Natur bleibt offen für Bürger

Neue Schutzgebiete: „Stellmoor und Weichel“ sowie „Kleines Moor bei Sothel“

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Wie nah die Landwirte an die Gewässer wirtschaften dürfen, ist immer wieder ein Thema bei der Ausweisung von Schutzgebieten. Das ist auch jetzt nicht anders.

Rotenburg. Zwei neue Naturschutzgebiete hat der Umweltausschuss auf den Weg gebracht: „Stellmoor und Weichel“ bei Rotenburg sowie das „Kleine Moor bei Sothel“. Nach den jeweils einstimmigen Voten ist davon auszugehen, dass auch der Kreistag den Verordnungen zustimmt. Diskutiert wurde unter anderem darüber, wie nahe an Gewässern Landwirte künftig wirtschaften dürfen.

Das nördlich der Kreisstadt gelegene Stellmoor steht schon lange unter Schutz. 1938 wurde es als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Heute ist es Teil des FFH-Gebiets „Stellmoor und Weichel“, das gemäß der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien geschützt ist. Nun geht es für den Landkreis darum, das 218 Hektar große Areal nach deutschem Recht unter Schutz zu stellen. Und hier bietet sich nach Ansicht der Naturschutzbehörde der Status als Naturschutzgebiet an. Der Ausschuss sieht das genauso.

Geprägt ist das Areal unter anderem durch Kiefern-Bruchwald, Weidengebüsche, Moor, Stillgewässer und dem wirtschaftlich nicht genutzten Naturwald „Weichel“. Es befindet sich im Eigentum der Anstalt Niedersächsische Landesforsten. Die Kreisnaturschutzbeauftragte Christiane Looks begrüßt, dass ein Rundweg zugänglich bleibt. Die Behörde ist hier der Anregung eines Anwohners gefolgt.

Sehen und erleben

Naturfreunde haben dadurch weiterhin die Möglichkeit, Einblicke in das Schutzgebiet zu erhalten. Auch ein Naturdenkmal, eine stattliche Eiche, bleibt zugänglich. „Man muss etwas auch sehen und erleben“, unterstrich Looks. Angesichts einer Entfremdung vieler Menschen von der Natur sei so etwas wichtig. Und da, wo die Wege frei gegeben sind, störten Spaziergänger die Natur auch nicht.

Lediglich 68 Hektar groß ist das künftige Naturschutzgebiet „Kleines Moor bei Sothel“ in der Gemeinde Scheeßel, das derzeit ebenfalls gemäß der FFH-Richtlinien geschützt ist. Hier dominiert Moorwald, zudem gibt es zum Teil intensiv genutztes Grünland. Der Zustand ist überwiegend nicht gut. In manchen Bereichen ist zu stark entwässert worden, so die Leiterin der Naturschutzbehörde, Janine Käding. Gleichwohl wird das Areal als schutzwürdig eingestuft und soll im Sinne des Naturschutzes weiter entwickelt werden.

Unterschiedliche Ansichten bei Abwassergräben

Volker Kullik (SPD) hätte sich gewünscht, dass Landwirte bei der Bewirtschaftung mehr als einen Meter Abstand auch zu kleineren Gewässern halten müssen. Er sieht die Gefahr, dass Gülle oder Pflanzenschutzmittel ins Wasser gelangen, wenn diese so dicht am Gewässerrand eingesetzt werden. Er appellierte an die Verwaltung, bei den künftig noch auszuweisenden Naturschutzgebieten einen größeren Abstand festzuschreiben. „Ein Meter ist zu wenig.“

Kulliks Aussage, wonach viele kleine Gewässer heute Abwassergräben glichen, widersprach Gert Engelhardt. Etliche Gewässer seien heute in einem besseren Zustand als vor 25 oder 30 Jahren, so der Leiter des Amts für Wasserwirtschaft und Straßenbau. Es sei vieles nicht in Ordnung und oft nicht in einem naturnahen Zustand, räumte er ein. Abwasserkanäle aber seien es nicht.

zz

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