süchte gebe es im Landkreis rund 20 solcher Gruppen. Sie sind vernetzt, und sie rücken bei den Beratungen immer wieder in den Blickpunkt. Aber: „Dazu kann man niemanden zwingen, das beruht wirklich auf Freiwilligkeit.“ Huxoll betont: „Therapie ist eine sehr individuelle Sache.“ Entsprechend reagierten die Betroffenen auf die Möglichkeit, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Die einen freuten sich über die Möglichkeit des Austauschs, andere hegten eher Misstrauen. Huxoll: „Das gilt es zu respektieren.“

So ist die Fachstelle zu erreichen

Die Fachstelle Sucht und Suchtprävention ist unter der Telefonnummer 04261 / 9628041 zu erreichen. Die Verwaltungsfachkraft Natalja Zabolotzkiy steht Anrufern montags, mittwochs, donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr, dienstags von 13 bis 17 Uhr zur Verfügung. Die offene Sprechstunde in Rotenburg, Große Straße 28 - 30 ist dienstags von 13 bis 17 Uhr, in Bremervörde mittwochs von 14 bis 17 Uhr und in Zeven immer montags von 14 bis 17 Uhr.

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