Naturschützer Alfred Nottorf bietet Frühexkursion im Moor an

Unterwegs zum Kranich

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Naturschützer Alfred Nottorf lädt zur Exkursion in das Tister Bauernmoor ein.

Rotenburg - Kraniche bereiten sich jetzt zu Tausenden auf ihren Abzug ins Winterquartier vor. Doch vor ihrem langen Zug, begleitet von typischen Rufen, sind die graufarbenen Großvögel zur Zeit dabei, sich die nötigen Kraftreserven anzufressen. Am Donnerstag findet im Tister Bauernmoor zwischen Sittensen und Stemmen unter Leitung von Landschaftswart Alfred Nottorf die nächste Führung zu diesem Schauspiel statt.

Die Kraniche, die seit der Renaturierung des Moores Nacht für Nacht in den großen Wasserflächen Schutz vor Feinden suchen, brechen im Morgendunst zu den Feldern in der näheren Umgebung auf. Zur „Nachernte“ auf den großenteils gemähten Maisschlägen. Dort picken sie mit ihren langen Schnäbeln die übrig gebliebenen Körner als Energie für den langen Flug in den Süden auf. Es gibt Tiere, die bis zu 2000 Kilometer nonstop bei Durchschnittsgeschwindigkeiten von 45 bis 65 Kilometern zurücklegen.

In der Vergangenheit, als viele Moore trockengelegt, kultiviert und den Kranichen die Lebensräume genommen wurden, kam es zu einem dramatischen Populationseinbruch. „Einen Aufwind erlebte der Kranich durch die Vernässung vieler Moore nach Beendigung des gewerblichen Torfabbaus“, erklärt Nottorf, der als ehemaliger Leiter des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege maßgeblich an der Renaturierung des Tister Bauernmoores beteiligt war. Die heutige positive Situation der Kraniche sei durch „den oft gescholtenen gewerblichen Torfabbau von Menschen gemacht“.

Alfred Nottorf ist seit vielen Jahren zuständig für das Tister Bauernmoor, das Ekelmoor und Schneckenstiege bei Stemmen. Vor gut 30 Jahren brütete das erste Kranichpaar im Ekelmoor. Inzwischen können Naturfreunde auch in anderen Teile des Landkreises den geschützten Kranich beobachten. Zum Beispiel im Huvenhoopsmoor bei Glinstedt oder auch bei Appel. Es gibt Beobachtungstürme, der Naturschutzbund (Nabu) Rotenburg setzt jedes Jahr einen mobilen Beobachtungswagen ein, Nottorf veranstaltet jährlich in Zusammenarbeit mit den Naturschützern Exkursionen. Das Interesse daran sei stetig gestiegen. Die Besucher kommen überwiegend aus dem Kreis Rotenburg sowie aus Nachbarkreisen. Pro Frühexkursion musste die Teilnehmerzahl auf 25 begrenzt werden. Das gilt auch für die am Donnerstag. Anmeldungen nimmt der Nabu unter der Nummer 04263/6757894 entgegen. Dort gibt es auch weitere Infos.

Bis auf ein gutes Dutzend Paare treten die Kraniche bald ihren Zug in die Wärme an. Wenn die „grauen Trompeter“ Anfang kommenden Jahres zurückkehren, beginnt trotz der Wiedersehensfreude ein Problem: der Ärger der Landwirte darüber, dass die hungrigen Großvögel den frisch eingedrillten Mais aufnehmen.

bn

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